Donnerstag, 24. September 2026

Bodo Völxen 01: Der Tote vom Maschsee von Susanne Mischke

 

Eine neue Kriminalbeamtin bei Oberkommissar Bodo Völxen,

eine Leiche mitten im Maschsee

und eine abgetrennte Zunge auf dem Grab eines Massenmörders.

 

Zum Inhalt (Booklet):
Im grünlichen Wasser des Maschsees treibt eine Leiche. Die Zunge des Toten liegt abgetrennt auf dem Stöckener Friedhof in Hannover, auf dem Grabmal der Opfer des Massenmörders Fritz Haarmann. Schnell findet die Kripo Hannover heraus, dass es sich bei dem Ermordeten um einen namhaften Psychiater handelt, einen Experten für Sexualstraftäter, dessen kühle, rationale Thesen sogar im Fernsehen für Aufregung gesorgt haben. Aber wer wollte den Mann so symbolträchtig zum Schweigen bringen?

 

Cover:

Das Cover ist recht schlicht und düster gehalten. Wir sehen hier eine beleuchtete Promenade im Hintergrund und im Vordergrund, so meine ich, ein Gewässer zu erkennen. Das passt gut zum Inhalt der Geschichte, ist jetzt aber nichts, was einem regelrecht ins Gesicht springt. Der Titel ist auch recht einfach, sodass man dieses Buch meiner Meinung nach zuerst übersieht. Krimifans werden hier wohl eher zugreifen oder Leser, denen die Autorin bereits bekannt ist. Mich persönlich hat das Cover aber nicht sonderlich angesprochen. Ich habe hier eher zugegriffen, weil ich einen Band inmitten aus der Serie bereits hatte und mein innerer Monk Bücher lieber in der richtigen Reihenfolge liest.

 

Eigener Eindruck:

Jule Wedekin kommt als Jungkommissarin in die Direktion von Oberkommissar und Schafliebhaber Bodo Völxen. Während sie bei den neuen Kollegen eher gemischte Gefühle hervorruft, zum einen, weil sie alles zu wissen scheint, hat sich Jule fest vorgenommen sich ihren Platz in den Reihen zu verdienen. Bereits beim Beginn ihrer Karriere im neuen Dezernat wird sie mit ihrem spanischen Kollegen Fernando auf den städtischen Friedhof gerufen, wo eine menschliche Zunge auf dem Grab eines Massenmörders abgelegt wurde. Die passende Leiche dazu lässt auch nicht lang auf sich warten und Jule, Fernando sowie ihre Kollegin und Psychologin Oda sehen sich einem Fall gegenüber der viel tiefer zu gehen scheint, als sie erst vermutet haben. Bei dem Opfer handelt es sich um einen berühmten Psychologen, welcher nicht nur Sexualstraftäter beleuchtet, sondern auch ein Schürzenjäger war. Die Spur führt zu einer Selbsthilfegruppe, deren Kinder Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sind und es scheint auch ein Motiv zu geben, welches nur langsam an die Oberfläche kommt. Doch wer wollte dem Opfer etwas Schlechtes und warum? War es eine der Mütter aus der Selbsthilfegruppe? War es die scheinbar missgünstige Kollegin aus der psychologischen Praxis? Oder hat es damit zu tun, dass das Opfer einen bekannten Sexualstraftäter eventuell hätte eine Begnadigung aussprechen können? Zwischen Schicksalen, Intrigen und Geheimnissen muss sich Jule Wedekin beweisen und auch ihre ganz eigenen Probleme bewältigen.

 

Dies ist der erste Band aus der Reihe „Bodo Völxen“ von Susanne Mischke. Die Geschichte beginnt bereits sehr spannend und an kann sich auch schnell mit den vielen Charakteren anfreunden. Diese sind übrigens auch sehr vielschichtig und haben alle ihr eigenes Päckchen zu tragen, was immer wieder in Zwischensequenzen präsentiert wird. Wir haben hier im Team der Polizei wirklich eine sehr interessante Mischung. Da haben wir Jule Wedekin, welche neu dazu kommt und sich erst einmal behaupten muss, nebenher muss sie sich von ihren Eltern abnabeln und versucht ihrem Ruf als höheres Töchterchen abzulegen. Dann haben wir ihren Kollegen Fernando, ein Spanier der scheinbar nichts anbrennen lassen will und es manchmal auch nicht so ganz ernst mit den Regeln nimmt – er hat im Schlepptau seine Mutter die genialer kaum sein könnte. Dazu kommt Psychologin und Dauerraucherin Oda, welche erst recht unnahbar ist, aber mit der Zeit auch auftaut und mit ihrer Teenagertochter zu kämpfen hat. Dazu kommt natürlich Bodo Völxen, schon etwas betagt und von seiner Familie dazu angetrieben endlich mehr Sport zu machen. Und natürlich nicht zu vergessen Dr. Bächle, der Pathologe, welcher durch seinen schwäbischen Akzent einfach nur schrullig genial ist. Jeder Charakter, jede Nebenfigur ist so toll ausgearbeitet und die Geschichte ist so detailliert geschrieben, dass kaum Wünsche offenbleiben. Es macht Spaß zu rätseln, wer der Mörder ist und welche Motive er hat und die Autorin schickt den Leser auch öfter einmal aufs Glatteis. Trotzdem kamen manche Dinge etwas unerwartet und waren für mich nicht ganz nachvollziehbar. Durch die vielen Zwischensequenzen blieben mir die Emotionen auch etwas auf der Strecke, was ich persönlich etwas schade fand. Vor allem Fernando in seiner Art ist manchmal einfach zu viel. Sieht man darüber hinweg, bekommt man aber eine solide Kriminalgeschichte, die einfach Lust auf mehr macht. Ich werde der Reihe wohl treu bleiben und freue mich schon auf Band zwei, vor allem, weil ich denke, dass Fernando vielleicht in Jule Wedekin mehr als nur eine Kollegin finden wird. Mal sehen, ob ich recht behalte.

 

Fazit:

Dieser Krimninalroman ist durchaus lesenswert, wenn man sich gern auf eine spannende Spurensuche begibt, Details in Hülle und Fülle liebt und einfach mal den Kopf ausschalten will. Auch wenn er den einen oder anderen Schönheitsfehler hat, so kann ich euch diesen ersten Band mit ruhigem Gewissen empfehlen. Er eignet sich perfekt für ein paar Strandtage oder regnerische Herbstmomente.

 

Idee: 5/5

Charaktere: 5/5

Logik: 4/5

Spannung: 4/5

Emotionen: 3/5

 

 

Gesamt: 4/5

 

Daten:

Ausgabe: eBook

Erscheinungsdatum: 17.04.2012

ISBN: 9783492955683

Sprache: Deutsch

Umfang: 304 Seiten

Verlag: Piper ebooks in Piper Verlag

 

 

 

 

 

 

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