Montag, 15. Januar 2018

Todesmärchen (Maarten S. Sneijder Band 3) von Andreas Gruber

Zum Inhalt: 
Es war einmal in dunkler, abgrundtiefer Nacht ein böser, bitterböser Mann ... In Bern wird die kunstvoll drapierte Leiche einer Frau gefunden, in deren Haut der Mörder ein geheimnisvolles Zeichen geritzt hat. Sie bleibt nicht sein einziges Opfer. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder und BKA-Kommissarin Sabine Nemez lassen sich auf eine blutige Schnitzeljagd ein – doch der Killer scheint ihnen immer einen Schritt voraus. Währenddessen trifft die junge Psychologin Hannah im norddeutschen Steinfels ein, einem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher. Sie soll eine Therapiegruppe leiten, ist jedoch nur an einem einzelnen Häftling interessiert: Piet van Loon. Der wurde einst von Sneijder hinter Gittern gebracht. Und wird jetzt zur Schlüsselfigur in einem teuflischen Spiel ... 

Als ein pensionierte Kommissar zu einem Mordfall gerufen wird, ist ihm spätestens bei der Fundstelle der Leiche klar, dass er für den Fall einen ganz bestimmten Menschen als Hilfe benötigt. Die Leiche der Frau in den Mittfünfzigern ist nackt und an den Haaren an einer Brücke aufgehängt worden. Auf ihrem Bauch prangt eine Zahl. Grund zur Sorge. Denn die Handschrift des Mörders ist bekannt und jener wurde einst hinter Gitter gebracht, wo er jetzt eigentlich auch noch sein sollte. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder und seine Kollegin Sabine Nemez werden fortan mit dem Fall betraut und begeben sich auf eine blutige Schnitzeljagd quer durch Deutschland, die Schweiz, Österreich und die Niederlande. Doch immer wieder scheint der Mörder ihnen einen Schritt voraus zu sein, denn egal, wohin die Spur sie führt, die nächste Leiche wartet bereits auf sie. Als Sabine die Motive aus einer völlig neuen Sicht betrachtet, stellt sie fest, dass alle Morde immer wieder eine Gemeinsamkeit haben. Ihren Vorgesetzten Maarten S. Sneijder. Seines Zeichens ein genialer Denker, aber zynisch und von ständigen Kopfschmerzen geplagt. Und während Sabine die Fälle immer mehr hinterfragt stellt sie fest, dass ihr Vorgesetzter scheinbar etwas zu verbergen hat. 
Zur gleichen Zeit macht sich die junge Psychologin Hannah auf den Weg nach Steinfels, wo sie auf der Insel abnorme Rechtsbrecher betreuen soll. Hier gilt ihr Interesse besonders Peit van Loon, einem Psychopathen der mehrere Menschen ermordete und einst von Maarten S. Sneijder hinter Gitter gebracht wurde. Je mehr Hannah sich mit ihm beschäftigt, desto mehr Geheimnisse scheint die junge Frau auch auf Steinfels aufzudecken. Etwas, was nicht allen gefällt. Denn auch ihre Vorgängerin hatte einst Fragen gestellt und ist nun tot – angeblich ein Selbstmord. 

„Todesmärchen“ ist das erste Buch, welches ich von Andreas Gruber gelesen habe und ich muss sagen, dass es mich ab der ersten Seite in seinen Bann gezogen hat. Obwohl ich die Vorgeschichte zu Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez nicht kannte, habe ich mich schnell in die Geschichte eingefunden. Spannend strickt der Autor die Geschichte rund um Piet van Loon, Hannah, Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez. Als Leser wird man immer wieder in die Irre geführt, bevor sich alles in einem großen Knall aufdeckt. Immer wenn man denkt, dass es eigentlich gar nicht mehr dicker kommen kann, dann setzt der Autor noch einen drauf. Allein bei den Mordfällen schafft der Autor es immer wieder, dass einem die Haare zu Berge stehen. Diese Ideen sind schon recht makaber und ganz schön krank. Da kann man fast schon Albträume davon bekommen. Aber auch die psychologischen Gespräche von Hannah und den Insassen auf Steinfels ist der absolute Hammer. Diese sind beklemmend und man weiß nicht so recht, was man davon halten soll. Die Geschichte ist so spannend, dass man das Buch kaum noch aus den Händen legen mag, obwohl die eine oder andere Pause zum „verdauen“ wohl ganz gut wäre. Herzrasen ist hier garantiert. 

Sabine Nemez als Protagonistin hat mir sehr gut gefallen. Sie hat sich ihren Platz bei der Mordkommission redlich verdient und will eigentlich in den Urlaub fahren. Doch da kommt ihr Vorgesetzter und Lehrmeister Maarten S. Sneijder dazwischen, den sie nun als neuen Partner hat. Während er sie am Anfang nicht wirklich als vollwertigen Partner ansieht, schafft es Sabine mit ihrer Spurensuche ihren Partner von sich zu überzeugen. Dabei geht Sabine sehr beherzt zur Sache. Doch manchmal scheint auch sie eine kleine Macke zu haben, was sie aber ungeheuer sympathisch macht. Denn wenn sie mit ihren kleinen Nichten telefoniert, dass wird Sabine zur Supertante, die spannende Fälle zu lösen hat, mit Spezialeinheit und Spezialequipment – ganz zum Leidwesen ihrer Schwester und Maarten S. Sneijder, der nicht verstehen kann, wie Sabine ihren kleinen Nichten von ihren aktuellen Fällen so brühwarm berichten kann. 

Maarten S. Sneijder ist in meinen Augen ein absolutes Phänomen. Ein Griesgram der übelsten Sorte, weil er scheinbar dauerhaft von seinen Clusterkopfschmerzen geplagt wird. Er nimmt keine Rücksicht auf Kollegen oder Auszubildende. Der Mann ist wie ein Elefant im Porzellanladen und scheint alle und jeden gegen sich aufbringen zu wollen und doch ist er genial. Niemand darf den Ort des Mordes betreten, bevor er ihn nicht gesehen hat. Ihm entgeht nichts. Und er scheint auch nie zu schlafen, denn immer, wenn Sabine sich eine Pause gönnen will oder die anderen Kollegen, dann dreht Maarten erst richtig auf. Doch auch der brillianteste Kopf hat seine Geheimnisse und die scheinen ihn nun einzuholen. 

Empfehlen möchte ich diesen spannenden Krimi allen Krimifans und jenen, die es vielleicht noch werden wollen. Die Geschichte bereitet Herzklopfen, sie versetzt in Staunen, aber vor allem lässt sie tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken. Wer sich auf die Geschichten mit Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez einlässt, dem sind schlaflose Nächte garantiert. Wirklich super gemacht. Andreas Gruber hat in mir einen neuen Fan gefunden. 

Idee: 5/5 
Spannung: 5/5 
Details: 5/5 
Emotionen: 5/5 
Charaktere: 5/5 

Gesamt: 5/5


  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 2294.0 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 544 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (15. August 2016)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B017G4HV4K