Dienstag, 9. August 2016

Freddy von Flatter, der kleine Vampir von Andreas Winkler

Freddy von Flatter ist ein kleiner Vampirjunge. Als er an diesem Morgen von seinem Flederhund Fletscher geweckt wird, sieht er schon den Vampirjäger auf der Straße und bereitet sich darauf vor ihn in die Flucht zu schlagen. Das gelingt dem kleinen Vampir auch sehr schnell und so langweilt er sich. Schnell erinnert er sich jedoch, dass ja heute alle Kinder in der Stadt verkleidet sind und er sich unter sie mischen kann, ohne dass sie Angst vor ihm haben. So lernt Freddy das Mädchen Tessy kennen und zieht mit ihr um die Häuser, um an den Haustüren der Menschen nach Schokolade zu klingeln. Als der blöde Björn auftaucht und den anderen Kindern ihre Schokolade klaut, ist für Freddy klar, dass er helfen muss. Mit Hilfe von Fletscher ist der blöde Björn auch schnell gefunden und Freddy kann sich um die Rückgabe der Schokolade kümmern.

Dieses kleine Büchlein habe ich auf der Suche nach einem schönen Buch für meinen Patenkrümel entdeckt und musste es sofort mitnehmen, da es so herzallerliebst ist. Ich mag Vampire ja sowieso von daher hatte das kleine Büchlein schon ein Stein bei mir im Brett. Die Geschichte ist simpel geschrieben und kann gut und sicher vorgelesen beziehungsweise von ABC-Schützen selbst gelesen werden, wenn Mama und Papa mit helfen. Für einen Erwachsenen ist die Geschichte bestimmt etwas langweilig, aber für die Knirpse ist es genau richtig und vor allem auch noch nicht zu viel. Die Illustrationen lockern die Geschichte auf und sind selbsterklärend. An sich ist die Geschichte wirklich sehr herzig gemacht, einzig einen Stern Abzug gibt es von mir, da in dem Buch immer wieder die Wortkombination "der blöde Björn" verwendet wird. Das finde ich nicht so schön und hätte meiner Meinung nach nicht ständig wiederholt werden müssen. Einmal ist das ja okay, getreu dem Motto: so ist der Kindermund. Aber ständig? Da werden die Kinder ja regelrecht für das Wörtchen "blöd" animiert. Als vorlesende Person habe ich das Wörtchen also immer brav weggelassen. Man will sich ja von den Eltern nachher nicht nachsagen lassen, dass man unschickliche Wörter beigebracht hat.

Trotzdem gibt es für das Buch eine absolute Leseempfehlung. Es macht Spaß und ist wirklich absolut niedlich. Damit kann man wirklich gut punkten, vor allem bei Jungs, die sowieso finden, dass Vampire ultracoole Monster sind ;-)


  • Broschiert
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3770742567
  • ISBN-13: 978-3770742561
  • Größe und/oder Gewicht: 16,6 x 0,8 x 19,7 cm

Montag, 8. August 2016

Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat von Werner Holzwarth

Der kleine Maulwurf ist empört! Jawohl! Denn als er nicht aufgepasst hat, hat ihm doch tatsächlich jemand auf den Kopf gemacht! Einfach so. Für den kleinen Maulwurf steht fest, dass er herausfinden muss, wer ihm denn nun diesen gigantischen Haufen auf dem Kopf gemacht hat und somit macht er sich auf den Weg, um den Übeltäter zu finden. Dabei begegnen ihm die unterschiedlichsten Tiere, die er fragt, ob sie ihm auf den Kopf gemacht haben, doch die Tiere waren es nicht - zeigen dem Maulwurf aber, wie ihre Häufchen aussehen. Lange irrt der kleine Maulwurf umher, bis er schließlich doch den Übeltäter für seinen neuen Kopfschmuck findet.

Das kleine Büchlein ist so niedlich geschrieben, dass man es einfach gern haben muss. Selbst als Erwachsener macht es Spaß zu raten, wer dem kleinen Maulwurf denn auf den Kopf gemacht hat. Besonders interessant ist die Verfolgung des Übeltäters, denn so lernen die Kleinen, was es für Tiere gibt und wie deren Geschäft aussieht. Klingt erst mal komisch, ist aber trotzdem irgendwie ganz fetzig. Die kleinen Sprüche dazu begleiten den kleinen Maulwurf auf seiner Reise und es ist doch schön zu sehen, dass der Maulwurf schließlich den Übeltäter findet und sich ganz süß an ihm rächen kann. Dieses kleine Schmunzelwerk ist einfach herzallerliebst. Besonders die Illustrationen dazu sind einen Blick in dieses Buch wert. Der Autor hat sich da richtig etwas einfallen lassen.

Ich bin so begeistert von diesem Buch, dass ich es gern mit als Geschenk auf Kleinkindergeburtstage nehme. Es ist einfach ein Buch für Jung und Alt.


  • Taschenbuch: 24 Seiten
  • Verlag: Peter Hammer Verlag (1. Januar 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3872947796
  • ISBN-13: 978-3872947796

Freitag, 5. August 2016

Interview mit einem Vampir (Die Chronik der Vampire Band 1) von Anne Rice

Auch unter den Titeln:

- Gespräch mit einem Vampir
- Schule der Vampire

erschienen.


Die Geschichte beginnt damit, dass der Journalist Daniel in einem Hotelzimmer die Chance auf ein ganz großes Interview bekommt. Sein Interviewpartner ist ein Wesen der Nacht und hat sich dazu entschlossen endlich seine Lebensgeschichte zu teilen und das Geheimnis der Vampire zu verraten - nämlich, dass es sie gibt. Der Vampir Louis de Pointe du Lac erzählt dem jungen Menschen Ungeheuerliches, während dieser alles mit einem Tonband mitschneidet.

Er beginnt seine Geschichte in den späten 17hunterter Jahren, als er selbst noch ein ganz junger Bursche war. Gerade hatte er Frau und Kind verloren und war des Lebens überdrüssig, als der Vampir Lestat ihn findet und zu einem Vampir macht. Gemeinsam leben die beiden Vampire auf der Plantage von Louis. Während Lestat sich an den Sklaven labt, möchte Louis seinen Seelenfrieden wieder finden und zündet das Haus an, damit Lestat sich nicht mehr an den Sklaven vergehen kann. Die beiden können gerade so den Flammen entkommen. Als Lestat schließlich immer ausschweifender und blutrünstiger wird, möchte sich Louis gänzlich von ihm lossagen. In diesem Moment läuft er dem kleinen Mädchen Claudia über den Weg, deren Mutter an der Pest gestorben ist. Um sie nicht ohne Mutter aufwachsen zu lassen und von ihrem Kummer zu erlösen beißt Louis sie, wird aber von Lestat überrascht und flüchtet in dem Glauben, dass er das kleine Mädchen getötet hat. Lestat indes nimmt das Mädchen mit sich und macht sie ebenfalls zu einem Vampir, um Louis wieder fester an sich zu binden. Gemeinsam mit dem Vampirkind leben sie wie eine kleine Familie, bis schließlich Claudia nach Jahrzehnten - noch immer im Körper eines kleinen Mädchens gefangen - Lestat ermordet. Doch so leicht lässt sich der bösartige Vampir nicht aus dem Weg räumen. Gemeinsam begeben sich Louis und Claudia schließlich auf die Reise nach Europa, um nach anderen Vampiren zu suchen. Doch nicht überall werden sie freundlich empfangen, denn der Schatten Lestats scheint sie trotz allem überall hin zu verfolgen.

Interview mit einem Vampir war mein erstes Vampirbuch und es hat mich restlos gefesselt. Ich könnte es immer und immer wieder lesen oder mir die Filmadaption ansehen, auch wenn diese nur den Bruchteil des Buches beinhaltet. Anne Rice hat es geschafft faszinierend über die Wesen der Nacht zu schreiben und doch viele neue Aspekte einzubringen. Sie zeigt die Vampire als wunderschöne und skrupellose Wesen. Sie bedient sich sehr alten Klischees wie dem Durst nach Blut, doch gibt sie durch Louis und Claudia den Vampiren auch ein völlig neues Gesicht. Claudia wandelt sich nicht mehr, nachdem sie gebissen wurde und lebt mit dem Geist einer erwachsenen Frau im Körper eines Kindes. Sie ist auf die Hilfe von anderen Vampiren angewiesen, um sich ernähren zu können. Auf ewig muss sie sich an Louis oder Lestat binden, was sie schier verrückt werden lässt. Mit Hass, aber auch Liebe, tritt sie ihren Schöpfern entgegen und ist eigentlich eine ganz bemitleidenswerte Person. Louis hingegen hat für mich im gesamten Buch eine Art Opferrolle. Er kann sich nicht von Lestat lösen, scheint ihm gegenüber auch eine Art Schuld zu verspüren und doch ist er mit dem Leben, welches er hat, nicht zufrieden. Er hatte sterben wollen und ist nun ein Untoter, der die Zeiten überlebt und viele Dinge gesehen hat. Er scheint ständig melancholisch zu sein, gar dauerhaft traurig bis depressiv. Sein Schöpfer Lestat ist wieder das komplette Gegenteil seiner "Kinder". Er ist ein richtiger Lebemann, schreckt vor keiner Gewalt zurück. Es macht ihm Spaß hinterrücks zu meucheln oder fast sein eigenes Geheimnis zu verraten. Er ist durchtrieben sowie blutrünstig und doch scheint er Angst davor zu haben, dass sich Louis irgendwann von ihm lossagen könnte und er allein ist. Das scheint im Allgemeinen die Angst der älteren Vampire zu sein. Die Ewigkeit scheint für sie noch unerträglicher, wenn sie wissen, dass sie sie allein verbringen sollen. Das wird vor allem klar, als der Vampir Armand in Louis Leben tritt und ihn bittet, sich ihm anzuschließen.
Was mich an dem Buch ebenfalls sehr begeistert hat war die düstere Stimmung und die Möglichkeit vollkommen in die Geschichte abzutauchen und sich überraschen zu lassen. Nicht einmal war es möglich überhaupt zu erahnen, was denn als nächstes kommt. Selbst beim nochmaligen Lesen findet man immer wieder neue Details und freut sich darüber, dass die Geschichte von Anne noch immer nicht so ausgelutscht ist, wie so manch anderer Vampirroman, der heutzutage auf den Markt geschmissen wird. Man hat hier einfach das Gefühl immer wieder etwas Neues zu lesen. Das Gefühl von "Kennst du einen Roman, kennst du alle", kommt hier einfach nicht auf.


Empfehlen möchte ich das Buch allen Vampirfans die noch auf der Suche nach richtig guten und anspruchsvollen Vampirromanen sind. Die Details und die beschrieben Emotionen in dem Buch sind einfach traumhaft. Der Schreibstil fesselt ab der ersten Minute und die Spannung lässt einen beim Lesen oft den Atem anhalten.


Idee: 5/5
Details: 5/5
Emotionen: 5/5
Spannung: 5/5
Suchtfaktor: 5/5


Gesamt: 5/5

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Lizenzausgabe (8. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442469228
  • ISBN-13: 978-3442469222
  • Originaltitel: Interview with a vampire
  • Größe und/oder Gewicht: 11,9 x 2,5 x 18,5 cm

Academy of Shapeshifters Episode 1 - Fuchsrot von Amber Auburn


Magdalena lebt in Deutschland bei ihrer übervorsorglichen Tante Rita und deren rasenmähersüchtigen Lebensabschnittsgefährten Karl. Sie ist eher eine sehr ruhige Person und ist in der Schule stets das Mobbingopfer ihrer Mitschülerin Nancy und deren Clique. An ihrem 16. Geburtstag scheint ihre Tante noch übervorsichtiger zu sein, als sonst. Doch Magdalena schenkt dem keine weitere Beachtung und geht in die Schule. Auf dem Nachhauseweg wird sie erneut das Opfer von Nancy und ihren Freundinnen und flüchtet vor ihnen in Panik. Auf Pfoten.
Als sie im Haus ihrer Tante wach wird, eröffnet sie ihr, dass sie kein normales Mädchen, sondern ein Wandler ist. Eh Magdalena sich versehen kann, tauchen schwarz gekleidete Männer auf und nehmen sie mit sich in Camp, mitten im Wald, wo Lena mit den Tatsachen konfrontiert wird, was sie ist und weshalb sie unbedingt dort bleiben muss. Es gilt das Tier in ihr zu beherrschen und in Sicherheit zu leben, denn Wandler sind nicht unbekannt und in den falschen Händen nicht mehr zu retten. Lena lernt dort eine neue Freundin kennen und dann ist da noch dieser unglaublich gut aussehende Junge, zu dem sie sich augenblicklich hingezogen fühlt.

Ich durfte die Kurzgeschichte im Rahmen einer Leserunde lesen und muss sagen, dass ich hin und her gerissen bin. Einerseits finde ich die Idee ganz frisch und ganz wunderbar. Doch auf der anderen Seite bin ich von der Masse der vorhandenen Informationen schier erschlagen, habe detaillierte Emotionen vermisst und vor allem waren für mich auch einige Situationen nicht logisch nachvollziehbar. Es ist schwer eine fesselnde Geschichte auf gerade einmal 59 Seiten zu pressen, aber ich denke mit ein paar mehr Seiten hätte man viel mehr aus der Story machen können.

- Achtung Spoiler-

Dass Lena bei ihrer Tante wohnt ist an sich nicht schlimm, was mich aber beschäftigt ist, warum werden nie ihre Eltern erwähnt. Das ist so eine Sache, die den Leser doch interessieren! Solche Hintergrundinformationen sind wichtig, um sich ein Gesamtbild zu machen, selbst wenn man nur schreiben würde, dass man nicht weiß, was mit ihnen ist oder wie auch immer. Die Tante liebt das Mädchen über alles, doch trotzdem hat sie Geheimnisse vor ihr. Aus welchem Grund? Woher weiß die Tante das alles und vor allem wäre es doch interessant zu wissen, ob Rita und Karl genauso sind beziehungsweise woher Magdalena diese Gene hat - wo wir wieder auf die Eltern zurück kommen. Magdalena akzeptiert viel zu schnell die Tatsachen. Sie hinterfragt nichts. Sie bekommt gesagt, dass sie ein Wandler ist. Okay. Sie bekommt gesagt, dass sie untertauchen muss. Okay. Eigentlich hätte sie nach dem Aufwachen Panik haben müssen. Ihr hätte schlecht sein müssen vor Angst. Sie hätte richtig Weinen müssen. Sie hätte hysterisch werden müssen und Fragen stellen. Doch sie akzeptiert nur. Dann wird das Mädchen von Viktor und seinen Leuten mitgenommen. Und sie geht einfach mit. Wieder keine Angst. Keine Panik. Keine Zweifel. Keine Wut. Keine Tränen. Kein Trennungsschmerz. Es geht alles doch recht stumpf über die Bühne. Das waren solche perfekten Steilvorlagen für ganz großes Emotionskino. Aber nein, sie setzt sich ins Auto und lässt sich irgendwo in die Pampa kutschieren, wo sie schließlich im Camp landet und sich prompt in den erstbesten Kerl verliebt, dem sie in die Arme läuft. Liebe auf dem ersten Blick. Gern. So krass? Nein. Auch hier akzeptiert sie alles viel zu schnell und der Leser bekommt eine Informationsflut, die er teilweise erst einmal nicht richtig verarbeiten kann. So erfährt man, dass es mehrere Camps gibt, für jede Tiergattung eine und dass sich diese in Kämpfen immer wieder gegenüberstehen. Es gibt Vogelartige, Reptilienartige, Fischartige, Friedliebende und Fleischfresser. Der Gewinner steht meist schon fest. Warum aber das Camp noch innerhalb zwei gespaltene Parteien hat, das übersteigt dann doch ein bisschen meinen Horizont. Jedenfalls findet sich Lena innerhalb weniger Seiten in diesem Camp wieder. Sie lässt sich in eine Hütte bringen, wacht auf und hat eine neue beste Freundin, für die sie sich sogar opfern würde - innerhalb von einem Tag. Dass man sich für einen Menschen einsetzt ist okay, aber dass man gleich von einer Freundin spricht, gleich am ersten Tag, das finde ich dann doch ein bisschen übertrieben. Auch von dieser Freundin wird Lena mit Informationen gefüttert, die sie einfach akzeptiert. Auch hier habe ich wieder Fragen und Emotionen, wie Verzweiflung vermisst. Und dann ist da noch der Campleiter Viktor, der ebenfalls ein Wandler ist und sie einem Test unterzieht, der zugegeben echt spannend und super zu lesen war und die Geschichte doch noch richtig interessant gemacht hat. Trotzdem erwähnen die Campbewohner, dass Viktor sich in seiner Tiergestalt auch einmal vergisst und auch schon Schüler angefallen hat - da würde mir persönlich die Muffe gehen, aber sie scheint das recht wenig zu interessieren. Stattdessen macht sie sich gleich neue Feinde, indem sie sich gegen ihre "Art" entscheidet. Hallo Fettnäpfchen! Sie soll nicht bei den Katzenartigen bleiben, sondern zu den Hundeartigen gehen, was bedeutet, ihre neue Freundin wieder zu verlieren. Warum, wird nur kurz angerissen und macht für mich nicht wirklich Sinn, aber okay. Viel schlimmer fand ich, dass sie und ihre Freundin wie Kleinkinder darum betteln in einem Zimmer bleiben zu dürfen - wenn dieser Viktor wirklich so knallhart ist, hätte er allein den Gedanken der beiden im Keim erstickt.
Zu guter Letzt hat mich eine Sache noch beschäftigt. Lena wird noch in Deutschland von ihren Mitschülerinnen mit dem Auto gejagt. Sie ist sechzehn! Sechzehn! Folglich ist ihre Mitschülerin maximal siebzehn und darf noch nicht Auto fahren. Auf meine Frage hin antwortete mir die Autorin, dass diese Mitschülerin schon 18 Jahre ist, da diese ein bis zwei Ehrenrunden gedreht hat. Das mag ja sein, sollte aber direkt im Buch erwähnt werden, schließlich kann ja nicht jeder Leser einfach die Autorin fragen.

Lena als Protagonistin ist mir eigentlich zu Beginn ganz sympathisch gewesen. Je mehr sie aber Dinge einfach akzeptiert hat und nicht hinterfragt, desto mehr musste ich mich fragen, ob sie nicht vielleicht doch einen Schaden hat. Kein normaler Mensch geht einfach mit Fremden mit. Niemand bleibt so ruhig wie sie, wenn er etwas Neues, Unbekanntes kennen lernt. Niemand würde es akzeptieren, dass man sich in ein Tier verwandelt, ohne diese Dinge zu hinterfragen oder mindestens kurzzeitig Panik zu bekommen. Niemand, aber auch wirklich niemand würde emotionslos seine Familie zurück lassen. Und kein Mädchen würde einfach so in die Arme eines Jungen rennen, wenn sie ihn nicht einmal kennt. Schwärmen wäre okay gewesen, aber hier sah es mir schon nach der ganz großen Liebe aus. Das war mir dann doch ein bisschen zu viel.

Empfehlen möchte ich dieses Büchlein allen, die etwas für zwischendurch suchen und über die eine oder andere Logiksache drüber hinweg sehen können. Wer tiefer gehende Details sucht und vor allem ganz große Emotionen, der sollte lieber die Finger davon lassen. Doch als leichte Lektüre ist es schon lesbar. Die Schreibweise der Autorin gefällt mir ganz gut, sie ist flüssig, verständlich und es gibt kaum Fehler in der Rechtschreibung. Allein des Covers Willen ist die Geschichte eigentlich wert angelesen zu werden. Bei der Academy of Shapeshifters handelt es sich um eine Reihe, die aus mehreren Episoden besteht - mit Cliffhängern sollte auch hier gerechnet werden, denn die erste Episode endet mit einem solchen. Ich persönlich gebe der Fortsetzung noch eine Chance, weil ich die Idee zu den Shapeshifters mag und auch hoffe, dass es einfach besser wird.

Logik: 2/5
Idee: 4/5
Emotionen: 1/5
Schreibweise: 4/5
Spannung: 3/5
Details: 1/5

Gesamt: 2,5, leider Tendenz zu 2 Sternen, da ich die Schlussszene einfach nicht nachvollziehen kann und es ein Cliffhänger ist

  • Taschenbuch: 80 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (30. März 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1530388678
  • ISBN-13: 978-1530388677
  • Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 0,5 x 20,3 cm

Mittwoch, 3. August 2016

Dancing Girls Band 2 - Ida springt über ihren Schatten von Heike Abidi

Zum Inhalt:
Vier Mädchen. Vier Tanzstile. Ein Team!
Ballett bedeutet Ida einfach alles - darum kann sie es auch kaum erwarten, mit den anderen Dancing Girls einen neuen Tanz einzustudieren, bei dem sie tolle Pirouetten drehen kann.
Doch Emily, Charlotte und Yasmin wollen zuerst den neuen Proberaum renovieren. Super langweilig!, findet Ida. Und dann überzeugt Yasmin ihre Freundinnen auch noch von einem türkischen Hit, zu dem sie bei der Restaurant-Eröffnung ihrer Eltern auftreten sollen.
Wie lahm ist das denn? Ida stellt sich auf stur und will nicht mehr mitmachen.
Ist dies das Aus der Dancing Girls?

Cover:
Wieder gibt es zu der Buch-Reihe ein ganz wunderbares Cover. Während der erste Teil noch in einem quietschigen Rosaton daher kam, ist dieses Buch blau gehalten und auf dem Cover ist die Protagonistin Ida zu sehen. Richtig chic ist hier auch wieder die glitzernde Schrift, was ein absoluter Blickfang ist und Mädchenherzen sicher höher schlagen lässt. Ich jedenfalls mag das Cover ungemein.

Eigener Eindruck:
Ida ist super zufrieden. Nicht nur, dass der Auftritt mit ihren neuen Freundinnen zum Schulfest ein voller Erfolg war, nein, endlich sind Ferien und in diesen Ferien hat sie mit ihren Freundinnen etwas ganz besonderes vor. Denn in der Tanzschule Falk, die Emilys Eltern gehört, dürfen sich die Mädchen einen eigenen Tanzraum für ihre Gruppe "Dancing Girls" herrichten. Und für Ida steht fest, dass die Dancing Girls nicht nur etwas ganz Besonderes sind, sondern auch ganz groß rauskommen werden. Wer kann schon behaupten eine Gruppe zu haben, bei der man verschiedene Tanzstile kombinieren kann. Da ist zum einen Charlotte, die es liebt mit ihren Steppschuhen durch die Gegend zu klackern. Dann ist da Emily, die mit ihren coolen HipHop-Moves alle begeistert. Dann ist da auch noch Yasmin, welche mit ihrem exotischen Bauchtanz alle begeistert und natürlich sie selbst, die anmutig Ballett tanzt. Das kann doch nur gut werden! Ida sieht sich schon die ganzen Ferien als Prima-Ballerina Pirouetten drehen im neuen Tanzsaal drehen und dann steht auch noch der Umzug in das neue Haus mit ihren Eltern bevor, in dem sie auch ein kleines Tanzzimmer bekommen soll. Es könnte also alles nicht besser laufen. Doch dann muss Ida erkennen, dass das Herrichten des Tanzraumes in der Tanzschule sehr viel Arbeit mit sich bringt und doch zeitaufwändiger wird, als sie vermutet hat. Zu allem Überfluss soll sie in den großen Sommerferien Mathe üben, worauf sie so gar keine Lust hat, besonders nicht, weil ihr bester Freund und Mathe-Profi Rufus die ganzen Ferien nicht da ist. Und als die Dancing Girls im neuen Restaurant von Yasmins Eltern auftreten sollen, scheinen für Ida die Ferien endgültig verdorben, denn die Mädchen entscheiden sich für Musik, die Ida so gar nicht leiden kann und im Allgemeinen scheint sie mit den Mädchen auch immer öfter anzuecken. Ida muss sich die Frage stellen, ob Tanzen wirklich das ist, was sie machen möchte... dabei hat sie das doch immer so geliebt.

Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und muss sagen, dass mich diese Fortsetzung genauso gefesselt hat, wie der erste Band. Neben einem farbenfrohen Cover begeistert das Büchlein mit tollen Illustrationen, die immer zu den beschriebenen Situationen passen und so das Leseerlebnis auflockern. Das Buch ist wieder so schön geschrieben, dass man es in einem Rutsch durchlesen muss, das geht gar nicht anders. Die Schreibweise der Autorin ist wieder sehr angenehm zu lesen und es bleiben keine Fragen offen, alles geht schlüssig ineinander über. In diesem Buch muss sich Ida mit sich selbst und ihrem Charakter auseinander setzen. Dabei stößt sie auf ganz alltägliche Probleme, mit denen sich junge Mädchen auseinander setzen müssen. Wie ist es, wenn der beste Freund oder die beste Freundin die ganzen Ferien nicht da ist? Wie soll man in einem neuen Haus sein Zimmer einrichten, wenn man doch so viele Möglichkeiten hat? Warum kann man nicht über seinen inneren Schweinehund springen und einfach in den Ferien Mathe üben? Ist es legitim, wenn man sich eine Notlüge einfallen lässt und ab wann sollte man sich zusammen reißen und mit dem Flunkern aufhören? Warum sollte man nicht immer seinen eigenen Kopf durchsetzen, sondern vielleicht auch einmal einen Kompromiss eingehen? Ida muss in diesem Buch viel lernen, besonders wenn es darum geht, dass sie sich als Teamplayer bei den Dancing Girls beweisen muss. Sie muss sich ihrem Gewissen stellen und lernen, dass man aus jeder Situation, egal wie kompliziert, immer das Beste herausholen kann und sollte. Und dann ist da ja auch noch ihre Schwärmerei für Silas, den Bruder von Yasmin. Ida erlebt das erste Mal in ihrem Leben wie es ist, wenn man sich für einen Jungen interessiert. Ebenfalls ein sehr wichtiges Thema, mit denen sich junge Mädchen früher oder später auseinandersetzen müssen.

Ida ist im zweiten Band die Protagonistin und man lernt die Prima-Ballerina endlich besser kennen. Sie lebt für Ballett und kann sich nicht vorstellen irgendwann einmal etwas anderes zu tun, als zu Tanzen. Ida hat sich feste Ziele dahingehend gesteckt und ist sehr ehrgeizig. Dass der Arzt ihr sagt, dass sie vielleicht zu groß wird, um diesen Sport weiter zu betreiben verunsichert sie. Sogar so sehr, dass sie sich nicht mehr vollends auf das Tanzen konzentrieren kann und ihr Fehler passieren. Etwas, was Ida nicht gewöhnt ist, denn als etwas nicht so klappt, wie sie möchte, beginnt sie sofort zu Zweifeln und wirft viel zu schnell das Handtuch. Auch merkt man, dass Ida ein Einzelkind ist. Nicht nur, dass sie ein bisschen eifersüchtig auf die anderen Mädchen wegen deren Geschwister ist, nein, Ida will immer ihren Kopf durchsetzen und ist dabei nicht nur egoistisch und stur, sondern ist selten gewillt einen Kompromiss einzugehen, was sie im nachhinein selbst ärgert. Schön ist es zu lesen, dass sie schließlich erkennt, dass sie falsch handelt und beginnt an sich selbst zu arbeiten. Sogar gibt sie ihre Fehler zu, was sie wieder ungemein sympathisch werden lässt. Die anderen drei Mädchen rücken in diesem Band ein bisschen in den Hintergrund. Trotzdem haben auch sie wieder tragende Rollen. Sie helfen Ida ihren Weg zu finden und beweisen wieder einmal, wie schön es doch ist, wenn man Freundinnen hat, auf die man sich verlassen kann und die einem nichts nachtragen.

Empfehlen möchte ich dieses wunderbare Büchlein wieder allen Mädchen, aber auch Erwachsenen, die das Tanzen lieben und sich für eine Story rund um dieses absolut begeistern können. Ihr kommt hier voll und ganz auf eure Kosten. Diese Buchreihe, wenn auch für Kinder, hat mich mittlerweile richtig süchtig gemacht und ich freue mich schon auf die Fortsetzung der Reihe. Ich rechne fest mit zwei weiteren Teilen, denn es fehlen noch die Geschichten zu Emily und Yasmin - und denen fieber ich jetzt richtig entgegen. Ich bin bekennender Fan der Dancing Girls! Eine für alle und alle für eine :-D 

Idee: 5/5
Emotionen: 5/5
Logik: 5/5
Lesefluss: 5/5
Suchtfaktor: 5/5

Gesamt: 5/5

  • Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
  • Verlag: Coppenrath; Auflage: 1 (1. August 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3649666898
  • ISBN-13: 978-3649666899
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 14 x 1,6 cm

Dienstag, 2. August 2016

Dragon Ball Band 29: Super-Saiyajin Vegeta von Akira Toriyama


Die Cyborgs sind so, wie es Trunks aus der Zukunft voraus gesagt hat, an den beschriebenen Koordinaten erscheinen und beginnen damit die Stadt in Schutt und Asche zu legen und seine Bewohner auszuradieren. Die Freunde sind über deren Kraft schockiert und auch von der Tatsache überrumpelt, dass sie die Energie ihrer Gegner nicht spüren und somit Angriffe von ihnen nicht voraus sehen können. Als sie sie schließlich vor sich stehen haben und Son-Goku sich ihnen entgegen stellt, beginnt seine vorausgesagte Herzkrankheit ihn zu schwächen und er scheint chancenlos gegen die Maschinen. Unerwartet bekommt er Hilfe von Vegeta, der sich nun auch in einen Supersaiyajin verwandeln kann. Es liegt nun an den anderen sich den Cyborgs entgegen zu stellen. Und gerade, als die Freunde denken, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann, taucht Trunks aus der Zukunft auf und hat mehr als schlechte Nachrichten dabei. Denn die Cyborgs die er da vor sich sieht sind ihm völlig unbekannt. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.


Dieser Teil war wieder etwas ganz Neues. Die Freunde erscheinen zum einen wieder im neuen Design und die Gewaltbereitschaft der Gegner ist noch mehr gestiegen. Dass Son-Goku als glänzender Held der Reihe wegen seiner Krankheit versagt, macht ungläubig. Man hofft, dass er diese Krankheit überstehen wird - denn was wäre das für ein Ende, wenn der Held klammheimlich an einer Krankheit zu Grunde geht. In diesem Band hat also Vegeta dafür seinen großen Auftritt. Der Saiyajin wirkt neu modelliert, was ihn glaubwürdiger aussehen lässt - zu Beginn hatte Toriyama ihn ja doch sehr klein gezeichnet. Dieser kann sich nun auch in einen Supersaiyajin verwandeln und zeigt den Cyborgs wo der Hammer hängt. Zumindest dem ersten der beiden. Dass auch der Junge aus der Zukunft wieder auftaucht ist spannend, denn endlich erfahren seine Eltern, wer der Junge wirklich ist. Während Bulma vollauf begeistert ist, scheint Vegeta wieder typisch abweisend und ein Stinkstiefel zu sein. Die Nachricht, dass es sich bei den Cyborgs nicht um jene handelt, die die Freunde eigentlich bekämpfen sollten ist irritierend, doch sofort kommt mehr Spannung auf, als die Freunde erkennen, dass sie die Basis der Cyborgs noch vor dem verbliebenen Dr. Gero erreichen müssen, wenn sie schlimmeres verhindern wollen.


  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Carlsen (15. Februar 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3551735697
  • ISBN-13: 978-3551735690
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 11,4 x 1,8 x 17,6 cm

Whisper von Isabel Abedi

Noa kann es nicht fassen, als sie tatsächlich im Auto mit ihrer Mutter und deren besten Freund sitzt. In einem kleinen verschlafenen Nest hat ihre Mutter ein Haus ausfindig gemacht, in dem sie sich erholen möchte, fernab der ganzen Publicity. Denn Noas Mutter ist Schauspielerin und solche müssen sich eben auch einmal richtig erholen. Als Noa und ihre Begleiter im Dorf ankommen, scheinen sie von allen Seiten argwöhnisch beäugt zu werden. Schnell ist für Noa klar, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann, besonders, als sie vom Verschwinden eines Mädchens viele Jahre vor ihrer Zeit erfährt. Immer wieder hat sie das Gefühl, die Anwesenheit des Mädchens zu spüren und ist sich sicher, dass etwas Schreckliches passiert sein muss. Schnell hat sie ein paar Verdächtige gefunden und ist umso schockierter, als die beiden Männer sich auch noch für ihre Mutter interessieren und gegeneinander scheinbar einen Konflikt austragen. Auf ihrer Spurensuche hilft ihr der attraktive Junge David, zu dem sie sich nach einiger Zeit hingezogen fühlt. Doch je mehr sie in die Vergangenheit blickt, desto mehr zieht sich die Schlinge um ihren Hals zu. Noa befindet sich in Lebensgefahr.

Ich habe das kleine Büchlein gekauft, nachdem ich Lucian gelesen hatte und hellauf von der liebevollen Geschichte gefesselt war. Schnell stand für mich fest, dass wohl auch andere Werke der Autorin gefallen könnten. Doch so ganz überzeugen konnte mich das Buch dieses mal nicht. Zwar spielt die Autorin hier mit Emotionen, aber diese kochen nicht so schön über, wie bei Lucian. Was der Autorin aber sehr gut gelungen ist, ist die perfide Geschichte rund um das ermordete Mädchen und seine die Zusammenhänge zu den noch verbliebenen Personen im Dorf. Es war interessant mitzurätseln, wer denn wohl der Täter war und was mit ihr genau geschehen ist. Schnell schafft es die Autorin einzelne Personen in den Fokus zu rücken, sodass man definitiv die falsche Person verdächtigt. Die Geschichte an sich ist rund. das einzige was mich dann doch ein bisschen genervt hat war, dass ihre Mutter so ein durchgeknalltes, eigenes Wesen hat und sich scheinbar immer wieder an die Männer schmeißen muss, was ihnen mehr oder minder noch mehr Probleme schafft.

Noa als Protagonistin war mir persönlich sehr sympathisch. Sie scheint auf dem Boden geblieben zu sein und ist ab und an von ihrer Mutter genervt, was man bei dem ganzen Hype um sie durchaus verstehen kann und was eben für einen Teenager in dem Alter wahrscheinlich auch normal ist. Sie hat ganz alltägliche Probleme, so zum Beispiel, in dem sie schlecht Anschluss bei den Kindern im Dorf findet. Stattdessen scheint sie sich für David zu interessieren und das recht schnell und auch er scheint von ihr bereits zu Beginn nicht unbedingt abgeneigt zu sein. Dass die beiden sich schließlich finden, hofft der Leser, jedoch steht die Beziehung der beiden ein wenig im Hintergrund, da man sich ja hauptsächlich mit dem mysteriösen Verschwinden des anderen Mädchens befasst.

Für dieses kleine Buch gibt es definitiv eine Leseempfehlung. Das Buch eignet sich durchaus, um es für zwischendurch zu lesen. Es ist kurzweilig, ist spannend und macht Spaß.

Story: 5/5
Emotionen: 4/5
Spannung: 4/5
Abschluss der Geschichte: 4/5
Schreibweise: 5/5

Gesamt: 4/5


  • Taschenbuch: 280 Seiten
  • Verlag: Arena (1. Juni 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3401029991
  • ISBN-13: 978-3401029993
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 16 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 12,4 x 2 x 18,8 cm

Montag, 1. August 2016

Liebe auf den ersten Schlag (Baseball-Love Band 1) von Saskia Louis

Als der Profi-Baseballer und Womanizer Luke auf einem Heimatbesuch in Deutschland ist, trifft er auf die schlagfertige Emma, die ihm nicht nur Paroli bietet, sondern den Gewinnertypen auch noch beim Billiardspiel verlieren lässt. Die beiden scheinen ab dem ersten Moment hin und weg voneinander zu sein und es kommt zu einem One-Night-Stand. Emma ihres Zeichens eigentlich Männerhasserin seitdem sie von ihrem Verlobten sitzen gelassen wurde, hofft, dass sie ihn nie wieder sieht. Doch das Schicksal führt die beiden wieder zusammen, als Emma einen Job in Amerika annimmt. Bereits nach wenigen Tagen stehen sich die beiden wieder gegenüber. Und es kommt zu einem reinen Gefühlschaos, welches noch mehr durcheinander gebracht wird, als Luke in ernsthaften Schwierigkeiten steckt. Denn sein Ruf ist durch seine vielen Frauengeschichten stark angekratzt, was seinem Management arg missfällt. Emma kommt für Luke wie gerufen. Denn auf ihr Umfeld wirkt sie wie ein Mauerblümchen, genau das Gegenteil von seinem Beuteschema und dem Klischee, welches man ihm in den Medien anhängt. Luke macht ihr den Vorschlag, dass sie seine Alibifreundin wird und er ihr im Gegenzug, nachdem sie ihn theatralisch abserviert hat, Tor und Türen für die High Society öffnet, damit sie ihren Traum von einer eigenen Eventfirma erfüllen kann. 

Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und muss sagen, dass es mir sehr, sehr gut gefallen hat. Ich hatte eine Menge Spaß an den gepfefferten Dialogen und vor allem an den Situationen, in die die beiden sich ständig hinein manövrieren. Man kann die Emotionen der beiden während des Lesens richtig greifen und erkennt bald, dass sie doch mehr füreinander empfinden, als sie wirklich zugeben wollen. Schnell bemerkt man, dass die beiden ihre ganz eigenen Päckchen mit sich zu tragen haben und kann sich in den detaillierten Emotionen verlieren. Die Idee der Geschichte finde ich persönlich richtig klasse, auch wenn sie vielleicht ein bisschen kitschig erscheint, aber ich habe beim Lesen oft Momente gehabt, in denen ich einfach nur vor mich hingequiekt habe, weil die Situationen entweder so peinlich oder so toll waren. Die schlagfertigen Dialoge zwischen den beiden Protagonisten haben mir dabei eigentlich am meisten Spaß gemacht. Das war genau mein Ding, vor allem, weil die Autorin auch schön mit Sarkasmus gespielt hat. Dass die beiden sich natürlich gerade in Amerika wieder getroffen haben, war ein sehr großer Zufall, und für mich doch etwas unglaubwürdig, aber darüber kann man großzügig hinweg sehen, denn den Rest der Geschichte verschlingt man einfach so. Die Schreibweise der Autorin ist sehr fließend und die Szenen sind nicht zu sprunghaft, sodass man sich immer wieder in die Geschichte hinein findet, wenn man sie nicht in einem Rutsch liest.

Luke als Protagonist ist zu Beginn der Geschichte mehr so der unnahbare Typ. Er ist sehr von sich selbst überzeugt und lässt das seine Mitmenschen auch spüren. Dass er keine Skrupel gegenüber dem weiblichen Geschlecht hat, zeigt er immer wieder darin, dass er sich alles ins Bett holt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Dass er damit seinem Ruf schadet zeigt eindeutig, dass er selten über das nachdenkt, was er tut beziehungsweise, was andere wohl über ihn denken könnten. Auch will er sich keinen Rat annehmen, was ihn noch mehr in die Bredouille bringt. Außerdem ist Luke meines Erachtens noch nicht wirklich erwachsen, denn die Reaktion auf die Hochzeit seines Vaters zeigt eindeutig, dass er durchaus noch wie ein kleiner Junge bocken kann. Scheinbar dreht sich zu Beginn wirklich alles nur um ihn. Ändern tut sich dies erst, als er Emma in sein Leben lässt und beginnt ernsthafte Gefühle zu entwickeln. Plötzlich bekommen solche Dinge wie Treue, Ehre und Eifersucht eine völlig neue Bedeutung für ihn.

Emma als Protagonistin hingegen ist mir von Anfang an sehr sympathisch gewesen. Sie zeigt jedem wo der Hammer hängt, hat aber im Grunde einen weichen Kern. Besonders wenn es um Männer geht ist bei ihr der Spaß vorbei, was ihrem Ex-Verlobten zu verdanken ist. Seit dieser Sache hat sie ständig das Bedürfnis sich einzureden, dass sie keine Männer in ihrem Leben braucht und für nichts und niemanden gut genug ist. Das nagt sehr an ihr. Trotzdem zeigt sie nach außen hin keine Schwäche und ist immer akkurat bei der Sache. Dass sie auf Lukes Vorschlag mit der Alibipartnerschaft eingeht zeugt davon, dass sie keine Skrupel hat jemanden etwas vorzuspielen. Ob ich so etwas machen würde...wohl eher nicht. Aber sie hat ein Ziel vor Augen und dafür scheint ihr jedes Mittel recht.

Empfehlen möchte ich dieses Buch allen, die eine lockere Sommerlektüre suchen. Es geht um Liebe, es geht um Drama und vor allem geht es darum, dass man über seinen Schatten springen und auch einmal etwas wagen sollte. Das Buch macht definitiv süchtig auf mehr und ich hoffe, dass es bald eine Fortsetzung dazu gibt. 


Idee: 5/5
Emotionen: 5/5
Witz: 5/5
Drama: 5/5
Spannung: 5/5

Gesamt: 5/5


  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1412 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 337 Seiten
  • Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS; Auflage: 1 (30. Juni 2016)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B01HH04CBS

Ayashi no Ceres Band 2 von Yuu Watase

Nachdem sie von ihrer Mutter angegriffen wurde ist Aya als Person verschwunden und die Himmelsfee Ceres hat ihren Platz eingenommen. Skrupellos versucht sie die Familienmitglieder und Verbündeten des Mikage-Clans zu vernichten, doch ihre Kräfte scheinen an Toya abzuprallen. Als die Situation zu eskalieren droht, taucht Yuhi auf, der sie mit Hilfe eines Kusses in die Schranken weisen kann und Aya wieder die Kontrolle über ihren Körper übernehmen lässt. Dass sie sich jedoch in eine Himmelsfee verwandelt haben soll ist ihr nicht bewusst. Als sie in Yuhis Haus zurück kehrt hat Aya viele Fragen, doch diese sind schnell vergessen, als ihr Bruder Aki gegen den Willen seiner Familie bei ihr auftaucht. Alle Sorgen scheinen vergessen, so lang sie nur wieder zusammen sein können. Doch nachts taucht Ceres wieder auf und versucht Aki zu töten. Dabei hat sie ungeheuerliche Anschuldigungen. Denn Aki soll die Reinkarnation des Mannes sein, der ihr einst ihr Federkleid stahl und sie somit zwang auf der Erde zu bleiben. Ceres will nun jenes Federkleid wieder haben und den Mikage-Clan dem Erdboden gleich machen. Doch wieder kann sie ihren Plan nicht ausführen, da ihr Yuhi und auch Toya dazwischen funken. Als Aya wieder sie selbst ist, versucht sie ihrem Bruder verzweifelt zu folgen, wird jedoch von Toya aufgehalten, der sie mit zu sich nimmt. Die beiden kommen sich dabei näher und für Aya scheint klar, dass Toya ihr Grund ist, um an ihrem Selbst festzuhalten. Doch die nächsten Probleme lassen nicht lang auf sich warten. Nicht nur, dass ihr Cousin versucht sie als Himmelsfee für seine Zwecke einzufangen, um sich aller Himmelsfeen zu bemächtigen. Toya taucht plötzlich in ihrer Schule auf und scheint wie ausgewechselt und dann beginnt eine ihrer Mitschülerinnen damit die Krankenschwester der Krankenstation der Schule in Brand zu setzen.

Yuu Watase hat mit dem zweiten Teil der Geschichte rund um Aya und die Himmelsfee Ceres wirklich wieder ein Meisterwerk geschaffen das sich sehen lassen kann. Die Situationen kommen Schlag auf Schlag, sodass man gar nicht weiß, wie man das alles verdauen soll, doch es ist spannend und wirklich gut durchdacht. Neben sehr ernsten Szenen arbeitet Watase mit ausreichend Humor, die den Leser in ein Wechselbad der Gefühle schicken. Man kann den inneren Konflikt den Aya führt regelrecht greifen und hat wirklich Mitleid mit ihr. Wer würde schon gern die Kontrolle über sich selbst verlieren und die verletzen, die man eigentlich liebt? Die Geschichte um die Himmelsfee strickt sich auch immer verrückter. Besonders Ayas Cousin nimmt dabei eine ganz neue und vor allem verrückte Rolle ein. Er will alle Himmelsfeen unterjochen und sich und seinen Clan somit in neue Spähren der Macht bringen und dafür ist ihm jedes Mittel recht. In diesem Band erfährt man auch mehr über Toya, oder eben auch nicht. Man weiß nun endlich, warum er für die Mikages arbeitet und dass sie scheinbar etwas haben, was er unbedingt wieder erlangen möchte. Auch Yuhi erzählt ein bisschen aus dem Nähkästchen, sodass der Bursche immer sympathischer wird. Schon recht schnell bemerkt der Leser, dass sowohl Toya, als auch Yuhi sich für Aya interessieren, was durchaus interessant werden könnte. Was mich persönlich aber noch immer stört sind die Sachen die Watase ihrem Charakter Toya "angezogen" hat. Bauchfrei kann und will ich ihn einfach nicht ernst nehmen. Sicher ist es damals vielleicht cool oder in gewesen..., aber jetzt sowas von out. Trotzdem ist der Manga absolut lesenswert und ich freue mich schon auf die weiteren Teile.


  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Egmont Manga; Auflage: 5 (15. Dezember 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898856739
  • ISBN-13: 978-3898856737
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 11,5 x 1,5 x 18 cm

Cyberschokolade von Martina Sahler


  • (auch unter dem Namen "Cyberliebe" veröffentlicht)

  • Lisanne lebt mit ihrem Vater, ihrer Oma und ihren beiden Brüdern in Berlin - die Mutter sieht sie nur am Wochenende, da diese in Köln arbeitet und die Familie sich mehr oder weniger sich selbst überlassen hat. Sie hat in Ariane eine beste Freundin gefunden und schwärmt heimlich für Tom, ihrem Mitschüler, von dem Ariane und auch andere ihr aber dringend abraten. Doch Lis hofft, dass er sie irgendwann bemerkt, auch wenn sie mit sich selbst sehr unzufrieden ist und sich neben Ariane oft wie der Bettler im Kartoffelsack fühlt. Als sie durch ihren Bruder das Schul- und Chatforum kennen lernt, sieht Lis hier die Chance ihrem Tom endlich näher zu kommen, denn sie ist sich sicher, dass der Nick Tom12 eindeutig IHR Tom ist. Die beiden beginnen sich im Chatroom immer öfter zu treffen und auch außerhalb des Cyberspace versucht Lis die Aufmerksamkeit von Tom zu erregen. Doch während er scheinbar im Chat immer der liebevolle und beachtende Typ ist, lässt Tom sie in der Schule ständig eiskalt abblitzen.

    Geholt hatte ich mir das Buch eigentlich, weil ich die Geschichte China Blues der Autorin so toll fand und dachte, dass hier vielleicht eine ähnliche Atmosphäre aufgebaut wird. Doch so wirklich vom Hocker gerissen hat mich die Geschichte dieses Mal nicht. Es ist zwar interessant zu lesen, wie man vielleicht einmal selbst in jungen Jahren durch die Chatrooms getingelt ist, als diese noch In waren, aber irgendwie war es das dann auch schon wieder, weil man bereits schon zu Beginn erahnen kann, was passieren wird und daher für mich die Spannung im Buch verschwunden war. Die Gespräche im Chat waren wirklich gut nachempfunden, hätten aber für mein Empfinden mehr sein können, denn um diese Problematik hat es sich ja eigentlich auch gedreht. Das kennen lernen einer Person im Chatroom, von der man nicht weiß, ob sie wirklich existiert oder ob derjenige überhaupt die Wahrheit sagt oder eben lügt. Es werden auch Themen angerissen wie Cybermobbing beziehungsweise die Gefahr, dass man hierdurch an die Falschen gerät. Trotzdem ist diese Geschichte, wenn auch damals topaktuell heute veraltet und hat nur noch Charme für solche Leute, die vielleicht einmal so etwas in jungen Jahren selbst miterlebt haben - und sind wir mal ehrlich, wer geht denn heutzutage noch in Chatrooms, wo die sozialen Netzwerke auch die Möglichkeit bieten mit jemandem zu schreiben etc. Die Zeiten von Happychat und Co sind einfach vorbei, genau wie ICQ. Wenn du heute einem Jugendlichen wahrscheinlich erzählst, wie das alles mal angefangen hat, dann lacht der dich aus. Trotz der veralteten Thematik im Sinne der Chatrooms macht die Geschichte aber einen recht soliden Eindruck. 
    Lisanne wächst in recht geordneten Verhältnissen auf, versteht sich mal mit ihren Brüdern und mal nicht. Sie hat eine tuddelige Oma zu Hause, die sie aber trotzdem liebt. Sie mag auch ihre beste Freundin und doch vergleicht sie sich immer wieder mit ihr, weil diese angeblich dünner, hübscher und selbstbewusster ist. Genau die Thematiken, mit denen sich junge Teenies eigentlich beschäftigen. Die Gedanken und Emotionen die Lis durchlebt sind durchaus nachvollziehbar. Obwohl sie immer wieder versucht cool zu sein und über den Dingen zu stehen, scheint sie an manchen Situationen noch sehr unreif, was sie aber auch sympathisch macht.

    Wer sich für das Buch entscheidet sollte wissen, dass es eventuell etwas hinter der Zeit ist und sollte sich auf nicht mehr aktuelle Situationen einstellen. Wer damit leben kann, bekommt eine locker leichte Teeniegeschichte präsentiert. Es ist Geschmackssache, das muss ich offen und ehrlich so sagen.

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 482 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 122 Seiten
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00K7KKTDQ