Mittwoch, 10. Februar 2016

Lucindarella: Es war einmal... war gestern von Nadin Hardwiger



Um den siebzigsten Geburtstag ihrer Großeltern zu feiern, macht sich die junge Modedesignerin und Schneidern Lucinda auf den Weg zum großelterlichen Weingut. Bereits bei ihrer Ankunft möchte sie aber am liebsten wieder fliehen, doch bevor ihr das gelingt, wird sie vom neuen Gutsjuristen aufgehalten und gelangt so in die Fänge ihrer Mutter und ihrer Stiefschwestern, die ihr seither das Leben schwer gemacht haben. Von der Mutter gehasst, weil sie während der Schwangerschaft mit Lucinda von ihrem damaligen Mann verlassen wurde und von den Stiefschwestern gepiesackt, hat Lucinda das heimische Gut so weit wie möglich gemieden. Doch nun ist es unausweichlich. Sie muss für ein paar Tage hier bleiben, wenn sie ihre Großeltern sehen möchte. Schnell steht für die Mutter und die Stiefschwestern Ricarda und Asta fest, dass sich Lucinda um ihre Abendkleider zu kümmern hat. Ein Aufbegehren von Lucinda wird im Keim erstickt, indem ihr Asta und Ricarda den floh ins Ohr setzen, dass es dem Großvater nicht gut geht und er sich nicht aufregen darf. Lucinda gibt also klein bei und macht sich daran die Kleider ihrer Familie zu schneidern. Zwischen erneutem Spießroutenläufen seitens ihrer Mutter und ihrer Stiefschwestern und immer wieder verpassten Gelegenheiten ihre Großeltern zu sehen, lernt Lucinda den Gutsjuristen David besser kennen und verliebt sich in ihn. Am liebsten würde sie sofort mit ihm vom Gut verschwinden. Doch dann soll alles ganz anders kommen...

Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und muss sagen, dass es mir ganz gut gefallen hat. Die Ideen sind locker und leicht, greifen jedoch das klassische Märchen ganz gut auf. Wir haben wie im richtigen Märchen zwei Stiefschwestern, die dem armen Mädchen das Leben zur Hölle machen. Was sich jedoch hier anders gestaltet ist, dass die leibeigene Mutter genauso gegen die Protagonistin schießt und die junge Frau zwei Stiefgroßeltern hat, die sie abgöttisch lieben. Die Cindarella in diesem Märchen steht auch schon mit beiden Beinen im Leben, lässt sich jedoch immer wieder von ihrer Mutter und den Stiefschwestern unterbuttern, was sie in meinen Augen manchmal sehr unsympathisch dastehen lässt. Eine Frau, die in Berlin einen eigenen Laden hat, sich aber nicht gegen die Gemeinheiten ihrer Mutter und Stiefschwestern durchsetzen kann... das wirkt für mich einfach nicht glaubhaft. Auch die Beziehung zu dem Gutsjuristen David geht mir einen Ticken zu schnell. Sicherlich handelt es sich hier um einen kurzen Roman, aber dass die beiden gleich in der Kiste landen, war für mich dann doch ein bisschen zu weit her geholt, hier auch schon von einer großen Liebe zu sprechen macht es nicht besser. Trotzdem hat mir die Geschichte gut gefallen, da sie voller frischer Ideen ist und sich gut in Etappen lesen lässt. Für Zwischendurch ist sie auf jeden Fall bestens geeignet, deswegen möchte ich sie auch allen empfehlen, die etwas Kurzweiliges suchen. Wer viel Wert auf Details und eine ganz große Liebesgeschichte legt, der sollte hier die Finger davon lassen, der schnelle Handlungsablauf könnte doch zu einigen Enttäuschungen führen.

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 232 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 81 Seiten
  • Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS (8. Februar 2016)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B01AM3CV60

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