Samstag, 3. Februar 2018

Rockstar-Romance 2: Nicht nur für eine Nacht von Ava West

*Achtung Spoiler, um meine Meinung zu belegen *

Zum Inhalt:
Nach dem Liebesgeständnis von Jonathan, führt er Anna in seine Welt ein. Schreiende Fans, Glamour, Blitzlicht, Interviews und teure Abendkleider sind alles Sachen, die beim Zusammenleben mit einem Star dazugehören, doch Anna merkt schnell, dass sie für diese Welt nicht geschaffen ist. Jedoch lernt Anna auch die andere, eher ruhige Seite von ihrem geliebten Rockstar kennen, denn wenn er nicht mit seiner Band auf Tour ist, lebt er in einem Haus am Strand auf einer kleinen Insel und genießt dort das Leben. Dieses Leben gefällt Anna sehr und sie könnte sich durchaus daran gewöhnen, doch sie möchte auch nicht ihr altes Leben und ihre Kanzlei aufgeben. Die Beiden verbringen dort eine wunderschöne Zeit, doch dann geht es zurück nach Sydney. Anna wird zunehmend von Paparazzis genervt und neidische Fans schreiben ihr Drohbriefe. Wird sich Anna den Drohbriefen fügen und Jonathan verlassen?


Mit der Inhaltsangabe wäre auch alles wesentliche gesagt. Hey... wir müssen nicht mal mehr das Buch kaufen, denn wir wissen schon alles was passiert - na, das ist doch super! Aber ich hab es trotzdem komplett gelesen und ich kann euch sagen: "Schantall, warum liegt dort Stroh?" ist fast schon untertrieben.

Anna und ihr Drummer reisen von Melbourne ab und machen sich eine schöne Woche auf einer kleinen Insel und in ihrer Wohnung, um den anderen besser kennen zu lernen. Dabei kommen sich beiden natürlich noch näher und merken, wie sehr sie den anderen brauchen. Doch nach den ruhigen Tagen auf der Heimatinsel von Jonathan hat das Leben in Sydney sie wieder eiskalt im Griff, denn Anna bekommt Drohbriefe, dass sie von Jonathan ablassen soll und der ganze Rummel, der plötzlich um sie entsteht, zehrt an ihren Nerven.

Die Geschichte schließt da an, wo sie aufgehört hat. Wer dachte, dass es nicht mehr schlimmer geht, der darf sich jetzt auf eine geballte Ladung Müll gefasst machen, denn das ist das, was diese Geschichte liefert. Müll der Extraklasse. Neben Rechtschreibfehlern und weiterhin ständig auftretenden Zeitenfehlern verheddert die Autorin sich selbst in ihrer Geschichte und legt einen Logikfehler oder ein Klischee nach dem anderen auf den Tisch, aber der Reihe nach.

Sie reisen also aus Melbourne ab und fliegen auf eine kleine Insel, paradiesisch warm. Er will ihr zeigen wo er aufgewachsen ist und vielleicht ein bisschen auf den Kopf getätschelt werden. Dabei stehen sie vor einer Bruchbude deluxe und der arme Kerl erzählt wie schlecht er es doch als Kind hatte und wie arm er war, bis sein Vater starb, seine Mutter neu geheiratet und der neue Daddy alles möglich gemacht hat. Das sollte vielleicht Mitleid auf den Zeiger rufen, ist aber nach hinten los gegangen, es ist einfach nur schlecht geschrieben, es kommt keine Stimmung auf. Dann gehen sie zu seinem Strandhaus, am Strand - ganz nah beim Strand - ganz wichtig. Sie verbringen dort ein paar schöne Stunden und dann ... wie in einem schlechten Porno wird "unsere" anbetungswürdige Anna erstmal von allen Seiten durchgenagelt. Und zwar mit allen Klischees und detailreich, dass man am besten einen Eimer braucht. Oralverkehr, Analverkehr, rechts rum, links rum. Alles dabei. Getreu dem Motto: Warum liegt da eigentlich Stroh, geht es dann bei ihr in Sydney fröhlich weiter. In der Küche, rein, raus, zack, fertig. Und jetzt bitte kuscheln. Gefühle? Nicht die Bohne. Details? Zu viel.
Dass die Autorin über ihre ganzen pornografischen Details ganz die Logik vergisst ist eigentlich nicht verwunderlich. Da hätte mir auch die Birne geschwirrt.
Logikfehler 1: Er reist eine Woche vor der Tour einfach ab, um ein bisschen schönes Leben zu machen? Na klar, warum nicht. Jeder der ein bisschen Schneid und Professionalität im Hintern hat, der würde sowas nie, niiiiieeee tun. Aber da sehen wir mal, was für ein Waschlappen der gute Jonathan eigentlich ist. Vor der Arbeit davon rennen, na das schmeckt mir ja.
Logikfehler 2: Im ersten Band erzählt sie, dass sie ihn das erste Mal allein für sich hat, als sie 20 ist und dann nie wieder sieht und vorher noch nie so nah an ihm dran war. In diesem Band lauern sie und ihre Freundin der Band auf, als sie 18 sind und bekommen sogar VIP-Pässe. Komisch, also sind sie sich ja schon mal begegnet, na sowas aber auch. Na Alzheimer kann man in dem Alter ja schon haben, ne? Und dann auch noch die Frage dabei von ihm, warum sie ihren Körper für sowas hergibt und der doch viel zu schade wäre. Dem hätte ich aber direkt eine reingedrückt, aber sie glotzt ihn nur an wie so ein dämliches Schaf und schwärmt dann trotzdem noch von ihm. Wie dumm ist sie eigentlich?
Logikfehler drei: Die ganze Szenerie, als sie zurück in Sydney sind. Es ist so schlecht dass man fast schon heulen möchte. Kaum zurück muss sie erst mal mit ihrer Freundin alle Details auswerten. Das interessiert die nämlich brennend. Rechts rum, links rum, hoch, runter. Das ist natürlich auch wichtiger, als Zeit mit ihm zu verbringen. Soso. Und dann, der absolute Knaller. Lächerlich. Die Presse schreibt was über sie? Na kein Ding, verklagen wir sie. Sie bekommt Drohbriefe? Sie wird zickig deswegen. Ihr wird aufgelauert, sie wird nieder geschlagen und oh Drama, sie will Abstand. Ernsthaft? Es gibt ja fanatische Fans, aber nur weil sie mit dem Drummer von ner Band in die Kiste springt, wird sie wohl kaum jemand zusammen schlagen? Wie stumpf ist das denn?
Und um der ganzen Sache wieder mal die Krone aufzusetzen ist die Person Anna einfach nur zum kotzen. Zwar hat sie eine Kanzlei, scheint aber sonst null in der Birne zu haben und auch nichts zu können. Immer ist es Jonathan der kocht, während sie pennt oder badet oder sich mal wieder selbstverliebt beglotzen muss. Selbst ihre Episode, als sie sich erinnert wo sie überlegt ob sie studieren soll... Stipendium in der Tasche und acht Zusagen von hochrangigen Universitäten - ja, na klar! So ein Schwachsinn... Und dann dieses dauerhafte: "Huch mir kribbelts schon wieder in den Lenden und meine Möpse spannen vor Geilheit". Möge man mir den Eimer bringen. Das Ding wäre wohl besser ein Drehbuch für einen Porno geworden.

Für dieses Buch gibt es absolut keine Leseempfehlung von mir. Das sowas überhaupt verkauft werden darf ist ja schon allein die Höhe. Dass man dafür Geld verlangt schlägt dem Fass den Boden aus. Das Buch hat weder Spannung, noch Witz. Es hat keine Emotionen, es hat keinen Tiefgang. Die Autorin rennt durch die vierzig Seiten, springt durch die Szenen und klatscht alles lieblos daher wie ein Stück rohes Fleisch. Katastrophal.

Idee: 0/5
Charaktere: 0/5
Emotionen: 0/5

Ekelfaktor: 100 %


  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 2892 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 40 Seiten
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00VQAPCMY