Sonntag, 11. März 2018

Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel (Band 1) von Enid Blyton

Zum Inhalt (Booklet):
Was kann es Schöneres geben, als den Sommer auf der Felseninsel zu verbringen? Hier ist alles so geheimnisvoll – die alte Ruine, das Labyrinth, ein finsteres Verlies. Als dann auch noch bei einem Sturm ein altes Wrack angespült wird, nimmt das Abenteuer seinen Lauf. Denn an Bord finden die Kinder, gut versteckt, eine mysteriöse, alte Schatzkarte … 


Daten zum Buch:
Taschenbuch
Verlag: C. Bertelsmann (2002)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570212157
ISBN-13: 978-3570212158
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre
Verpackungsabmessungen: 18,6 x 11,6 x 1,7 cm


Cover:
Ich habe hier noch ein ganz altes Exemplar der Reihe vom Bertelsmann Verlag. Zu sehen sind hier die vier Kinder und ihr Hund Tim, wie sie einen scheinbar geheimnisvollen Raum erforschen – ich persönlich denke, dass es sich hier um das Schiffswrack handelt. Die Kinder sind noch recht jung, was vor allen junge Leser ansprechen soll. Die Sachen und die Frisuren der Kinder sind schon ein bisschen in die Jahre gekommen – 80er Jahre würde ich pauschal schätzen. Aber das hat irgendwie etwas abenteuerliches, romantisches an sich. Außerdem warnt das vielleicht schon ein bisschen vor, dass die Geschichte in einer weniger jugendlichen Sprache geschrieben ist, als das man sie heute kennt.


Eigener Eindruck:
Als die drei Geschwister Julius, Richard und Anne mit den Eltern beim Frühstück sitzen, möchten sie gern wissen, wohin sie dieses Jahr gemeinsam in den Urlaub fahren. Da die Eltern aber einmal eine Reise allein unternehmen möchten, schlagen sie den Kindern vor ihre Ferien bei ihrem Onkel Quentin und dessen Familie in einem Küstenhäuschen zu verbringen. Schnell sind die Kinder Feuer und Flamme für diese Idee und somit wird die Reise geplant. Ganz besonders freuen sich die Kinder auf ihre Cousine Georgina. Doch schon bei ihrer Ankunft müssen die Freunde feststellen, dass Georgina sehr eigen ist. Nicht nur, dass sie scheinbar keine anderen Kinder leiden kann, sie möchte auch nicht als Mädchen bezeichnet werden. Eindeutig ein verwöhntes Einzelkind. Doch die Geschwister versuchen trotzdem sich mit Georg anzufreunden, was ihnen schlussendlich auch gelingt. Gemeinsam mit ihrer Cousine und ihren Vettern unternimmt Georg fortan verschiedene Exkursionen, unter anderem auf die Felseninsel auf der sich eine Ruine befindet und die Georg gehört. Mit dabei ist immer Georgs kleines Geheimnis, ihr Hund Tim. Zusammen werden die fünf Freunde eines Tages von einem Sturm überrascht und müssen auf der Felseninsel bleiben. Dass der Sturm dabei ein altes Schiffswrack anschwemmt ist für die Kinder abenteuerlicher denn je. Gemeinsam erkunden sie das Wrack und entdecken dabei eine Schatzkarte, die ein Geheimnis in der Ruine Preis gibt. Doch ehe die Freunde sich richtig mit der Karte beschäftigen können, verkauft sie Onkel Quentin unwissend. Von nun an beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn die Kinder sind sich sicher, dass sie den Schatz finden können.

Der Kinderbuchklassiker „Fünf Freunde“ aus der Feder von der Kinderbuchautorin Enid Blyton begeistert seit Generationen. Ihre Bücher sind sogar so beliebt gewesen, dass eine Kinderserie zu den Büchern abgedreht wurde. Wer wie ich ein älteres Exemplar der Reihe besitzt, der muss sich auch eine etwas altmodische und gehobene Sprache einstellen. Wer sich die neueren Bände holt, der bekommt zwar eine überarbeitete Sprache, verpasst aber das Beste, aber dazu später mehr. 
Die Schreibweise der Autorin ist sehr angenehm, trotz dem etwas älteren Sprachbild. Die Geschichten sind sehr kindgerecht geschrieben, sodass man sie den Kleinen auch ohne Bedenken zum Lesen geben kann. Trotz der weniger „actionreichen“ Szenen werden die Kids die Geschichte aber lieben. Enid Blyton schafft es mit einfachen Dingen zu begeistern. In ihren Geschichten stehen Freundschaft und Zusammenhalt ganz hoch im Kurs. Dinge, die nur noch selten wirklich verarbeitet werden. Die Kinder in der Geschichte sind sehr selbständig, haben aber alle neben ihren Stärken auch ihre Schwächen. So ist Anne zum Beispiel sehr quirlig und redet erst, bevor sie nachdenkt, was die Freunde auch einmal in Schwierigkeiten bringen kann. Georg hingegen muss erst einmal über ihren Schatten springen und Vertrauen zu anderen Kindern fassen, bevor sie erkennt, wie schön es ist, wenn man seine Abenteuer mit Freunden teilen kann. Die Jungen hingegen sind sehr schnell für alles Feuer und Flamme, sind aber schon so groß, dass sie Situationen besser einschätzen können. Trotzdem sind sie aber auch oft waghalsig, was durchaus einmal schief gehen könnte.
Die Kinder ein Abenteuer auf einer einsamen Insel erleben zu lassen, welche sie allein erreichen können, fand ich wirklich sehr abenteuerlich. Das zeigt, dass die Kinder auch mutig sind. Spätestens ab dem Besuch auf dem Wrack war ich für die Geschichte Feuer und Flamme. Es ist einfach zu spannend, auch wenn es sich hier um eine eher seichte Geschichte handelt. Das Buch ist einfach für jeden etwas. Ob Jung oder Alt.

Empfehlen möchte ich das Buch allen Freunden der klassischen Kinderliteratur, jedoch solltet ihr hier darauf Acht geben, dass ihr ein Buch der älteren Generation erwischt. Warum? Das will ich euch gern erklären:


Vergleich zur neusten Fassung:
(Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: cbj (9. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570171094
ISBN-13: 978-3570171097
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 8 Jahren
Originaltitel: Five on a treasure island
Größe und/oder Gewicht: 13,9 x 2 x 21,8 cm)

Die neue Buchfassung gleicht einer Katastrophe, so viel will ich gleich schon einmal vorweg nehmen. Nicht nur, dass die Schreibweise überarbeitet wurde. Die Kinder haben auch neue Namen bekommen und das Buch ist grausam eingekürzt, sodass man gar nicht mehr das richtig große abenteuerliche Feeling bekommt. Für mich ist die neue Version eine Frechheit. Wie kann man nur einen Kinderbuchklassiker dermaßen kastrieren? Das ist ein Unding! Der ganze Charme der Geschichte ist einfach dahin. Nicht nur das. Kinder die die neuen und alten Abenteuer gemischt lesen kann hier durch die Änderung der Namen der Spaß vergehen. Das ist einfach verwirrend. Davon abgesehen, dass die einfach aus Richard einen Dick gemacht haben?! Wie unschön.

Idee: 5/5
Charaktere: 5/5
Details: 5/5
Emotionen: 4/5
Lesespaß: 5/5
Spannung: 4/5


Gesamt: 5/5