Dienstag, 4. April 2023

Frau Freitag #1: Chill mal, Frau Freitag! von Frau Freitag

 

Lehrer sein ist schön haben sie gesagt,

die Jugend ist dankbar, haben sie gesagt…

Naja…

Ein Leben am Limit!

 

 

Zum Inhalt:

»Hitler hat die Mauer gebaut«, glauben Abdul und Ronnie. Esra stylt sich im Disco-Islam: rosa oder türkis mit Glitzer und natürlich Kopftuch. Und Samira, die Klassenqueen, kann sich keine Sekunde von ihrem Handy trennen und hält hyperaktive Siebtklässler in Schach. An Frau Freitags Schule geht es immer voll ab. Ihr Alltag als Lehrerin ist absurd-komische Realsatire - verrückt, anrührend und vor allem sehr lustig. Aber Frau Freitag findet: Ich habe den schönsten Beruf der Welt.

 

 

Cover:

Das Cover finde ich recht einfach gehalten und hat mich auch nicht sonderlich angesprochen. Wir sehen hier eine comicartige Figur, die wohl einen Vogel oder so etwas Ähnliches darstellen soll, der ziemlich nach Gangster-Rapper aussieht. So eine Art Ghetto-Küken. Schöne Assoziation, aber mir persönlich zu einfach. Da hätte schon mehr kommen können. Trotzdem ist wohl eben jenes Küken für die weiteren Bücher der Autorin doch ein recht auffälliges Banner.  Trotzdem können wir dem Cover noch nicht viel über den Inhalt des Buches entnehmen. Irgendwie schade.

 

Eigener Eindruck:
Frau Freitag ist Lehrerin in Berlin, sie liebt ihren Job und plaudert in diesem Buch aus ihrem Alltag. Das tut sie mit Stolz, das tut sie mit einer ordentlichen Portion Ironie und sie tut es vor allem sehr anschaulich, was den Leser bereits ab der ersten Seite voll mit hinein nimmt in die Krisenzone Schule – besser gesagt Ghetto- Schule, denn die Autorin schafft es die Dialoge wirklich so krass zu schreiben, dass man sich mitten drin fühlt im Berliner Schulleben. Und wow, das ist wirklich gut, aber auch so was von zum Fremdschämen. Man hat aber auch einige Dinge über die man Lachen kann. Klischees werden hier allemal bedient und doch muss man als Ottonormalverbraucher den Kopf schütteln, wenn diese jungen Menschen wirklich einmal auf die Welt losgelassen werden sollen. Himmel hilf! Sieht man von den ganzen Klischees ab, die auch in sehr berühmten deutschen Filmproduktionen bedient wurden, so bekommt man aber auch einen Abriss davon, was in unserer Politik und Gesellschaft schief läuft. Man bekommt einen Einblick in das harte Leben in denen sich Deutsche wie Ausländer fühlen und Deutsche mit ausländischen Wurzeln von vor zich Generationen noch immer mit ihren Wurzeln schmücken – Probleme und Denken übernehmen und sich irgendwie immer wieder im Kreis drehen. Das stimmt nachdenklich und macht ein völlig neues Bild und doch: vorwiegend bekommen wir den Kulturschock unseres Lebens und müssen uns fragen, was hier schief gelaufen ist, denn zwischen Schule schwänzen, Traditionen und auch der einen oder anderen Hackordnung unter den Kollegen kommt immer wieder die eine Frage auf: Ist das wirklich so? Und warum unternimmt hier keiner etwas? Sollte das Buch vielleicht auch einmal von unseren Bildungsministern gelesen werden? Auf jeden Fall! Mir jedenfalls hat das Buch viel gebracht: Spaß, Aufklärung und der Wunsch nach mehr aus der verrückten Welt von Frau Freitag. Im Übrigen gefällt mir diese Art der Buchschreiberei mehr als die Kriminalromane mit Fräulein Krise. Vielleicht hätte ich erst mit diesem Buch hier anfangen sollen. Wer im Übrigen lesefaul ist, der kann dieses Buch auch als Hörbuch bekommen. Das Wird von Caroline Kebekus gelesen und macht auch richtig viel Spaß (nur mal so am Rande) – aber die Frau hat es richtig raus das Hörbuch stimmungsvoll zu verpacken.

 

Fazit:

Wer nicht alle Klischees zu ernst nimmt, dem möchte ich dieses Buch hier gern empfehlen.

 

 

Idee: 5/5

Charaktere: 4/5

Logik: 4/5

Spannung: 4/5

Emotionen: 4/5

 

 

Gesamt: 4/5

 

Daten:

ISBN: 9783548373997

Sprache: Deutsch

Ausgabe: Taschenbuch

Umfang: 336 Seiten

Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag

Erscheinungsdatum: 11.03.2011

 

Freitag, 31. März 2023

Die verbotene Gasse von Helmut Aigner (Eshort)

 


Eine Gasse, in der das Böse zu hausen scheint….

 

Zum Inhalt:

Zwanzig Jahre nach Abschluß der Aedon-Vohrn Trilogie:

Ein Zeitalter voller Magie und Wunder ist angebrochen, aber die Welt ist nicht friedlicher geworden.

In der freien Stadt Wornmoth hat die Anomalie, eine magische Katastrophe, die Innenstadt entvölkert. Paktritter sperrten die Bezirke ab und erlauben keinen Bewohner den Einlaß. Nur Lirn, ein Straßenjunge, treibt es zu den verbotenen Bereich im Zentrum. Dort erwartet ihn das Geheimnis eines elfischen Nekromanten und seine Zukunft außerhalb der Stadt.

 

Cover:

Das Cover ist recht simpel gehalten, war aber für mich bei einem kostenlos zu habenden Ebook völlig okay. Wir sehen hier eine Gasse – was auch gleich sehr gut zur Geschichte passt – sowie eine schemenhafte Figur eines Menschen. Passend und somit völlig ausreichend. 

 

Eigener Eindruck:
Obwohl es streng verboten ist, macht sich der Weisenjunge Lirn auf den Weg in die verbotene Gasse der Stadt. Hier hofft er Spuren von seinem Vater zu finden, doch schon bald begegnet er den Parkrittern – oder zumindest jenen, die wissen, was hier einst geschah und welche Gefahren hier verborgen sind. Und auch das Eindringen in den verbotenen Bereich bleibt nicht ganz ohne Folgen für den Jungen.

Diese Kurzgeschichte liest sich an sich doch recht schwer, was aber vor allem der Sache geschuldet ist, dass ich die Vorgeschichte zu der Story hier einfach nicht kenne und mich in dieser Fantasywelt völlig neu orientieren musste. Ist man dann erst einmal drin, dann liest es sich recht interessant, aber ich musste auch schnell für mich feststellen, dass mir das doch ein bisschen zu HighFantasy war. Einige Dinge waren für mich einfach nicht greifbar, weshalb ich das Büchlein hier neutral bewerte. Da man das Ebook nicht ohne Vorkenntnisse lesen sollte, bekommt es von mir auch keine Leseempfehlung. Besser wäre gewesen diese Shortstory eher als Appetizer für die Hauptgeschichte zu nehmen, aber das ist leider nicht so geglückt. Und da die Vorkenntnisse einfach fehlen waren dann Emotionen und Spannungsmomente einfach nicht greifbar.

 

Fazit:

Finger weg, wenn ihr noch kein Buch des Autors gelesen habt.


Gesamt: 3/5

 

Daten:

ISBN: 9783739680934

Sprache: Deutsch

Ausgabe: eBook

Umfang: 68 Seiten

Verlag: BookRix

Erscheinungsdatum: 16.10.2017

Donnerstag, 30. März 2023

Die Expedition von David Blaschke (eShort)

 


Ein Fluch nimmt seinen Lauf…

 

 

Zum Inhalt:

Eines Tages bekommt Professor Adair einen mysteriösen Umschlag zugesandt. Der Inhalt nimmt ihn sofort in seinen Bann. Eine Karte deren Geheimnis den Professor nicht mehr loslässt. Nun setzt er alles daran dieses Geheimnis zu lüften. Und der Albtraum nimmt seinen Lauf.

 

Cover:

Das Cover gefällt mir ganz gut. Zu sehen sind hier typische Gegenstände, welche man wohl bei einer romantisch verklärten Version eines Archäologen findet. Eine Karte, der Ansatz eines geheimnisvollen Schädels und eine steinerne Figur. Das passt ganz gut und ist für eine Kurzgeschichte schon fast ein richtig luxuriöses Cover. Klasse.

 

Eigener Eindruck:
Als Professor Adair einen geheimnisvollen Umschlag erhält, beginnt sich sein Leben drastisch zu ändern, denn der Inhalt ist geheimnisvoll und gefährlich. Trotzdem beginnt er zu forschen und findet sich bald einem Fluch gegenüber, der für ihn nicht gut ausgehen könnte.

 

Diese Kurzgeschichte gab es kostenlos bei meinem Ebook-Dealer des Vertrauens und ich muss sagen, dass ich etwas skeptisch an diese Kurzgeschichte herangegangen bin, da diese meist doch recht lapidar sind. Der Autor hate es aber geschafft mich eines Besseren zu belehren. Schnell kommt man in die Geschichte rein und ohne großes Federlesen kommt der Autor zum Punkt, schafft es aber auch ohne Übertreibungen eine ganz besondere Stimmung aufzubauen und so bekommt die Geschichte ein richtig abenteuerliches, aber auch mystisches Feeling – viel mehr möchte ich auch gar nicht sagen, sonst muss ich spoilern. Es macht einfach Spaß und ich war ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht, dass das Buch dann so schnell fertig war. Das ist zwar perfekt für eine Pause, aber da hätte einfach noch mehr kommen können und ich hoffe, dass der Autor auch einmal längere Werke verfasst. Er hats echt drauf, wenn man das so lapidar mal sagen darf.

 

Fazit:

Eine tolle Kurzgeschichte die mit wenig Seiten auskommt, aber es so richtig in sich hat. Von mir gibt es eine Leseempfehlung. Perfekt für eine Busfahrt oder Pause, wenn man einmal abschalten will.

 

 

Idee: 5/5

Charaktere: 4/5

Logik: 4/5

Spannung: 4/5

Emotionen: 4/5

 

 

Gesamt: 4/5

 

Daten:

ISBN: 9783738627015

Sprache: Deutsch

Ausgabe: eBook

Umfang: 13 Seiten

Verlag: BoD E-Short

Erscheinungsdatum: 29.10.2015

 

Mittwoch, 29. März 2023

Mari reitet wie der Wind von Federica de Cesco

 


Wenn die Liebe zu deinem Pferd dich Dinge tun lässt,

die man eigentlich nicht tun sollte…

 

 

Zum Inhalt:

Mari liebt ihr Pony Paloma über alles. Und die Stute lässt sich von niemandem anderen reiten. Als Maris Onkel stirbt, muss sie machtlos mitansehen, wie der grausame Großbauer Aumale ihr die geliebte Stute wegnimmt. Nach einer dramatischen Flucht mit Paloma kommt Mari bei Zirkusleuten unter. Doch wie soll es nun weitergehen?

 

Cover:

Das Cover gefällt mir sehr gut. Es zeigt auf einem freundlichen, orangefarbenen Grunde ein Pferd sowie ein Mädchen. Pferdefreunde werden hier also sofort begeistert zugreifen und es ist auch eine schöne Assoziation zu der Geschichte des Buchs.

 

Eigener Eindruck:
Als der Großbauer Aumale nach dem Tod von Maris Großvaters dessen Schulden eintreibt, nimmt er auch das Pferd von Mari mit, das sie einst von ihrem Großvater geschenkt bekommen hat. Für das Mädchen bricht eine Welt zusammen und für sie steht fest, dass sie ihr Pferd um jeden Preis wiederhaben will. Doch ihr Pferd Paloma scheint unerreichbar, bis ihr eine List einfällt und sie das Pferd stiehlt. Damit beginnt ein turbulentes Abenteuer, das ihr und ihrem Pferd alles abverlangt.

 

Die Geschichte von Mari liest sich leicht und ist auch schnell gelesen, da das Buch doch recht kurz gehalten  – aber perfekt für junge Leser ist. Mit dem heißgeliebten Pferd, welches einfach genommen wird, trifft die Autorin wohl schnell den Nerv des geneigten Pferdefreundes und so fiebert man fix mit Mari und Paloma mit, dass sie es irgendwie schaffen für immer zusammen bleiben zu können. Das ist natürlich spannend, macht neugierig und man kann auch die Emotionen von Mari sehr gut nachvollziehen. Was mir jedoch als erwachsener Leser schnell aufgefallen ist und immer wieder vor die Füße kam, waren solche Grundsätze wie: Du sollst nicht stehlen, du sollst nicht lügen und du sollst nicht von zu Hause abhauen und dich Hals über Kopf in Schwierigkeiten stürzen. Dahingehend sendet das Buch für mich völlig falsche Signale und auch wenn das Buch ein Happy End hat, so muss ich ehrlich gestehen, dass ich nicht damit einverstanden bin, dass Mari hier so leicht davonkommt. Das funktioniert nun mal im wirklichen Leben nicht so und auch dieses Zigeunerleben, das sich die Familie dann annimmt – ja, mag sein, aber das ist so romantisch überverklärt, dass man einfach nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Sieht man aber davon ab, bekommt man eine ganz solide Geschichte, die vor allem dem pferdebegeisterten Kind/Jugendlichen Spaß machen wird.

 

Fazit:

Ein Buch, welches wahrscheinlich bei Pferdefreunden absolut gut ankommen wird, jedoch für mich, aus erwachsener Sicht teilweise auch falsche Signale sendet. Trotzdem möchte ich das Buch aber empfehlen, weil es eine bedingungslose Liebeserklärung an Tiere ist.

 

 

Idee: 5/5

Charaktere: 4/5

Logik: 4/5

Spannung: 3/5

Emotionen: 4/5

 

 

Gesamt: 4/5

 

Daten:

ISBN: 9783401509495

Sprache: Deutsch

Ausgabe: Taschenbuch

Umfang: 120 Seiten

Verlag: Arena

Erscheinungsdatum: 03.01.2017