Dienstag, 19. Januar 2021

Likes sind dein Leben von Ulrieke Ruwisch


Zum Inhalt:

Einmal beliebt sein! Hannah hat kaum Freunde und die Tage in der Schule sind oft quälend. Doch zum Glück hat sie neben ihrem real life ja noch eine zweite Identität in einem Internetportal. Hier ist sie wer, hier kann sie täglich Likes sammeln und sogar richtig flirten! Doch als sie leichtsinnig ein zu gewagtes Foto auf ihr Profil hochlädt, geschieht die Katastrophe: Ihr second life fliegt auf und Hannah wird erpresst. Ein scheinbar auswegloser Albtraum beginnt.


Cover:

Das Cover fand ich eigentlich recht gut gestaltet. Zu sehen ist hier das Gesicht eines Mädchens und die Überschrift des Buches, welches noch einmal durch den typischen Likebutton einer einschlägigen Internetplattform untermauert wird. Man ahnt also schnell, dass es sich hier um eine Geschichte rund um Social-Media handelt. Wirklich gut gemacht.


Eigener Eindruck:

Hannah mag es sich in die digitale Welt zurück zu ziehen und dort Likes in ihrem Account zu sammeln in dem sie völlig anonym ist. Als sie ein Bild hoch lädt, bei dem sie sich recht offenherzig zeigt, beginnt für sie aber ein Albtraum, denn plötzlich wird sie in der Schule erpresst, gemobbt und weiß gar nicht mehr wo ihr der Kopf steht. Gut, dass sie sich mit einem Freund aus dem Internet immer wieder austauschen kann und der sie auch ein bisschen aus ihrem tiefen Loch wieder herausholt. Aber wie soll sie nur gegen die Erpressung vorgehen und wo zum Teufel soll sie das Geld hernehmen, damit man sie nicht gänzlich auffliegen lässt?


Das Thema welches hier behandelt wird ist immer und immer wieder top aktuell, seit es Social Media gibt. Eigentlich sollte das Buch als Pflichtlektüre in der Schule auftauchen, damit Kinder und Jugendliche besser aufgeklärt werden. Es gibt fast täglich Opfer von Mobbingattacken im Social Media oder Menschen die wegen eines Bildes erpresst werden. Das ist leider keine erfundene Geschichte, deswegen finde ich es richtig gut, dass dieses Buch für dieses Thema sensibilisiert und vielleicht auch dem einen oder anderen die Augen öffnet. Hannah in ihrem Fall ist einfach nur schön dumm und hat mehr Glück als Verstand. So ein Fall wie ihrer geht nicht immer glimpflich aus! Solche Bücher sollte es meiner Meinung nach noch viel mehr geben.


Charaktere: 4/5

Emotionen: 3/5

Spannung: 3/5

Idee: 5/5

Logik: 4/5


Gesamt: 4 von 5 Sterne


Daten:

ISBN: 9783551313492

Sprache: Deutsch

Ausgabe: Flexibler Einband

Umfang: 96 Seiten

Verlag: Carlsen

Erscheinungsdatum: 30.01.2015

Montag, 18. Januar 2021

Sehnsucht von Leona I. Read (Eshort)


Nach der Landung am Flughafen bricht der Protagonist auf, um im schlimmsten Schneegestöber die Heimfahrt anzutreten. Sein Ziel ist ihm eine Herzensangelegenheit und so nimmt er alle Mühen auf sich...


Also ich mag ja romantische Kurzgeschichten und an sich war die Grundidee auch nicht wirklich schlecht, aber das Gesamtpaket war irgendwie doch recht... naja, sagen wir einfach mal stumpf. Da hilft es auch nicht, dass man das ebook kostenlos bekommen kann. Effektiv bekommen wir hier eine wirklich umspannende Geschichte präsentiert. Der Protagonist landet, er soll nicht noch bis nach Hause fahren, aber will, der Liebe wegen. Er schmachtet die ganze Zeit vor sich daher - was wirklich langweilig und fast schon nervig wurde. Und schlussendlich steht er seinem Mann gegenüber und es muss schlussendlich noch unter der Dusche rumgerödelt werden... Ja... also nichts gegen Gay-Romance. Aber das war dann auch für mich zu viel des Guten. Die Schleimspur schon vorne weg und dann einfach nur noch dummes Rumgerammel. Schade um die Zeit. Sorry.


Gesamt: 1 von 5 Sterne


Daten:

ISBN: B07L1GKD4T

Sprache: Deutsch

Ausgabe: E-Buch Text

Umfang: 23 Seiten

Verlag: BookRix

Erscheinungsdatum: 05.05.2016

Das Erbe von Rene Grigo (Eshort)


Als die Verwandte des Protagonisten überraschend stirbt und er das Haus erbt, in dem sie gelebt hat, weiß er noch nicht, welches Monster in den vier Wänden auf ihn wartet...


Diesen eshort kann man bei seinem ebook-Dealer des Vertrauens kostenlos bekommen. Die Seiten fliegen schnell dahin, da die Schreibweise des Autors sehr angenehm ist. Dass es unbedingt so ein Wesen sein musste, nun das hat mich zutiefst geekelt und irgendwie voll den Lesespaß genommen, da bin ich ehrlich. Die Idee an sich ist aber gut, auch wenn mich das Buch dann doch nicht so überzeugen konnte. Außerdem hätte für mein Geschmack doch ein bisschen mehr Story gesponnen werden können. Mit ein paar mehr Emotionen und Details hätte man meiner Meinung nach noch mehr Stimmung in Hinsicht auf Düsternis und Thrill erreichen können.


Gesamt: 3 von 5 Sterne


ISBN: B00H2JY2TC

Sprache: Deutsch

Ausgabe: E-Buch Text

Umfang: 19 Seiten

Verlag: BookRix

Erscheinungsdatum: 03.12.2014

Gefangen: Im eigenen Körper von Jeanne Winter (eshort)


Als der Protagonist im Krankenhaus aufwacht, versucht er mit den Schwestern, Ärzten und anderen Anwesenden zu kommunizieren, jedoch antwortet ihm niemand und so muss der Protagonist erkennen, dass er im eigenen Körper gefangen ist...


Diesen eshort bekommt man kostenlos beim ebook-Dealer des Vertrauens und kann so in die Welt des Protagonisten abtauchen. Während die ersten Seiten sich noch recht angenehm lesen lassen, muss man aber bald feststellen, dass das Sprachbild immer aggressiver wird, bisweilen war mir das dann doch ein bisschen zu derb. An sich finde ich die Idee zu diesem eshort nicht schlecht, hätte mir aber neben dem derben Sprachbild noch mehr Details hinsichtlich der Emotionen gewünscht. Der Charakter ist ja mehr oder minder in einem Feststellungsprozess und da hätte ich mir hinten raus noch ein bisschen mehr Spiel mit Angst, Verzweiflung, Trauer und vielleicht auch Resignation gewünscht. Trotzdem ist es lesenswert, wie ich finde. Auf lange Sicht wäre so eine Idee vielleicht auch einen Psychothriller wert.


Gesamt: 3 von 5 Sterne


Daten:

ISBN: B07L1TQ3XT

Sprache: Deutsch

Ausgabe: E-Buch Text

Umfang: 11 Seiten

Verlag: BookRix

Erscheinungsdatum: 30.03.2019

Donnerstag, 14. Januar 2021

Voll abgefahren - Die krassesten Hobbys der Welt von Norbert Golluch und Elisa Buberl


Zum Inhalt:

Ein Buch gegen die Langeweile und das Abhängen vor dem Computer! Hier werden jede Menge coole und abgefahrene Hobbys vorgestellt und es wird dazu angeregt, mal selber etwas Neues auszuprobieren. Die Bandbreite reicht von Parkour und Slackline bis zu Beatboxing und Papierflieger falten.

Mit vielen Bildern und Tipps zur praktischen Umsetzung.


Cover:

Das Cover fand ich jetzt nicht so toll, wenn ich ehrlich bin. Zwar sieht man schon, dass es vielleicht etwas mit Freizeitaktivitäten zu tun haben könnte, hätte mich im Regal jetzt aber nicht so gehyped. Zu sehen ist hier neben der Überschrift welche neongrün unterlegt ist lediglich ein Post-It mit einem durchgestrichenen Fernseher, ein Warnschild und drei Bilder die doch recht suspekt wirken, wenn man nicht weiß worum es hier geht. Wir haben hier scheinbar einen Pacours-Läufer, einen Ritter und ein behäkeltes Fahrrad…


Eigener Eindruck:

Hobbys, es gibt sie in allen Formen und Varianten, von langweilig bis Adrenalinkick, von billig bis teuer. Dabei gibt es so manch seltsame Vorliebe, die denjenigen, der davon hört, ungläubig den Kopf schütteln lässt. In seinem Buch „Voll abgefahren – Die krassesten Hobbys der Welt“ berichtet Norbert Golluch mit Elisa Buberl von den verrücktesten Hobbys der Welt, ob die nun wirklich so verrückt sind, man mag darüber streiten. Es geht um Slacklining, Schwertkampf, Larp, Cosplay, Bonsai, Tierstimmen immitieren, Vögel beobachten, Pen-and-Paper über verrückte Sammelleidenschaften oder Häkelwahnsinn. Es ist kurios, es ist aufregend, aber irgendwie auch stinknormal. Da ist quasi für jeden etwas dabei. Als Orientierungshilfe für ein Hobby kann man das Buch durchaus gebrauchen, vor allem, weil hier Hobbys vorgestellt werden, die man vielleicht noch nicht kennt, aber ob das alles wirklich so krass ist, wie das Cover es beschreit, wer weiß… Fakt ist, dass jedes Hobby von den Autoren genau unter die Lupe genommen wird. Ihr erfahrt, was da gemacht wird, ihr erfahrt, was die Hobbys kosten und wie sehr sie entspannen oder etwa nicht.


Fazit:

Kann man mal gelesen haben, muss man aber nicht.

Gesamt: 3 von 5 Sterne


Daten:

ISBN: 9783845801209

Sprache: Deutsch

Ausgabe: Flexibler Einband

Umfang: 100 Seiten

Verlag: Ars Edition

Erscheinungsdatum: 06.10.2014

Atlantis 02 - Die Heimkehr des Prinzen von Alyssa Day


Zum Inhalt:

Er ist stark. Er ist mächtig. Und er nimmt einen gefährlichen Kampf auf.

Ven, der Prinz von Atlantis und Anführer von Poseidons Kriegern, gilt als unbesiegbar. Doch um gegen den mächtigen Vampirlord Caligula ankämpfen zu können, bittet er die Hexe Erin um Hilfe. Denn Ven weckt Kräfte in Erin, von denen sie selbst vorher nichts wusste. Und die den Kampf gegen die Vampire entscheiden könnten.


Cover:

Das Cover fand ich sehr ansprechend gestaltet. Zu sehen ist hier wieder das Gesicht eines Mannes sowie die Skyline einer Stadt im unteren Bereich des Covers und ein Schwertknauf zur linken Seite. Dieses Cover ist im Gegensatz zum Vorgänger jedoch in einem lila Farbton gehalten, hatte für mich persönlich aber einen sofortigen Wiedererkennungswert.


Eigener Eindruck:

Nachdem die böse Vampirkönigin Anubisa besiegt worden ist, kehrt ein wenig Ruhe in die Welt von Atlantis ein. Doch der Prinzrächer und Bruder des Atlantischen Königs Conlan Ven ist zu einer neuen Mission aufgebrochen, bei der er die Hexe Erin für sich und seine Sache gewinnen will. Mit ihrer Macht hoffen die Atlanter gegen den Vampirlord Caligula ankommen zu können und auch Erin ist nicht abgeneigt dem Blutsauger den Gar auszumachen, hat er schließlich ihre Familie auf dem Gewissen. Als sich die beiden in einer Bar treffen geschieht aber das Unvorhersehbare, denn die beiden scheint eine fast unüberwindbare Anziehungskraft in ihren Bann zu schlagen. Während der Lordrächer immer wieder dagegen ankämpft, weil er zu viele, grausame Dinge getan hat, spielt Erins Magie schier verrückt, sobald sie sich näher mit Ven beschäftigt. Als es dann auch noch zu einem Angriff durch die Horde von Caligula kommt, steht für Ven fest, dass er die kleine Hexe mit seinem Leben beschützen wird und nimmt sie mit nach Atlantis, wo eine neue, ungeahnte Aufgabe auf die beiden wartet, denn Conlans Frau Riley liegt mit ihrem ungeborenen Kind im Sterben und nur Erin kann den heiligen Stein finden, der ihr das Leben retten kann….

Ja, also das ist der Stoff aus denen potentielle, gute Bücher gemacht sind. Da man sich durch den ersten Band schon recht gut in der Welt von Ven und Atlantis auskennt, kommt man recht schnell in die Geschichte rein und somit fliegen die Seiten nur so dahin. Neben vielen Charakteren, die man bereits im ersten Band schon lieben gelernt hat, kommen neue, interessante Charaktere hinzu, die das Buch zu einem echten Freudenschmaus machen. Es gibt immer wieder spannende Szenen, die einem den Atem anhalten lassen und es gibt so viele unbekannte Dinge zu entdecken, die so magisch sind, dass man kaum genug davon bekommen kann. Einzig was der Geschichte für mich dann doch ein bisschen fad hat werden lassen waren die teilweise gestelzten Dialoge und das ewige Hin und Her zwischen Ven und Erin und schlussendlich deren Rumgeschmachte. Das war dann doch ein bisschen zu viel des Guten. Entschädigt wird man hier aber wieder durch die tollen Randcharaktere Alaric und Grace, die Schwester von Riley, welche noch immer eine enge Beziehung zu haben scheinen, aber sich irgendwie nicht so ganz finden wollen. Schlimmer noch ist die finale Szene bei der Grace eine vollkommen neue Rolle bekommt und ich bin mir sicher, dass das Alaric so ganz und gar nicht gefallen könnte. Auch das neuerliche Auftauchen eines alten Feindes und das Opfer einer der Krieger, welcher im dritten Buch seinen großen Auftritt hat, weckt wieder die Neugier und man will wissen, was das dritte Buch zu bieten hat. Im Großen und Ganzen ist das zweite Buch also auch wieder ein Geniestreich. Klasse.


Fazit:

Wieder eine recht solide Geschichte aus der Welt von Alyssa Days Atlantis. Es macht Spaß altbekannte Charaktere wieder zu treffen und neue Charaktere kennen zu lernen. Tolle Idee, sehr gut umgesetzt und vor allem mit Suchtpotential auf mehr.


Charaktere: 4/5

Emotionen: 4/5

Spannung: 3/5

Idee: 4/5

Logik: 4/5


Gesamt: 4 von 5 Sterne


Daten:

ISBN: 9783868001747

Sprache: Deutsch

Ausgabe: Flexibler Einband

Umfang: 351 Seiten

Verlag: Weltbild

Erscheinungsdatum: 01.01.2009

Mittwoch, 13. Januar 2021

Wir sehen und im Westen von Dorit Linke

 


Zum Inhalt:

Ostberlin im Frühjahr 1988: Nina und Lutz sind verliebt und verbringen so viel Zeit wie möglich miteinander. Sie wissen, dass es plötzlich zu Ende sein kann, denn Ninas Eltern haben einen Ausreiseantrag aus der DDR gestellt. Und tatsächlich muss Nina Ostberlin verlassen, ohne dass sie sich von Lutz verabschieden kann. Aber die beiden schreiben sich Briefe und glauben fest daran, dass sie sich im Westen wiedersehen. Und dann hört Lutz in der Nacht vom 9. November 1989, dass die Grenze offen ist und macht sich auf den Weg zu Nina.


Cover:

Das Cover fand ich sehr ansprechend gestaltet. Zu sehen ist hier ein junges Pärchen in recht freundlichen Farben von hinten, wie sie eng beieinander sitzen. Oberhalb befindet sich die Deutschlandkarte mit der Einteilung in Ost- und Westdeutschland, in welches auch die Überschrift eingearbeitet ist. Mir gefällt es sehr gut, denn es gibt schon einen guten Überblick über den Inhalt der Geschichte, nämlich die „Mauer“ und eine Liebesbeziehung über die Grenzen hinweg.


Eigener Eindruck:

Lutz und Nina. Eine Liebesgeschichte, die ein jähes Ende nahm, als Ninas Eltern beschlossen mit ihr und der Schwester von Ostdeutschland in den „Goldenen Westen“ zu fliehen. Etwas, was beide Jugendliche unverhofft getroffen hat und obwohl Nina nun im Westberlin lebt, sehnt sie sich noch immer nach Lutz und Lutz nach ihr. Sogar Briefe schreiben sie sich, die der nette Nachbar für Lutz empfängt, damit seine Eltern keinen Verdacht schöpfen, denn die haben eben ihre Meinung über Republikflüchtlinge. Als es schließlich zum Fall der Mauer kommt, können Nina und Lutz ihr Glück kaum fassen. Lutz macht sich auf den Weg zu Nina – und Nina auf den Weg zu Lutz… Die Chance nutzen, denn wer weiß, ob die Grenzen wirklich offen bleiben…


Dieses kleine, aber feine Büchlein hat mir sehr gut gefallen und auch wenn ich denke, dass diese Geschichte doch ein bisschen weit her geholt ist – zumindest objektiv vom Happy End her betrachtet, muss ich sagen, dass ich meinen Spaß daran hatte, wie Nina und Lutz an ihrer Liebe zueinander fest halten und versuchen Berge zu versetzen, um sich endlich wieder zu sehen. Tragisch, dass beide die gleiche Idee haben und den jeweils anderen aufsuchen wollen, man fiebert richtig mit und hofft auf ein Happy End. Außerdem bekommt man als Leser die Welt durch beide Protogonisten vermittelt. Da ist der goldene und doch nicht so fremde Westen und der alte und bekannte Osten. Man selbst hat sich auch verändert und nicht überall wird man mit offenen Armen empfangen. Die einen sind zwar euphorisch, aber es gibt auch jene die skeptisch sind. Innerhalb kürzester Seiten bekommt man so einen Abriss davon, wie die Menschen früher dachten und was sie bewegte. Das ist wirklich gut gemacht. Und obwohl man die Welt mit Nina und Lutz erlebt, hatte ich auch so ein bisschen das Gefühl, dass es gar nicht wirklich um die beiden ging, sondern dass man eher einen Bericht zum Mauerfall liest, nur eben verbunden mit speziellen Hoffnungen und Ängsten. Irgendwie doch richtig gut gemacht, wenn ich das im Nachhinein noch einmal Revue passieren lasse.


Fazit:

Kann man mal gelesen haben. Es ist ein recht kurzweiliges Stück, bei dem man doch ein bisschen die Hoffnungen und Ängste der deutschen Bevölkerung rund um den Fall der Mauer nachvollziehen kann. Vielleicht ist es ganz gut, um ältere Generationen verstehen zu können.


Charaktere: 4/5

Emotionen: 4/5

Spannung: 3/5

Idee: 4/5

Logik: 4/5


Gesamt: 4 von 5 Sterne


Daten:

ISBN: 9783551318411

Sprache: Deutsch

Ausgabe: Flexibler Einband

Umfang: 112 Seiten

Verlag: Carlsen

Erscheinungsdatum: 01.08.2019

Atlantis 01 - Die Rückkehr der Krieger von Alyssa Day


 Zum Inhalt:

Vor 11.000 Jahren versank das legendäre Reich Atlantis im Meer. Doch seither schützen Poseidons Krieger, die Helden von Atlantis, die Menschen vor Vampiren, so wie Kronprinz Conlan. Als er am Strand auf die junge Riley trifft, spüren beide sofort eine magische Anziehungskraft, ja Seelenverwandtschaft. Und tatsächlich hat Riley eine besondere Gabe, die sie mit Conlan verbindet. Doch Conlan darf keine Menschenfrau lieben.


Cover:

Das Cover fand ich sehr ansprechend gestaltet vom Weltbild Verlag. Es ist schlicht und einfach und weist keinerlei Kitsch auf, was ich bei so manchem Liebesroman wirklich abartig finde. Zu sehen ist hier auf blauem, recht dunklem Grund das Gesicht eines Mannes, wobei die Augen von ihm unnatürlich blau und hell hervorstechen sowie die Skyline einer Stadt und der Griff eines Schwertes. Das passt wie ich finde sehr gut zusammen und konnte mich so überzeugen.


Eigener Eindruck:

Nach sieben Jahren in Gefangenschaft bei der Blutrünstigen Vampirgöttin und Königin der Vampire Anubisa kehrt der Prinz der Atlanter Conlan in seine Heimat Atlantis zurück. In dem Glauben, dass der Prinz gestorben ist, haben sich andere Atlanter den Dreizack Poseidons angeeignet und nun ist es an Conlan und seinen treuen Kriegern diesen wieder zurück zu holen. Begleitet von seinem Bruder Ven und dem Hohepriester Alaric sowie weiteren Kriegern, beginnt eine Suche in der Welt der Menschen, bei der der Prinz immer wieder argwöhnisch von den anderen betrachtet wird, denn niemand von ihnen kann einschätzen, ob Anubisa ihren zukünftigen König verdorben hat oder nicht….


Riley ist Sozialarbeiterin und liebt ihren Job – eigentlich. Als sie Zeuge werden muss, wie eine Frau in Notwehr ihren Freund erschießt, ist es für die telepathisch veranlagte Frau genug. Obwohl längst Ausgangssperre herrscht und die Vampire durch die Straßen streifen, zieht es Riley an den Strand, wo sie auch prompt jenen Blutsaugern gegenüber steht. Hilfe bekommt Riley von einem mysteriösen Mann der ungeahnte Kräfte zu haben scheint. Bereits bei ihrer ersten Begegnung sprühen die Funken und Riley verschlägt es genau wie dem Krieger Conlan die Sprache. Von ihren Emotionen übermannt tritt Riley die Flucht an und macht sich auf den Weg nach Hause, doch Conlan ist ihr dicht auf den Fersen, denn er hat in Riley etwas gefunden, was längst verloren geglaubt war. Sie ist das, was in den alten Atlantischen Sagen besungen wird und er muss der Sache auf den Grund gehen, denn eins ist sicher. Riley konnte definitiv seine Gedanken lesen und hat außerdem sein Herz berührt. Doch bereits vor Rileys Haustür warten wieder Vampire und Conlan bleibt mit seinen Kriegern nichts anderes übrig als Riley mit sich zu nehmen und herauszubekommen, welches Interesse die Blutsauger an ihr haben…


Hach ja, das war mal wieder so richtig gute Dark Romantasy mit einer ordentlichen Portion Fantasy. So liebe ich das. Spannender Hergang, einfaches Schriftbild, genau richtig, um die Seele baumeln zu lassen. Das Buch liest sich weg wie nichts und ich war ehrlich gesagt richtig traurig, als die Geschichte von Conlan und Riley zu Ende war, schön jedoch, es gibt schon einen interessanten Ausblick auf das nächste Buch und ich bin mir sicher, dass man hier viele Charaktere wieder treffen wird. Und davon gibt es wahrlich genug, denn in der Welt von Alyssa Day gibt es nicht nur Menschen, Atlanter und Vampire, es gibt Hexen, Werwesen und Götter. Dabei beschreibt die Autorin diese Welt so detailliert, dass keine Fragen offen bleiben. Alyssa Day verwendet in ihrem Buch so manches Klischee, bei dem man ab und an dann doch einmal müde lächeln muss, aber sie wartet auch mit vielen tollen Ideen auf. Der Klassiker hierbei ist wahrscheinlich der super durchtrainierte Krieger, der sich bis auf die Zähne bewaffnet und dabei wie eine Mauer wirkt, der mit dicken Autos durch die Gegend fährt etc. Aber auf der anderen Seite bekommen wir richtig tolle Nebencharaktere, die es wirklich in sich haben und so die Geschichte auch weiter interessant machen. So treffen wir unter anderen auf Rileys Schwester, welche ein dunkles Geheimnis hat, sich im Widerstand bewegt und dem eigentlich sonst so verstockten Alaric ganz schön ins Schwitzen bringt. Insgeheim hoffe ich ja, dass es auch zu diesen beiden noch ein Buch geben wird. Aber kommen wir zurück zu Conlan und Riley, die sich ja scheinbar sofort gesucht und gefunden haben. Die beiden erleben schon so etwas wie die Liebe auf den ersten Blick, wollen aber beide so vernünftig sein, dass sie immer wieder nur umeinander herum tanzen. Aber irgendwie macht genau das den Reiz der Geschichte aus. Und was mir an dem Buch auch ganz gut gefallen hat war, dass die Vampire mal nicht die romantische Verklärung erleben, sondern auch einmal die Bösen sind – und das wirklich so richtig böse. Klasse. So muss das sein!


Fazit:

Von mir gibt es für Freunde der Dark Romantasy eine absolute Leseempfehlung! Vielleicht wird das Hin und Her zwischen Riley und Conlan doch ein bisschen langwierig, aber dafür werdet ihr mit anderen tollen Ideen belohnt, die sich sehen lassen können. Top.


Charaktere: 4/5

Emotionen: 5/5

Spannung: 5/5

Idee: 5/5

Logik: 4/5


Gesamt: 5 von 5 Sterne


Daten:

ISBN: 9783868001150

Sprache: Deutsch

Ausgabe: Flexibler Einband

Umfang: 366 Seiten

Verlag: Weltbild

Erscheinungsdatum: 01.01.2009

Die letzten Kinder von Schewenborn von Gudrun Pausewang


 Zum Inhalt:

Wir fuhren auf der Kasseler Autobahn bis Alsfeld, dann bogen wir in den Vogelsberg ab. Es war ein Julitag, wie man ihn sich nur wünschen kann. Mein Vater fing an zu singen, und wir sangen mit. Meine Mutter übernahm die zweite Stimme. Als wir durch Lanthen fuhren, war noch alles wie immer.
Aber im Wald zwischen Lanthen und Wietig, gerade in der Kurve am Kaldener Feld, blitzte es plötzlich so grell auf, dass wir die Augen zupressen mussten. Meine Mutter stieß einen Schrei aus, und mein Vater trat so fest auf die Bremse, dass die Reifen quietschten. Der Wagen geriet ins Schleudern und blieb quer zur Fahrbahn stehen. Wir wurden in den Gurten hin- und hergerissen.
Sobald der Wagen stand, sahen wir am Himmel, hinter den Wipfeln, ein blendendes Licht, weiß und schrecklich, wie das Licht eines riesigen Schweißbrenners oder eines Blitzes, der nicht vergeht. Ich schaute nur einen Augenblick hinein. Trotzdem war ich danach eine ganze Weile wie blind.


Cover:

Das neue Cover dieses Büchleins gefällt mir sehr gut. Wir sehen hier eine Person, welche eine Kapuze über den Kopf gezogen hat von hinten und vor ihr sieht man bedrohlich einen Atompilz von einer Explosion aufsteigen. Das verdeutlicht schon, worum es hier geht und ist irgendwie auch scheinbar das Steckenpferd der Autorin, denn bereits bei „Die Wolke“ wurde eine Atomkatastrophe thematisiert. Ehrlicher Weise fand ich das damalige erste Cover mit seinem Gelben Grund und den vielen Gesichtern darauf irgendwie sehr verstörend, dieses Cover hier gefällt mir um Welten besser.


Eigener Eindruck:

Es ist 1984. Der Konflikt zwischen Ost und West scheint sich immer mehr zuzuspitzen und während die Mutter noch überlegt, ob es denn gut sei in den Urlaub zu den Großeltern zu fahren, meint der Vater, dass die Politik sich nicht innerhalb von 14 Tagen so krass verändern würde. Dass die Familie ihre Wohnung und ihre Haustiere, gar ihre Nachbarschaft nie wieder sehen wird, das vermutet zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Als die fünfköpfige Familie, bestehend aus Mutter und Vater sowie der großen Schwester Judith, dem Ich-Erzähler und der kleinen Kerstin auf den Weg macht, um die Großeltern in Schewenborn zu besuchen, müssen sie mit ansehen und mitten auf der Straße erleben, wie eine Atombombe explodiert. Aus Sorge um die Großeltern fahren sie weiter nach Schewenborn, der Detonation entgegen und müssen schon zu Beginn ihrer Reise mit vielen Verletzten und Toten sowie der Verwüstung klar kommen. Angekommen am Ziel, müssen sie feststellen, dass die Großeltern nicht da sind und die Mutter macht sich auf die Suche nach ihnen, während immer mehr Verletzte ihren Weg aus der Stadt aufs Dorf suchen. Für den noch kindlichen Ich-Erzähler beginnt eine schreckliche Zeit. Eine Zeit, in der die Menschen wie die Fliegen sterben, ein Leben nichts mehr wert ist und sich jeder selbst der Nächste ist. Es gilt die Strahlenkrankheit zu akzeptieren, immer wieder von geliebten Menschen Abschied zu nehmen und dem Grauen jeden Tag ins Auge zu blicken, sei es durch Hungersnot oder Medikamentenmangel….


Das Buch „Die letzten Kinder von Schewenborn“ von Gudrun Pausewang wurde mit einem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und ist wahrscheinlich die Schulpflichtlektüre schlechthin – wenn man nicht „Die Wolke“ aus der Feder der gleichen Autorin lesen musste. Es behandelt die Thematik eines möglichen Atomkriegs und dessen Folgen für die Menschen, besonders vor dem Hintergrund des damaligen Konflikts zwischen den Ost- und West-Mächten, welche aber heute noch auf jede andere Konfliktsituation gelegt werden kann. Dieses Szenario zu lesen ist durchaus interessant und warnt den Leser eindeutig durch nicht zu rar angesiedelte Schockmomente. Hätte ich dieses Buch damals in der Schule lesen müssen, wäre ich wohl regelrecht traumatisiert gewesen. Der Ich-Erzähler muss immer wieder mit Verlusten in der Familie klar kommen, er muss sogar mit ansehen, wie der Vater sein neu geborenes Geschwisterchen umbringt, da sie nicht wissen, wie sie es sonst durchbringen sollen. Er muss miterleben, wie tote Familienmitglieder ihrer Sachen fast beraubt werden und wie Menschen sich gegenseitig umbringen, um etwas zu Essen zu haben. Und das sind nur einige Beispiele, mit denen das Buch aufwartet. Einige werden das Buch sicher richtig schlecht finden, weil es so schonungslos ist, einige weil es Pflichtlektüre in der Schule war. Einige werden das Buch lieben, wegen seines mahnenden Charakters. Ich bin einerseits fasziniert, einerseits regelrecht abgestoßen. Ich glaube, für dieses Buch kann man kaum eine richtige Meinung haben und doch finde ich, dass man es einmal gelesen haben sollte.


Fazit:

Ein Buch, welches immer und immer wieder nachdenklich macht und den Politikern der Welt eigentlich als Pflichtlektüre vorgesetzt werden sollte, anstatt es jungen Schülern vorzulegen und so vielleicht das eine oder andere Trauma zu verpassen. Das Buch mag zeitlos sein und verfehlt seinen Zweck, nämlich, dass man sich noch lange damit beschäftigt, nicht. Jedoch finde ich, dass man dieses Buch nicht als Jugendliteratur herausgeben sollte. Es ist derb und brutal. Und doch sollte man es einmal im Leben gelesen haben.


Charaktere: 4/5

Emotionen: 5/5

Spannung: 3/5

Idee: 5/5

Logik: 4/5


Gesamt: 4 von 5 Sterne


Daten:

  • Herausgeber : Ravensburger Verlag GmbH (1. Februar 1997)
  • Sprache: : Deutsch
  • Taschenbuch : 189 Seiten
  • ISBN-10 : 3473580074
  • ISBN-13 : 978-3473580071
  • Lesealter : 12 Jahre und älter
  • Originaltitel : Die letzten Kinder von Schewenborn ...
  • Abmessungen : 12.7 x 1.91 x 17.78 cm