Samstag, 23. Mai 2026

Kleider machen Leute von Gottfried Keller

 Eine Lüge durch Trug und Schein
Und doch die Prüfung für die wahre Liebe.

Zum Inhalt (Booklet):
Diese köstliche und tiefsinnige Geschichte von einem armen Schneider, der aufgrund seines gepflegten Äußeren für einen Grafen gehalten wird, ist eine der bekanntesten Novellen Kellers.
Die ganze Stadt überbietet sich darin, dem vermeintlichen Grafen, der seine Rolle, aus der er sich eigentlich heraussehnt, immer besser beherrscht, die Aufwartung zu machen. Als er sich jedoch mit Nettchen, der Tochter des Amtsrates, verlobt hat, ist es für ihn unmöglich, aus der Rolle auszubrechen. Gegen den Widerstand ihres Vaters bleibt seine Verlobte ihm treu, auch als er schließlich entlarvt wird. In Goldach bringt es der arme Schneider schließlich zu verdientem Wohlstand.

Cover:
Das Cover ist schlicht gehalten. Wir sehen hier auf braunem Grund die Zeichnung einer Kutsche im – ich möchte behaupten, viktorianischen Stil – und passend dazu einen Kutscher auf dem Kutschbock sowie eine Person, die in edler Kleidung und Spazierstock danebensteht. Das ist eine schöne Szene, passend zum Buch. Wer die Geschichte kennt, der kann hier den edlen „Grafen“ ausmachen, weshalb ich diese Covergestaltung sehr passend finde. Wer die Reihe der Hamburger Lesehefte kennt, weiß, dass alle Cover durch solch einschlägige Zeichnungen dargestellt werden. 

Eigener Eindruck:
Der ganze Ort ist in Aufruhr. Ein edler Graf macht seine Aufwartung und alle versuchen dem edlen Herrn zu gefallen. Dass dieser aber gar kein Graf, sondern ein verarmter Schneide ist, das weiß niemand. Sein Besitz sind lediglich die Kleider die er trägt. Doch was einst als Spaß begann und was den Schneider seine Schauspielkunst abverlangt wird bald immer mehr zur Probe für ihn. Denn er wird verlobt und liebt Nettchen auch, will sie also nicht mehr belügen. Doch wie soll er sich aus der Situation retten? Und was werden die Folgen seiner Lüge sein?

Dieser klassische Text stammt aus der Feder von Gottfried Keller und ist eine Novelle, welche von der Thematik her nicht nur als Theaterstück inszeniert wurde, sondern auch seinen Weg auf die Leinwand gefunden hat. Die Geschichte musste ich das erste Mal in der siebten Klasse lesen und man kann sich sicher vorstellen, dass das zu diesem Zeitpunkt einfach gar nicht unser Ding war. Was haben wir diesen Text gehasst. Ich hatte mir geschworen es nie, wirklich nie wieder zu lesen. Aus damaliger Sicht war der Text einfach schwerfällig und das Thema langweilig. Als Reread muss ich sagen, hat es mich doch begeistern können. Es macht Spaß die Verwirrungen zu erleben, die Charaktere nachzufühlen und diese Adaption der „Kleider machen Leute“ noch einmal zu erleben. Der Text ist kurzweilig und hat einen lehrhaften Charakter. 

Fazit:
Eine amüsante Geschichte mit lehrhaftem Charakter, die mich bereits als Schüler schon begeistert hat, auch wenn ich mich als Schullektüre damit wirklich schwergetan habe. Jetzt, beim Reread, wo man das eine oder andere noch mehr versteht, ist das Buch ein kurzweiliger Spaß für jene, die klassische Texte mögen. Effektiv ist diese Geschichte wie das Märchen „Kleider machen Leute“, nur moderner und ausgeschmückter – mit Liebe und aus einer völlig neuen Perspektive.


Gesamt: 4/5

Daten:
Ausgabe: Geheftet
Erscheinungsdatum: 01.01.2023
ISBN: 9783872910028
Sprache: Deutsch
Umfang: 48 Seiten
Verlag: Hamburger Lesehefte







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