Ein Leben in Freiheit,
aber was ist der Preis dafür?
Zum Inhalt (Booklet):
Choga Regina Egbeme lebt in einer scheinbaren Idylle: Zusammen mit
einigen Gefährtinnen und ihrer deutschen Halbschwester ist sie auf die
verlassene Farm ihrer Mutter in Zentral-Nigeria gezogen. Geborgenheit
und neuen Mut finden sie in der alten Lebensform: ein Harem, zu dem
Männer aber keinen Zutritt haben. Doch ihr Zufluchtsort ist bedroht: Die
islamische Nachbarschaft, die für die Einführung der Scharia kämpft,
kann diese Frauengemeinschaft nicht dulden. Immer wieder werden die
Frauen brutal überfallen. Choga muss die Farm mit hohen Mauern umgeben,
aber wird es ihr gelingen, sich und ihre Gefährtinnen vor der
feindlichen Welt außerhalb des Harems zu beschützen?
Cover:
Das Cover zeigt eine verhüllte Frau in Wüste oder in der Savanne. Das wirkt geheimnisvoll und vielleicht für unsere Region auch befremdlich, da die Verhüllung hier eher weniger praktiziert wird. Das macht aber natürlich auch neugierig, worum es hier geht. Somit greift man automatisch zu dem Buch, was wirklich clever gemacht ist.
Eigener Eindruck:
Diese Biografie beschreibt das Leben von Choga Regina Egbeme und deren Mitbewohnerinnen. In einem Harem versuchen die Frauen ohne Männer in einer doch recht feindlichen Umgebung ein friedliches Leben zu führen. Das gelingt ihnen leider bisweilen nicht. Choga schreibt über die Schicksale ihrer Gefährtinnen, über religiöse und politische Probleme, ein wirklich krankhaftes Bild über die Frau in einer Welt welche aufgeklärt sein will, aber es nicht kann. Hier geht es um Gewalt an Frauen, Missstände der Gesellschaft und einer Welt in der man für seine Rechte kämpfen muss, aber auch schnell einmal verlieren kann. Es sind Schicksalsschläge die man wirklich nur schwer verkraften kann, Schicksale, bei denen der Mut fehlte und die Tragik zugeschlagen hat. Das buch zeigt ganz gut, wie glücklich wir uns schätzen können hier in Europa zu leben. Es zeigt, dass die Rechte der Frau und deren Freiheit nicht überall selbstverständlich sind. Das Buch ist kritisch, es ist ehrlich und brutal. Es ist genau das, was Augen und Ohren öffnen sollte. Doch so wichtig all diese Themen sind und wie tragisch auch die Schicksale. Das Buch hat mich einfach nicht abgeholt. Ich bin mit dem Schreibstil nicht warm geworden, ich musste es öfter weglegen, weil ich es manchmal nicht ertragen konnte – in zweierlei Hinsicht. Das Buch zog sich zäh wie Kaugummi, war manchmal sehr verwirrend für mich und das alles dann in Kombination lässt mich ziemlich unzufrieden zurück, da so ein Buch eigentlich fesseln sollte, besonders wegen den Erlebnissen, wegen der Authenzität. Schade, denn ich denke, dass es auch einigen anderen so geht und somit sein Ziel, gehört zu werden verfehlt. Allein schon der Anfang, als sie beschreibt wie eine der Frauen von ihrem Mann behandelt wurde und das dann so herüberkommt wie: na ist halt so… Nein, ist es eben nicht! Selbst in einer Gesellschaft, wo das wahrscheinlich zum „guten Ton“ gehört als Mann brutal zu sein und auch noch fröhlich HIV zu verteilen. NEIN! Also ihr seht, man braucht hier wirklich starke Nerven.
Fazit:
Obwohl ein sehr wichtiges Thema konnte mich dieses buch nicht erreichen. Teert und federt mich dafür, aber ich kann einfach keine Leseempfehlung aussprechen.
Gesamt: 3/5
Daten:
Ausgabe: eBook
Erscheinungsdatum: 21.06.2012
ISBN: B008DM41K2
Sprache: Deutsch
Umfang: 240 Seiten
Verlag: Brainstorm Berlin