Donnerstag, 21. April 2016

Blutmagier: Sonnenfinsternis (Teil 1) von Sandra Todorovic



Inhaltsangabe:

Ein Schicksal, vor Jahrhunderten geschrieben, soll nun seine Erfüllung finden:

Sie wird kommen, einem Engel gleich. Wenn Sonne und Mond am Himmel vereint. In den Träumen der Wächter wird sie sein. Ihr Herz rein, voller Unschuld und ohne jede Böswilligkeit. Ihr Blut ist das Elixier der Macht. Beschützt muss sie werden, bis der Mond schwarz ist wie die Nacht.

Olivia kann es nicht fassen, dass sie wirklich in einem Auto zu einem Internat in der Schweiz sitzt. Ihre Eltern haben sich zu diesem drastischen Schritt entschieden, um ihrer Tochter endlich zu zeigen, dass man auch Verantwortung im leben übernehmen muss. Traurig und wütend darüber, fügt sich sich Olivia ihrem Schicksal, denn schon vom ersten Tag an vermisst sie ihre Freunde, ihren Freund, aber auch ihre Eltern. Als Olivia in der Mitschülerin Alexis eine neue Freundin findet, scheint sich die Welt im Internat doch zum Besseren zu wenden und dann sind da auch noch Viktor und Jayden, beide ebenfalls auf dem Internat und scheinbar nicht ganz uninteressiert an Olivia, was sie selbst in eine Zwickmühle bringt. Und während Olivia sich mit ihrem Mitschülerinnen um Jungsprobleme und Schulaufgaben kümmert, braut sich im Hintergrund etwas ganz anderes zusammen. Etwas, was sie sich nie hätte vorstellen können.

Was ich erwartet habe:

Ich habe mir dieses Ebook mit nach Australien genommen, da ich die Beschreibung der Geschichte wirklich richtig interessant fand. Ich habe eine wunderbare Liebesgeschichte mit Dramatik erwartet. Ich wollte magische Begegnungen und ganz viel Fantasy.

Was ich bekommen habe:

Als ich schließlich angefangen habe zu lesen, schien die Geschichte auch noch sehr vielversprechend zu werden. Sie war wütend, weil sie ins Internat sollte. Absolut glaubwürdig. Sie war froh, dass sie Freunde findet. Auch nachvollziehbar. Sie verliebt sich gleich in die heiß begehrtesten Jungs der Schule - na von mir aus, so ein bisschen Teeniekram muss sein. Die beiden begehrtesten Jungs der Schule finden sie auch ganz toll und buhlen um sie - also bitte... Doch dann wurde es wirklich absurd. Denn während Jayden zu einem Praktikum nach London geht, verspricht sie ihm zu warten, flirtet aber immer heftiger mit dem armen Viktor, der sich auch noch Hoffnung macht und sie schon fast als sein Eigentum ansieht. Als Jayden wieder kommt und sie ihn summasumarum ja eigentlich erst gefühlt zwei Tage kennt - mit Praktikumspause des Armen in London, entscheidet sie sich schließlich doch für Jayden, warum auch immer. Was folgt ist eine Art Hahnenkampf zwischen Jayden und Viktor. Nicht unbedingt glaubhaft, aber auch okay. Schließlich beschließen Olivia und Jayden ins Kino zu fahren - natürlich mit seinem dicken Auto sponsoring by Mutti und Vati - und er hat auch eine Sondergenehmigung der Schule, um ein solches Auto zu besitzen (hört! hört!), kommt es schließlich zu einer Katastrophe und einem ultimativen Genrewechsel in dem Buch. Mitten auf der Straße steht eine fremde Person und hat nur ein Ziel - ha, richtig: Olivia. Und plötzlich - rummsbumms - ist Jayden ein Magier und will sie beschützen, weil er ahnte ja auch schon, dass das Ziel des anderen Magiers, seine liebe Olivia ist. Oh bitte... Das war der Punkt, an dem ich erst einmal aufgehört habe zu lesen. 

Die Geschichte begann so gut und wurde immer absurder, sodass man einfach nur noch mit dem Kopf schütteln konnte. Zuerst haben wir diese typischen Teeniebeziehungskisten, die mir persönlich ganz schön auf den Zeiger gehen. Olivia ist neu an der Schule. Okay. Sie ist vielleicht auch hübsch, auch okay. Die beiden heißesten Typen scharwenzeln dauernd um sie herum. Auch okay. Aber um Gottes Willen, was ist nur mit ihr los? Sie vermisst ihre Freundin, wo ist der Kummer? Sie vermisst ihren Freund. Wo ist der Kummer? Sie stellt fest - typisch Teenieklischee - dass ihr Freund nun mit ihrer besten Freundin geht... wo ist bitte die Emotion? Wo ist die Wut? Wo ist die Enttäuschung? Das war nicht glaubwürdig. Stattdessen bekommen wir Olivia charakterlich präsentiert - eigentlich ja ganz schön schüchtern, aber so eine Schlampe (!) die sich gleich an beide Jungs ran wirft, dem einen sogar richtig viel Hoffnung macht und ihn dann fallen lässt, wie eine heiße Kartoffel, weil der andere Prinz wieder angeritten kommt. Ganz große Klasse. Das macht sie richtig sympathisch. Dabei beschreibt die Autorin die beiden Prinzen nie wirklich im Detail, sodass man sich selbst kein Bild machen kann und sich einfach nur fragt: Was ist denn nun so toll an dem Einen oder an dem Anderen. Wenn man solche Beziehungskisten auffährt, sollte man schon ein bisschen mehr auf die Charaktere eingehen und vor allem mit Emotionen arbeiten.  


Was ich an der Geschichte auch sehr mangelhaft fand, waren die Übergänge. Die Geschichte liest sich eher wie eine grobschlächtige Zusammenfassung. Situationen werden einfach lieblos hingeklatscht, Szenenwechsel kommen im Galopp und die Thematiken sind stumpf, sodass manche Szenen nicht mehr logisch erscheinen. Wir ziehen mit Liv ins Internat ein. Da ist eine dunkle Person in den Fluren. Wir beschäftigen uns mit ihren Freundinnen, die zu viel Freunde um den Finger gewickelt haben (eigentlich sind alle Mädels in dem Internat ganz schöne Flittchen). Sie hat Probleme in der Schule. Heute mag sie den, morgen den. Bis zur Hälfte des Buches hat der Leser das Gefühl, dass es sich um einen normalen Internatsroman handelt, bis plötzlich ein Magier auf der Straße steht und Olivia mit sich nehmen will. Plötzlich ist Jayden auch ein Magier und klärt sie mal ganz fix darüber auf. Soso... Warum gab es da nicht vorher schon einmal den Versuch sie mit zu nehmen? Oder warum gab es nicht mal eine unheimliche Szene? Die neue Situation wird hingeklatscht wie ein Stück rohes Fleisch. So ist es aber irgendwie andauernd. Der Lesefluss wird immer wieder durch neue eingeworfene Szenen unterbrochen, bei denen sich der Leser fragen muss, ob er einfach etwas überlesen hat. Das fetzt ganz und gar nicht. Die Geschichte hatte echt Potential und wurde so schlecht umgesetzt, dass man fast schon heulen möchte. 


Empfehlen kann ich die Geschichte niemandem. Ich bin einfach nur enttäuscht. Gesamt gebe ich dem Buch zwei Sterne von fünf, schlicht, weil der Anfang wirklich gut war, aber dann alles in sich zusammen gebrochen ist.  


Liebe: 2/5 
Logik: 2/5 
Spannung: 1/5 
Emotionen: 2/5 
Fantasy: 2/5 


Gesamt: 2/5 



  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 583 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 153 Seiten
  • Verlag: BookRix (19. Oktober 2014)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00BY09U4C

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