Montag, 7. November 2016

Non, rien de rien (Booksnack) von Monika Detering

Zum Inhalt:
Es war gefährlich, aufzuwachen und sich allein in einer Dreizimmerwohnung zu sehen, es war gefährlich, seine Träume aufzugeben, nur weil man ein wenig älter geworden war. Und nur ein bisschen aus dem alten Leben zu gehen, reichte nicht. Manchmal musste man gehen, damit einen die gleichförmigen Tage nicht vorzeitig fraßen.

Helene ist eine ältere, rüstige Frau, die das Leben liebt. Durch einen Beinbruch ist sie jedoch auf die Hilfe ihrer Kinder angewiesen, die sie jedoch eher hin und her schieben, als sich wirklich um sie zu kümmern. Zeit etwas zu ändern. Zeit um aus diesen Schranken auszubrechen. Und Zeit endlich noch einmal zu leben! Helene erinnert sich an das was war, das was ist und trifft schließlich eine Entscheidung.

Mit dem Booksnack "Non, rien de rien" präsentiert Monika Detering eine Kurzgeschichte, die zum Nachdenken anregt. Zu Beginn der Geschichte begegnen wir den Geschwistern Kurt und Ilona, denen alles zu viel scheint, selbst, wenn es sich um ihre alte Mutter handelt. Während die beiden versuchen allem aus dem Weg zu gehen und sich den schwarzen Peter für das Wochenende bei ihrer Mutter zuzuschieben, ist Mutter Helene sich ihrer Situation recht bewusst. Sie erinnert sich an Vergangenes, sie erinnert sich an Eigenarten von Mann und Kindern und schließlich erinnert sie sich an Dinge, die sie einfach mit Leben erfüllen. Deshalb trifft sie sehr schnell eine Entscheidung.
Während man die Geschichte zu Beginn aus der Sicht von Helenes Sohn Kurt liest, schwenkt man ab der Hälfte zu Helene. Die Autorin schafft es innerhalb von vier Seiten (der Rest ist eine Leseprobe), mit Emotionen zu spielen und die Gedankenwelt anzuregen. Man ist als Leser enttäuscht von Kurt und Ilona, man hat Mitleid mit Helene und schließlich ist man begeistert, was für eine taffe Frau Helene ist und wie sie ihr Leben durchzieht. Hintergründig spricht die Geschichte für mich die Problematik an, die man leider vielerorts immer mehr erlebt. Kinder lassen sich von ihren Eltern erziehen, vom hilflosen Würmchen, zum erwachsenen Menschen. Doch wenn die Eltern dann Hilfe bräuchten, dann ist alles zu viel. Ein Manko der heutigen Gesellschaft. Viel zu schnell will man alte Menschen als Last ansehen und sie gar ins Heim abschieben. Traurig, aber wahr. Die Geschichte stößt auf diese Problematik und zwingt den Leser sich mit dieser Situation auseinander zu setzen. Das finde ich wirklich gut.

Empfehlen möchte ich diesen Booksnack allen, die gern etwas Tiefgründigeres für Zwischendurch suchen. Mit der Geschichte werdet ihr definitiv nicht enttäuscht sein.

Idee: 4/5
Charaktere: 4/5
Logik: 4/5
Gedankenwelt: 4/5

Gesamt: 4/5


  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 496 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 26 Seiten
  • Verlag: booksnacks.de (26. Juli 2016)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B01J3P3JLO

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