Sonntag, 8. März 2020

DuMont True Tales: 18 Tage im Sinai von Michael Obert

Zum Inhalt:
Auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel werden Tausende afrikanische Migranten gefoltert auf ihrem Weg in ein besseres Leben. Mit seiner Reise zu Folterknechten und Opfern legt Michael Obert unvorstellbares Leid offen, und er zeigt auf: Auch im Angesicht des größten Schreckens sind Hilfe und Hoffnung möglich.

Cover:
Dieses Cover zeigt einen Blick auf eine typische Landschaft Ägyptens. Der Titel und das Bild passen sehr gut zum Inhalt des Berichts, auch wenn man hier noch nicht ahnen kann, welch grausamen Inhalt dieses Buch hat!

Eigener Eindruck:
In diesem DuMont True Tales Band berichtet Michael Obert über die Zustände des Menschenhandels fernab der touristischen Hochburgen Ägyptens. Er versucht darzulegen, wie es den Opfern ergeht, wie sie durch die Hölle gehen und wie sie eventuell wieder frei kommen. Er spricht mit „Folterknechten“ und deckt sogar Dinge wie Organhandel und dergleichen auf. Aber er zeigt auch, warum Menschen zu solchen Taten fähig sind und weshalb sogar kleine Kinder schon stumpf aus dem Stehgreif behaupten, dass sie einmal in die Fußstapfen der Älteren treten werden.

Dieses Buch hier war wirklich mehr als hart zu lesen. Es behandelt Themen, die für uns unvorstellbar sind, es sei denn man steht ungemein auf Horrorfilme. Es ist schlimm, was er aufdeckt und immer wieder muss man sich als Leser fragen, warum davon bei uns so wenig bekannt ist und weshalb nicht dagegen vorgegangen wird! Michael Obert schreibt nur, was er selbst gehört hat. Wenig bis gar nicht kommt er wirklich an das Geschehen heran, aber die Berichte und die Aussagen der Anderen reichen aus, um einen selbst die Haare zu Berge stehen zu lassen. Das Buch hatte für mich so einen bitteren Beigeschmack, dass ich es immer mal wieder weg legen musste, um mich zu beruhigen. Dieser Bericht wühlt auf, er macht betroffen, er macht einfach nur Herzrasen. Sollen unsere Politiker auf der Welt wirklich alle so blind sein, dass sie bei solch grausamen Taten einfach weg schauen? Soll es der ägyptischen Regierung wirklich so egal sein, was jenseits ihrer Touristenhochburgen passiert? Soll es wirklich Menschen geben, die via Organhandel einfach nur skrupellos zu Werke gehen? Das ist wirklich der Stoff aus dem ein Horrorfilm gemacht ist… Schock schwere Not.

Fazit:
Dieses Buch kommt einem Horrorfilm gleich und man möchte gar nicht glauben, dass es so etwas auf der Welt gibt. Der Menschenhandel bekommt hier ein völlig neues Bild und doch hat das Buch für mich einen bitteren Beigeschmack. Denn wenn das alles so stimmt – wovon ich jetzt einfach mal ausgehe – dann frage ich mich, warum noch nichts dagegen unternommen wurde. So blind kann die Welt doch einfach nicht sein?! 

Gesamt: 4 von 5 Sterne

Daten:
ISBN: 9783770169818
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Flexibler Einband
Umfang: 80 Seiten
Verlag: DuMont Reiseverlag
Erscheinungsdatum: 30.10.2017

Samstag, 7. März 2020

Ein krasser Sommer von Eva-Maria Schmid

Zum Inhalt:
Nadja hat endgültig die Nase voll, als ihre Mutter Lebensgefährten Nr. 5 anschleppt. Nur coole Sprüche und ein extremer Look bewahren sie vor der puren Verzweiflung. Auch in der neuen Schule bewährt sich ihr Auftreten: Alle rümpfen die Nase und lassen sie ihn Ruhe, bis auf den 'Quotenausländer' Deniz. Dass ausgerechnet der ihre harte Schale knacken will, passt Nadja überhaupt nicht. Als sie nach einem Streit von zu Hause abhaut und eine Nacht auf der Straße verbringt, ist sie aber froh, als Deniz auftaucht. Er überredet sie, zurückzukehren - auch wenn zu Hause längst nicht alles geklärt ist.

Cover:
Dieses Cover zeigt im Comicstil die Protagonistin Nadja in einem punkigen Look und mit einer Ratte auf der Schulter. Das passt sehr gut zum Inhalt der Geschichte und ich fand das Cover von den Farben her sehr erfrischend. Wirklich gelungen und einmal etwas völlig anderes.

Eigener Eindruck:
Nadja hat alles satt. Ihre Mutter hat sie mit ihren Geschwistern schon wieder zu irgendeinem Mann geschleppt bei dem sie nun leben sollen und die heile Familie gespielt werden soll. Doch so einfach will sie es ihrer Mutter und vor allem den Neuen nicht machen. Auch in der neuen Schule will sie gleich ein Statement setzen und am besten unnahbar sein. Aus diesem Grund ändert sie ihr Äußeres radikal und erreicht dadurch, dass sie von allen argwöhnisch betrachtet wird. Sie wird von allen gemieden, außer von dem Quotenausländer Deniz, dem sie aber doof und dämlich kommt. Und obwohl Deniz allen Grund hätte sauer zu sein, schenkt er Nadja seine Ratte, die sie von nun an auf Schritt und Tritt begleitet und ihr immer wieder kritische Fragen stellt. Als die Situation zu Hause schließlich eskaliert, haut Nadja ab und Deniz scheint der Einzige zu sein, der weiß, wo sie ist und sie zur Rückkehr bewegen könnte. Oder doch nicht?

An sich fand ich die Idee zu dem Buch nicht schlecht. Wir haben hier Nadja, welche mitten in der Pubertät steckt und immer wieder dazu neigt sich in Probleme verwickeln zu lassen und seien diese nur familiär. Sie ist in einer absoluten pubertären Trotzphase und versucht aus allen Regeln und Normen auszubrechen, was dazu führt, dass sie versucht sich selbst zu finden und sich dabei aber immer mehr untreu wird. An sich ein wichtiges Thema. Hinzu kommt der Umgang mit Deniz, der sie immer wieder auf eine harte Probe stellt, aber auch ihn immer wieder herausfordert. Während Deniz Ratschläge von seinem Vater via Briefverkehr bekommt, bekommt Nadja ihre Ratschläge von ihrer Ratte, was ich doch ein bisschen befremdlich fand, denn sprechende Ratten gibt es nicht und das Buch wirkt an sich nicht so, als wäre es eine Fantasiegeschichte. Das ist einfach unpassend. Auch die Phasen die Nadja so durchmacht fand ich bisweilen etwas sehr krass. Dass sie versucht zu rebellieren okay, aber dass sie sich so kopflos in potentielle Gefahr begibt, sich auch noch zu säuft und am liebsten auf der Straße verschimmeln möchte, fand ich absolut Panne. Und dann ihr plötzlicher Sinneswandel und die Rückkehr wieder in den Schoß der Familie… einfach viel zu abrupt und viel zu unkompliziert von den Konsequenzen her…. Da ist die Massage für Jugendliche dann doch ein bisschen falsch. Das geht so getreu dem Motto: Bau Scheiße und trotzdem freuen sich noch alle darüber. Das sendet völlig falsche Signale aus. Schade.

Fazit:
Eine sprechende Ratte und ein Teenager, der verzogener nicht sein könnte und scheinbar völlig an der Realität vorbei lebt. Ein Buch, welches ich einfach nicht für voll nehmen kann.


Gesamt: 2 von 5 Sterne

Daten:
ISBN: 9783407740212
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Flexibler Einband
Umfang: 158 Seiten
Verlag: Julius Beltz GmbH & Co. KG
Erscheinungsdatum: 03.02.2014

Drachenzähmen leicht gemacht Band 1 von Cressida Cowell

Zum Inhalt:
Auf die Drachen, fertig, los! An Thors Tag müssen alle Wikingerjungen die Reifeprüfung zum „Drachenmeister“ ablegen. Hicks sieht schwarz für sich und seinen widerspenstigen Drachen Ohnezahn. Wird er nun aus dem Stamm der Räuberischen Raufbolde verbannt? Doch dann platzt mitten in die Feierlichkeiten ein monströser Seedrache, der imstande wäre, die gesamte Insel der Wikinger zu vernichten. Auf einmal verlassen sich alle auf Hicks, der als Einziger die Drachen-sprache spricht und mit der Bestie verhandeln soll ...

Cover:
Das Cover meines Buches ist recht einfach gehalten. Da es sich um ein Jubiläumsband des Verlags handelt, sehen wir hier einen weinroten Rahmen und inmitten dessen eine aus Film und Fernsehen bekannte Figur, nämlich den Drachen „Ohnezahn“. Das hat auf jeden Fall einen absoluten Wiedererkennungswert und hat mich schlussendlich neugierig gemacht, denn entgegen allen anderen, denen der Drache ein Begriff ist, habe ich mir die Serie nie angesehen. Ziel also erreicht. Ich habe zum Buch gegriffen. 

Eigener Eindruck:
Wer ein mutiger Wikingerjunge werden und weiterhin im Stamm leben will, der muss sich einer Reifeprüfung unterziehen. Doch dem Sohn des Stammesoberhauptes Hicks sieht für diesen Tag schwarz, denn so mutig, wie sein Vater ihn gern sehen würde, ist er nicht. Ganz im Gegenteil. Er selbst sieht sich schon als Aussätzigen. Doch am Tag der Prüfung kommt es schließlich anders. Die Jungen müssen sich in das Nest der Drachen schleichen und ein Junges stehlen. Wer ohne einen Drachen wieder aus den Höhlen kommt, wird aus dem Stamm ausgestoßen. Als Hicks einen Drachen hat, sieht er, dass einer der Jungen es definitiv nicht schaffen wird und gibt diesem seinen Drachen, um sich noch einen zu holen. Doch dann wachen die Drachen auf und ihm bleibt nichts anderes übrig, als sich einfach einen Drachen zu schnappen, den er greifen kann. Doch als die Gefahr vorerst gebannt ist, wartet die nächste Aufgabe auf die Jungen. Sie sollen ihre Drachen abrichten. Doch wie macht man das? Hicks steht vor einem neuen, großen Problem. Vor allem, weil er seinen Drachen als etwas verkauft hat, was er nicht ist! Wird die Lüge auffliegen? Und was sollen die Wikinger nur unternehmen, als eine weitere weitaus schlimmere Gefahr sich auf ihre Insel zubewegt? Es warten abenteuerliche Zeiten auf den ängstlichen Hicks und seinen Drachen „Ohnezahn“.

Die Geschichte vom Wikingerjungen Hicks, der scheinbar immer wieder ein Talent dafür hat in Fettnäpfchen zu treten, hat mir wirklich richtig viel Spaß gemacht. Die Geschichte ist abenteuerlich, ein bisschen verrückt und übertrieben und vor allem eins, herzlich, denn Hicks ist als Charakter ein ganz feiner Junge, der auch auf seine Mitmenschen achtet, weshalb man ihn einfach gern haben muss. Dass das mit dem Drachen fangen und dem Drachen zähmen schließlich nicht so einfach ist, muss er spätestens an der Stelle feststellen, an der er versucht sich Hilfe in der Bibliothek zu suchen, die ach so verschrien ist – unter den harten und rauen Sitten der Wikinger. Es ist lustig zu lesen, wie „Ohnezahn“ seinen Herren Probleme bereitet und es macht Spaß mit den Charakteren mit zu fiebern und zu hoffen, dass schlussendlich alles gut geht. Da es sich bei diesem Buch um den ersten Band handelt, endet die Geschichte recht offen und man weiß nicht so recht, ob denn Hicks mit seinem Drachen wirklich noch ein Team wird. Das ist schon ein bisschen schade, verlockt aber durchaus dazu zum nächsten Band zu greifen. Die Geschichte wird im Übrigen durch durchaus passende Illustrationen begleitet und begeistert durch die Bemühungen alles detailliert zu erklären, was auch ganz gut glückt. Einzig die Tatsache, dass das Buch für mich an einigen Stellen doch etwas verwirrend war und Emotionen für mich nicht immer glaubhaft waren, muss ich einen Stern abziehen. Weiter gibt es aber nichts zu beanstanden und ich kann das Buch allen weiter empfehlen, die gern Geschichten über Drachen lesen. Dieses Jugendbuch lohnt sich, auch für Erwachsene.

Fazit:
Niedlich gemacht und auch wenn die eine oder andere Szene etwas befremdlich wirkt, so macht das Buch einfach Spaß. Besonders Jungen werden an diesem Buch ihren Spaß haben!


Gesamt: 4 von 5 Sterne

Daten:
ISBN: 9783401603445
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Fester Einband
Umfang: 200 Seiten
Verlag: Arena
Erscheinungsdatum: 21.01.2019

Freitag, 6. März 2020

1000 Orte, die man knicken kann von Dietmar Bittrich

Zum Inhalt:
Man muss nicht in New York gewesen sein. Auch nicht in Rio, auf den Seychellen oder in Prag. Gerade Plätze, die von der Tourismusbehörde als Traumziele ausgerufen werden, erweisen sich vor Ort als Flops. Mit frechem Charme erzählt Dietmar Bittrich, welche Highlights man entspannt streichen kann, wie man alles Wichtige gekonnt umgeht – und anschließend hochintelligent darüber redet. 

Cover:
Das Cover meines Buches mit dem Titel „1000 Orte die man knicken kann“ wartet lediglich mit einem weißen Hintergrund auf und dem Vermerk weiter unten, dass das Cover aus Verlagsgründen erst einmal so gestaltet ist – ob das nun ernst gemeint ist oder ein Gag ist, das vermag ich leider nicht zu sagen. Wirklich aussagekräftig ist das nun wieder nicht, außerdem auch wieder recht spartanisch, so wie viele Cover des Autors. Mich jedenfalls hat es wirklich Null angesprochen, weil es einfach langweilig ist. Ansprechender hingegen sind die neuen Auflagen des Buches, welches fortan den Titel „Alle Orte, die man knicken kann“ trägt. 

Eigener Eindruck:
Das mit dem Reisen ist ja so eine Sache. Wenn du weg fährst und etwas von der Welt sehen willst, dann landest du früher oder später automatisch an einem HotSpot an dem sich alle Touristen treffen und schließlich kommt die Frage der Fragen auf: Warum hat man sich das angetan? Musste man sich das wirklich ansehen? War es den ganzen Stress überhaupt wert? Dietmar Bittrich gibt in diesem Buch einen guten Einblick in die durchschnittlich beliebtesten Reiseziele und Sightseeingspots und rechnet eiskalt mit ihnen ab. Da bleibt kein Auge trocken!

Urlaub! Wer würde nicht gern sofort im Flieger sitzen und sich die weite Welt ansehen. Aber lohnt sich das auch wirklich? Was erwartet den gewillten Reisenden auf seiner Tour durch die Welt? Mit doch recht gutem, schwarzem Humor rechnet Dietmar Bittrich mit den Metropolen und Traumreisezielen der Welt ab. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund und bringt den Leser ab und an doch zum Schmunzeln. Bei einigen HotSpots erkennt sich der Leser vielleicht sogar auch wieder. Zumindest war das bei mir so. Und obwohl der Autor versucht einen guten Durchschnitt der jeweiligen Reiseziele anzusprechen, fand ich, dass das eine oder andere Reiseziel doch recht stiefmütterlich behandelt wurde, bei manchen hätte einfach mehr kommen können. Manche Reiseziele wurden meiner Meinung nach auch ein bisschen zu hart bewertet und dadurch wirkt das Buch dann doch auch wieder etwas übertrieben. Und dann hat er leider das Problem nicht immer fesseln zu können. Denn diese Bissigkeit, die sich durch das Buch zieht wird irgendwann einfach langweilig und nimmt dem Leser den Spaß und auch den Willen am Ball zu bleiben. Effektiv bin ich als Leser irgendwann über den Seiten eingeschlafen, weil es mir einfach zu langweilig wurde.

Fazit:
Durchaus treffend wird hier mit den beliebtesten Reisezielen der Erde abgerechnet, aber das Buch schafft es nicht den Leser bei der Stange zu halten und wird mit der Zeit mehr als langweilig. Schade.


Gesamt: 3 von 5 Sterne

Daten:
ISBN: 9783499628320
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Flexibler Einband
Umfang: 272 Seiten
Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 02.04.2012

DuMont True Tales: Tod dem Helfer von Kilian Kleinschmidt

Zum Inhalt:
»Mister no Fear«, »Der Löwe von Zaatari« - unter diesen und ähnlichen Namen wurde der internationale Krisenhelfer Kilian Kleinschmidt bekannt. Doch es ist der Schrecken eines Nahtod-Erlebnisses, der bis heute seine Sicht auf das, was wirklich zählt, bestimmt. Zum ersten Mal erzählt Kleinschmidt schonungslos offen von dem Erlebnis, das sein Leben veränderte.
 

Cover:
Das Cover hat mich sofort angesprochen. Obwohl es in gelben und grünen Farben gehalten ist und trotz des Titels eigentlich von der Gestaltung her recht einladend wirkt, fand ich es dann doch auch recht bedrohlich und ich kann bis heute noch nicht sagen, woran das liegt. Mir jedenfalls sagt das Cover wirklich zu und ich finde es ist ein toller Eyecatcher, auch wenn ich den Inhalt der Geschichte jetzt nicht unbedingt mit dem Cover direkt assoziieren würde.

Eigener Eindruck:
Kilian Kleinschmidt. Als er erkennt, dass seine Passion das Helfen ist und er vor allem sein Herz an die dritte Welt verloren hat, begibt er sich samt Familie nach Afrika, um dort eine Schule aufzubauen. Ehrenhaft. Ein Lichtblick. Und doch das vielleicht Schlimmste, was er sich und seiner Familie antun konnte. Denn die Gefahr lauert überall und eines Nachts geschieht es dann. Sie werden überfallen und er blickt in den Lauf einer Waffe, während seine Frau und sein Kind ebenfalls in Lebensgefahr schweben. In diesem Bericht schreibt der Autor von seinen Erlebnissen.

Also ich bin ja eigentlich ein echter Fan von solchen Büchern und Berichten, die das wirkliche Leben wiederspiegeln. Aber dieses Buch hier hat mich wirklich emotional aufgewühlt und ich wusste nicht so recht, ob ich dem Autor für seinen schonungslosen Schreibstil gratulieren sollte oder ihm direkt innerlich eine kleben, weil er so dumm gewesen ist und seine Familie wissentlich in eine solche Gefahr gebracht hat. Wer eins und eins zusammen zählen kann, der weiß nun schon, dass alles gut ausgeht. Aber was der Mann und seine Familie durchleben mussten, puh, das wünscht man keinem und deshalb fragt man sich als Leser auch, ob er denn von allen guten Geistern verlassen ist, trotzdem weiterhin in einer solchen Gegend als Helfer weiter arbeiten zu wollen und scheinbar auch noch immer arbeitet. Für mich ist das, so edel sein Helfersyndrom auch sein mag, einfach nur dumm. Und da man den Autor während des Lesens einfach immer wieder schütteln möchte, einfach immer wieder protestieren möchte, ihm dazwischen reden möchte, konnte ich das Buch schlussendlich nicht wirklich genießen. Es war spannend, keine Frage. Es hat mein Adrenalinspiegel nicht nur einmal angehoben, aber die Frage ist einfach: Muss so etwas sein? Und dann kommt die Ernüchterung und man fragt sich, warum er trotz der Erlebnisse einfach noch immer irgendwie euphorisch scheint und ob er denn seinen gesunden Menschenverstand irgendwie verloren hat. Nein, solche Literatur kann ich dann doch nicht gut heißen. 

Fazit:
Ein wirklich interessanter Einblick in das Leben des Autors und vor allem in seine Erlebnisse. Man fragt sich noch immer, wie man nur so dumm sein kann und sich und seine Familie in solche Gefahr bringen kann und vor allem ist es einfach nicht nachvollziehbar, dass dieser Mensch scheinbar noch immer gern mit seinem Leben spielt. Helfen schön und gut, aber alles sollte seine Grenzen haben…

Gesamt: 3 von 5 Sterne

Daten:
ISBN: 9783770169825
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Flexibler Einband
Umfang: 80 Seiten
Verlag: DuMont Reiseverlag
Erscheinungsdatum: 30.10.2017

Der kleine Taschenbösewicht von Dietmar Bittrich

Zum Inhalt:
Hinterlistige Komplimente, boshafte Sprüche, durchtriebene Weisheiten und frecher Rat: Der kleine Taschenbösewicht bietet Soforthilfe für alle unwillkommenen Lebenslagen, von der Begegnung im Treppenhaus über den runden Geburtstag und den Handschlag mit dem Bundespräsidenten bis zum Grabspruch.
 

Cover:
Das Cover an sich ist nichts Besonderes. Zu sehen ist hier auf schwarzem Grund lediglich eine Partie Augen in Comicform, welche dem Betrachter Hinterlistig entgegen blicken, den Rest muss man sich aus dem Titel entnehmen. Das finde ich persönlich jetzt nicht so berauschend. Aber für das Büchlein reicht es durchaus.

Eigener Eindruck:
Haben Sie heute schon jemanden gesagt wie „großartig“ sie ihn finden? Oder, dass Sie ihm die Pest an den Hals wünschen? Das Ganze natürlich schön verpackt, sodass der Angesprochene vielleicht nicht gleich weiß, was Sie ihm übermitteln wollen? Nein? Dann wird es Zeit für den kleinen Taschenbösewicht aus der Feder von Dietmar Bittrich!

Das Büchlein an sich ist wie alle anderen Bücher dieser Art auch, eine fleißig zusammen getragene Sammlung von Aphorismen, welche sich besonders damit identifizieren immer boshaft zu sein. Da bleibt kein Auge trocken. Schwarzen Humor sollte man hier allerhand mitbringen. Man sollte ironisch veranlagt sein, aber gegen ein Quäntchen Sarkasmus oder Zynismus ist auch nichts einzuwenden. Denn das Büchlein hier strotzt nur so davon. Verpackt sind die Zitate aus Geschichte und von Persönlichkeiten in verschiedene Kapitel, die sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehen. Dabei muss man wieder anerkennen, dass der Autor wieder sehr fleißig war, als er das Büchlein zusammen getragen hat und scheinbar jedes Zitat wirklich gut abgewogen hat. Es passt irgendwie immer ganz gut ins Gesamtbild. Aber leider ist das Problem mit den Aphorismen, dass sie eben jemand anderes gesagt hat und wir hier in dem Buch kaum etwas vom Gedankengut des Autors zu greifen bekommen, was wirklich schade ist. Aphorismen findet man überall im Leben und wenn man wirklich welche sucht, dann kann man flux im Internet nachschauen, da braucht es eben nicht noch ein solches Büchlein. Nette Idee, aber das war es dann auch schon. Wirklich brauchen tut keiner so ein Buch, finde ich. 

Fazit:
Wie auch bei anderen Büchern dieser Art bleibt mir nur eins zu sagen: Kann man mal gelesen haben, muss man aber nicht. Solche Sammlungen mit Aphorismen sind in meinen Augen einmal ganz nett, aber dann werden sie einfach langweilig und doch auch recht schnell uninteressant. Schade.

Gesamt: 3 von 5 Sterne

Daten:
ISBN: 9783423348201
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Flexibler Einband
Umfang: 144 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum: 01.10.2014

Donnerstag, 5. März 2020

Wie man sich und anderen das Leben schwer macht von Dietmar Bittrich

Zum Inhalt:
365 Morgen-Kicks, z.B.: »Fremde lernen die Stadt besser kennen, wenn man ihnen den falschen Weg sagt.« Helmut Qualtinger

365 Morgen-Kicks, z.B.: »Fremde lernen die Stadt besser kennen, wenn man ihnen den falschen Weg sagt.« Helmut Qualtinger

»Nichts«, erklärt Woody Allen, »macht das Leben so kompliziert wie der Versuch es zu vereinfachen.« Stiften wir also lieber gleich Verwirrung! Forscher wissen längst: Unordnung macht kreativ, Spott ist gesund, und Schadenfreude hebt den Serotoninspiegel. Genau das geschieht mit diesem Buch! Täglich hilft ein böser Spruch gegen das Übermaß an Klarheit und Vernunft. Mit wenigen Worten wird der Nachbar ins Straucheln gebracht, der ehrgeizige Kollege verliert die Orientierung, und die positive Tante schickt den falschen Wunsch ins Universum. Dieses Buch erleichtert das Aufstehen an jedem neuen Tag. Es befreit. Es macht Spaß. Es macht glücklich.
 

Cover:
Das Cover an sich ist nichts Besonderes. Zu sehen ist hier auf blauem Grund eine schattenhafte Figur, die eine riesige Kugel am Bein hinter sich her schleppt. Erst einmal nicht sonderlich viel aussagend zum Inhalt, aber doch irgendwie ganz passend. Trotzdem ist es irgendwie doch recht langweilig. Schade.

Eigener Eindruck:
Da im Inhalt bereits alles gesagt wurde, will ich mich kaum weiter damit befassen und gleich zum Wesentlichen kommen. Das Buch ist eine nette Ansammlung von Aphorismen, schwarzhumorig, aber ansonsten doch recht langweilig. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele dieser Werke der Autor geschaffen hat und ich muss ehrlich gestehen, dass ich seinen Fleiß wirklich bewundere. Trotzdem ist eben doch lediglich eine Sammlung von Zitaten, welche den Leser durch das ganze Jahr begleiten und sich eben darauf beziehen, wie man sich und anderen das Leben schwer machen kann. Der Titel verrät es ja schon. Manche Sprüche lassen den Leser schmunzeln, andere lassen eher ein Stirnrunzeln sehen. Es ist eine absolute Gradwanderung der Geschmäcker. Und mich persönlich hat es einfach gelangweilt.

Fazit:
Kann man mal gelesen haben, muss man aber nicht. Solche Sammlungen mit Aphorismen sind in meinen Augen einmal ganz nett, aber dann werden sie einfach langweilig und doch auch recht schnell uninteressant. Schade.

Gesamt: 3 von 5 Sterne

Daten:
ISBN: 9783423403542
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Taschenbuch
Umfang: 128 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum: 01.04.2010

Der bitterböse Weihnachtsmann von Dietmar Bittrich

Zum Inhalt:
In einer Zeit des Jahres, in der viel schiefgehen kann, sorgt dieser Weihnachtsmann dafür, dass es auch wirklich schiefgeht. Er durchkreuzt beschauliche Feiern, mischt Weihnachtsmärkte auf, bringt Zoff ins Kindermärchen und nietet Engel um. Die Kinder wundern sich, die Eltern noch viel mehr, und die vielen falschen Weihnachtsmänner fürchten ihre Enttarnung.

 Dietmar Bittrich hat die Geschichte geschrieben, die wir schon immer erleben wollten. Die boshafte, freche Weihnachtsgeschichte. Frohes Fest!

Cover:
Das Cover von meiner Buchversion springt auf jeden Fall ins Auge, denn hier sehen wir den Weihnachtsmann, wie er mit seinem Schlitten die Straße entlang fährt und scheinbar keine Lust auf das Verteilen der Geschenke hat, denn eine Scheibe ist scheinbar durch ein Geschenk bereits eingeworfen worden. Das passt ganz gut zum Inhalt der Geschichte und signalisiert dem Betrachter, dass es sich hierbei um keine gewöhnliche Weihnachtgeschichte handeln wird. Mir jedenfalls gefällt es.

Eigener Eindruck:
Wieder ist es so weit. Weihnachten steht vor der Tür. Während die Einen für die Weihnachtszeit regelrecht brennen und es kaum erwarten können auf heile Familie und heile Welt zu machen, gibt es andere, die dem Fest so gar nichts abgewinnen können. Wir treffen in diesem Buch auf den Protagonisten, der sich noch nicht so ganz schlüssig darüber ist, ob er nun Lust auf Weihnachten haben soll oder nicht. Fakt ist aber eins, etwas in der Region geht nicht mit rechten Dingen zu. Da ist einmal der doch recht eigenartige Weihnachtskalender seines Sohnes, der mit allerlei ekelhaften Dingen wie zum Beispiel Fußnägeln aufwartet und dann ist da noch die Weihnachtsfeier bei seiner Frau, bei der der gebuchte Weihnachtsmann alle irgendwie vorführt. Auch den Nachbarn erwischt es, hat der es sich doch zu Weihnachten sonst immer ganz einfach gemacht und seine Mutter nur über die Weihnachtsfeiertage in eine Pflege abgeschoben, doch auch da kommt es dieses Jahr anders und der arme Mann muss sich für seine vorzeitig erkrankte Mutter in das Weihnachtschaos stürzen. Diese und andere Anekdoten formen sich in dieser Geschichte zu einem großen Ganzen und haben alle eins gemeinsam: einen bitterbösen Weihnachtsmann.

Ehrlich gesagt hatte ich mir von der Geschichte eine spritzige, schwarzhumorige Story versprochen, eben rund um das Weihnachtsfest. An sich bekommt man diese hier auch, wobei der Grad des Humors diskutabel ist. Manches ist wirklich mehr als fies, aber okay, das ist Ansichtssache. Fakt ist aber, dass der Autor die Geschichte wirklich sterbenslangweilig gestrickt hat, wenn nicht gerade eine absolute Humorspritze zum Einsatz kommt. Und zwar so langweilig, dass ich wirklich 3 Monat gebraucht habe um dieses schmale Büchlein zu lesen, denn ich bin immer wieder über den Seiten eigeschlafen… Ist das zu glauben? Und auch die finale Szene konnte mich schlussendlich nicht wirklich überzeugen, Zwar gibt es in einem gewissen Sinne ein Happy End, aber irgendwie war mir das dann auch wieder zu verwirrend – oder es lag daran, dass ich kurz vorm Ende mal wieder über dem Buch eingeschlafen bin. Das kann man nun drehen und wenden, wie man will. Fakt ist, die Charaktere sind wirklich schräg, es gibt jede Menge Fremdschämmomente und die Emotionen waren auch etwas dürftig. Schade.

Fazit:
Wer wirklich ganz flachen, schwarzen Humor liebt, der könnte hiermit wirklich glücklich werden. Mich jedoch konnte das Buch nicht wirklich begeistern. 

Idee: 4/5
Charaktere: 3/5
Emotionen: 2/5
Logik: 3/5
Humor: 3/5

Gesamt: 3 von 5 Sterne

Daten:
ISBN: 9783455370393
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Fester Einband
Umfang: 128 Seiten
Verlag: Atlantik Verlag
Erscheinungsdatum: 14.10.2016

Meine Version:
Flexibler Einband
erschienen am 01.10.2007
im dtv Verlagsgesellschaft Verlag Deutsch
ISBN: 9783423210270

14 - Kicker, Küsse, Katastrophen von Heike Abidi

Zum Inhalt:
Ein Elfmeter fürs Herz! Franzi spielt für ihr Leben gern Fußball. Doch ihre Eltern wollen, dass sie einen Tanzkurs besucht. Plötzlich muss Franzi mit den Jungs Händchen halten, mit denen sie eben noch über den Rasen gerannt ist. Wie peinlich ist das denn? Ein Glück, dass auch ihr Kumpel Marius dabei ist. Mit ihm versteht sie sich einfach super, nicht nur auf dem Fußballplatz.

 Das perfekte Spin-Off zur erfolgreichen Tatsächlich-13-Reihe. Eine starke Heldin kämpft für ihre Träume: zwischen Fußball und Tanzkurs!

Cover:
Das Cover fand ich sehr passend zu den anderen Büchern von Heike Abidi, die in der „Pink“-Reihe erschienen sind. Zu sehen sind hier auf dem unverkennbaren hellblauen Grund zwei Beine samt Chucks. Scheinbar von einem Mädchen, welches nach oben springt. Sehr passend zum Inhalt, genau wie der Titel. Das gefällt mir sehr gut.

Eigener Eindruck:
Franzi kann es einfach nicht fassen. Alles war doch so perfekt! Eben hat sie noch mit ihrer Fußballmannschaft einen Sieg errungen, da wird ihr schlagartig klar, dass das ihr letztes Fußballspiel mit den Jungs gewesen ist. Mit 14 darf sie nicht mehr in einer gemischten Mannschaft spielen! Total gemein! Und wäre das noch nicht schlimm genug, verlangen ihre Eltern von ihr ernsthaft, dass sie an einem Tanzkurs teilnimmt, denn Fußball finden sie so gar nicht damenhaft. Das ist doch zum verrückt werden! Um ihr Hobby nicht aufgeben zu müssen, willigt Franzi in den Deal ein und so muss sie zwischen einer neuen Damenfußballmannschaft und der Schule auch noch den Spagat mit dem Tanzkurs schaffen. Gar nicht so einfach, wenn man da so gar keinen Bock drauf hat. Doch da ist sie nicht die Einzige, denn Henriette und Jill, die älter sind als sie, nehmen auch an dem Tanzkurs teil und so freunden die Mädchen sich an. Und dann ist da auch noch Nick, der ihr nicht nur beim Tanzkurs über den Weg läuft, sondern ihr auch noch Nachhilfe in Mathe gibt und irgendwie ganz süß ist…

Was soll ich sagen? Das war wieder ein ganz toller Roman aus der Feder von Heike Abidi. Ich bin wieder restlos begeistert und könnte durchaus noch einen Teil der Reihe vertragen. Was mir an dem Buch wirklich ganz gut gefallen hat waren neben den tollen Details und den wirklich gut durchdachten Charakteren die Tatsache, dass man hier auch auf altbekannte Charaktere in Form von Henriette und ihrer Freundin Jill samt Anhang trifft. Das gibt gleich wieder wehmütige Gedanken an die Hauptreihe „Tatsächlich 13“. Das Ganze wird sogar noch so weit getrieben, dass auch Henriettes Blog seinen Weg in das Büchlein findet und meiner Meinung nach wirklich ganz ausgefuchst eingearbeitet wurde. Auch wenn mir die emotionale Schiene etwas zu kurz gekommen ist und ich die Liebelei zwischen Franzi und Nick nicht so ganz nachvollziehen konnte, muss ich aber sagen, dass mir das Buch wirklich außerordentlich gut gefallen hat. Es gibt wieder sehr viele humorvolle Szenen, aber auch der Ernst des Lebens kommt nicht zu kurz und wird in Form von Schule und doch der einen oder anderen schlechten Note aufgegriffen. Gut fand ich auch die Darstellung, wie Franzi nicht mehr in ihrem alten Verein spielen kann und die Jungs sie scheinbar doch recht schnell vergessen. Die Enttäuschung wird in meinen Augen gut transportiert. Ab und an hatte ich auch wirklich Mitleid mit Franzi. Wer solche Eltern hat, der braucht wirklich keine Feinde. So gar kein Interesse für den Sport der Tochter aufzubringen, da kann man ja wirklich von Glück reden, dass sie zum Ende hin doch noch irgendwie die Kurve bekommen. ;-)

Fazit:
Wieder ein absolut lesenswertes Buch aus der Welt von Heike Abidi – perfekt vor allem für junge Leserinnen! Von mir gibt es für dieses Büchlein eine absolute Leseempfehlung. Mädels, wer das Buch nicht kennt, der hat was verpasst! Gern würde ich noch mehr davon lesen.

Idee: 5/5
Charaktere: 5/5
Emotionen: 4/5
Logik: 5/5
Humor: 5/5

Gesamt: 5 von 5 Sterne

Daten:
ISBN: 9783864300646
Sprache: Deutsch
Ausgabe: Flexibler Einband
Umfang: 176 Seiten
Verlag: Oetinger Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 01.05.2017