Donnerstag, 8. Februar 2018

Die Märchenjägerin von Jaqueline Mercedes

Zum Inhalt (Amazon):
Es waren einmal zwei Schwestern, die von einer bösen Hexe gefangen gehalten wurden. Die eine Schwester war zu gütig und zu sanft für diese Welt. Die andere Schwester dagegen stark und entschlossen. Doch wer von beiden wird diese Geschichte überleben? 
Eve hat die Gefangenschaft bei der Hexe Maria überlebt und kämpft nun als Jägerin für andere Märchenfiguren in Not. Stets an ihrer Seite, ihr Freund Dan, Werwolf, und ihr Fels in der Brandung. Als Schneewittchen um Eves Hilfe bittet, wird ihr Leben gehörig auf den Kopf gestellt. Plötzlich scheint nichts mehr so zu sein, wie es scheint, ihre für tot geglaubte Schwester Viola lebt und wird von der Hexe Liza gefangen gehalten - als Tauschpfand erwartet diese den mysteriösen Mann namens Ace. Eve macht sich auf die Jagd nach ihm und findet bald heraus, dass sie mehr als nur der Wunsch, ihre Schwester zu retten, antreibt. Ein Blick in seine grünen Augen und sie vergisst die Welt um sich herum. 

Und wenn sie nicht gestorben ist, jagt sie noch heute… 

Cover:
Dieses Cover ist mir im Thalia Store sofort regelrecht ins Gesicht gesprungen mit seinen blau-lilanen Tönen und der Sanduhr. Es wirkte irgendwie geheimnisvoll und hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Kurz, ich musste es einfach kaufen, denn der Inhalt machte mich auch neugierig.

Eigener Eindruck:
Der Märchenwald wird durch Eve beschützt. Als einzige Jägerin hat sie es sich zur Aufgabe gemacht den guten Märchenfiguren zu helfen und den bösen Hexen den Gar auszumachen. Sie selbst war einst Gefangene einer Hexe und musste mit ansehen, wie ihre geliebte Zwillingsschwester Viola von dieser getötet wurde. Fortan machte es sich Eve zur Aufgabe gegen die Hexen zu kämpfen. Begleitet wird die Jägerin durch ihren Freund Dan, welcher sich bei Vollmond in einen Werwolf verwandelt. 
Als Eve sich an Maria, die Hexe die ihre Schwester einst tötete, rächen will, findet sie diese bereits im Sterben vor. Ein anderer Jäger ist ihr zuvor gekommen und Eve sinnt auf Rache, denn sie hat anhand einer Uhr einen Anhaltspunkt. Ace, der Jäger ist ihr neues Ziel. Ein neuer Auftrag führt sie zu der Hexe Liza, welche ihr ein ungeheuerliches Angebot unterbreitet. Eve soll ihr den geheimnisvollen Jäger Ace ausliefern, dafür bekommt Eve ihre Zwillingsschwester Viola zurück, welche sich in Lizas Gewalt befindet. Eve muss erkennen, dass sie damals einer Illusion aufgesessen war und macht sich auf den Weg, um ihre Schwester befreien zu können. Während ihrer Suche nach Ace treffen Eve und Dan auf viele verschiedene Charaktere aus dem Märchenwald – und sie alle brauchen ebenfalls Hilfe.

Nachdem mich dieses Cover und der Inhalt gelockt hatten, war ich voller Vorfreude, als ich mit dem Lesen begann. Der Einstieg in die Geschichte ging schnell und da ich bereits ein Buch der Autorin gelesen hatte, welches mit Zeitformenfehlern nur so strotzte, war ich seelisch schon ein bisschen auf eine Wiederholung vorbereitet. Dass es aber wieder so krass sein würde – wohl gemerkt beim zweiten Buch – das hat mich dann doch ein bisschen getroffen. Rechtschreibfehler waren keine zu finden, aber diese Zeitenfehler, die haben den Lesespaß immer wieder gebremst.
Auch versprach der Inhalt für mich eine Lovestory. Doch je weiter ich las und je weiter die Seiten dahin flogen, desto mehr fragte ich mich, wann denn nun dieser geheimnisvolle Ace endlich kommen würde, der ihr doch so den Kopf verdrehen sollte. Dann endlich, im letzten Drittel kam er und was soll ich sagen.. Emotionen? Keine Spur! Die Liebe die hier entstehen sollte: unglaubhaft. Das war einfach nur enttäuschend.
Dazu kam dann noch, dass die Logik in den Szenen immer wieder zu wünschen übrig ließ. Sie schienen mir fast schon sehr unliebsam geschrieben. Da besucht sie Freunde und obwohl sie sich ja so gut verstehen, bringt sie es wirklich fertig sie zu bestehlen? Wie gemein! Wie unsympathisch.
Immer wieder betitelt sie Schneewittchen als Schneedummchen und behandelt sie von oben herab – im Allgemeinen scheint Eve immer wieder eine sehr unleidliche Person zu sein. Sie will niemanden ohne Geld helfen, sie ist scheinbar nur auf sich bedacht und auch die Freundschaft zu Dan ist irgendwie nicht glaubwürdig. Das Wiedersehen mit ihrer Schwester Viola schlägt dem Ganzen dann noch mehr den Boden aus, denn Eve zeigt für mich keinerlei nachvollziehbare Gefühlsregungen. Da hätte man so gut mit den Emotionen und Details spielen können – was macht die Autorin: Hexe sagt Schwester lebt, Schwester taucht in der Tür auf, Eve geht los und verschwendet eine ganze Weile keinen Gedanken mehr an ihre Schwester. Stumpf ist Trumpf.
Was mich an diesem Buch und „Lippen so rot wie Blut“ richtig genervt hat war der Tod von gewissen Charakteren. Emotional gesehen hätte man da auch richtig was herausholen können, wenn man die Figuren schon sinnlos abtreten lassen muss, aber nein, auch hier kam keinerlei Regung und ein Happy End scheint die Autorin ihren Figuren scheinbar auch nie wirklich zu gönnen, denn das Ende hier war ja wohl unter aller Kanone.

Zwei Sterne gibt es dennoch von mir, weil ich die Idee einfach klasse finde und noch immer begeistert von dem Cover bin. Liebe Autorin. Um Himmels Willen, nimm dir bitte jemanden, der bei dir Lektorat liest und deine Fehler mit dir bespricht. Bitte überarbeite einschneidende Szenen und baue Emotionen ein, dann kann aus deinem Buch eine richtige Sahneschnitte werden, denn Potential dazu wäre auf jeden Fall vorhanden! So wie das Buch jetzt ist, ist es leider kurz vor einer Katastrophe und gehört für mich nicht in einen Buchstore, denn qualitativ ist das mehr so eine Art FanFiction, mehr nicht. 



Idee: 4/5
Charaktere: 2/5
Details: 3/5
Emotionen: 1/5
Logik: 2/5
Spannung: 2/5


Gesamt: 2/5


  • Taschenbuch: 248 Seiten
  • Verlag: epubli; Auflage: 1 (24. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3745034058
  • ISBN-13: 978-3745034059
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 18 Jahre