Samstag, 14. Januar 2017

Die Bestimmung (Band 1) von Veronica Roth

Zum Inhalt:
Altruan - die Selbstlosen. Candor - die Freimütigen. Ken - die Wissenden. Amite - die Friedfertigen. Und Ferox - die Furchtlosen ... Fünf Fraktionen, fünf verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie. Doch der Test, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte. Die aber gelten in ihrer Welt als hoch gefährlich ...

Beatrice ist eine Altruan. Eine Selbstlose. Sie ist dazu erzogen worden nie ein schlechtes Wort zu verlieren. Sie soll nicht eitel sein. Sie soll sich nicht überchic kleiden. Sie soll nicht auffallen. Doch alles, was die Altruan verkörpern stellt sie für sich immer wieder in Frage. Wäre es nicht interessanter ein Ken zu sein, wissensdurstig voran zu gehen. Oder sich furchtlos wie die Ferox auf einen fahrenden Zug zu stürzen? Es gäbe so viel Möglichkeiten. Ein Test soll Gewissheit bringen, für wen sich Beatrice eignet und welches Leben sie fortan leben sollte. Sie hat die Wahl. Doch ihr Test zeigt eine Anomalie. Sie ist eine Unbestimmte. Ein Mensch, der zu allen und doch zu keiner Fraktion passt. Ein Mensch, der im System als gefährlich gilt. Sie muss sich verstecken, muss ihr Ergebnis verheimlichen. Und das wird ihr wohl am besten gelingen, wenn sie sich der gefährlichsten und waghalsigsten Gruppe anschließt. Den Ferox. Doch eine andere Fraktion, als die eigene zu wählen bedeutet, dass sie ihre Familie hinter sich lassen muss. Ihre Mutter, ihren Vater, ihren Bruder. Doch auch ihr Bruder entscheidet sich gegen die Altruan.
So macht sich Beatrice auf den Weg in ein völlig neues Leben. Ein gefährliches Leben, welches ihr viel abverlangt. Zwischen lebensbedrohlichen Situationen, harten Trainings und Kämpfen innerhalb der Gruppe ist sie nicht mehr Beatrice, sondern Tris. Und während sie versucht die Zähne zusammen zu beißen, beginnt sich etwas zwischen ihr und ihrem Trainer Four zu entwickeln. Doch die zarte Liebe wird von einem großen Unglück überschattet und Tris muss mehr denn je um ihr Überleben kämpfen.

Mit der Reihe "Die Bestimmung" schafft Veronica Roth eine apokalyptische Stimmung. Die Welt ist in Fraktionen getrennt und alle Fraktionen leben nach ihren eigenen Regeln. Wer sich nicht anpasst oder anders ist, der passt nicht ins System. Mit der Idee hat Veronica Roth nicht unbedingt Neuland betreten, hat die Idee um eine gespaltene Gesellschaft gut umgesetzt. Man kann sich sehr gut in die Geschichte hinein versetzen und die Szenen bildhaft vor sich sehen. Auch die Gefühle und Gedanken von Tris lassen sich sehr gut nachempfinden. Man bangt mit dem Mädchen und man hofft mir ihr. Man freut sich, wenn sie sich weiter entwickelt und mit ihr beginnt man sogar ein bisschen für Four zu schwärmen. Was ich jedoch sehr bedrückend fand war, wenn es in der Gruppe zu Streitigkeiten kam, wenn die Kameraden untereinander versucht haben sich auszuspielen. Sicher will niemand ausgestoßen werden und die Regeln bei den Ferox sind hart, jedoch sind manche der Ferox-Rekruten so skrupellos, dass einem das Blut in den Adern gefriert.
Die Entwicklung der Geschichte ist unerwartet. Trotzdem waren einige Dinge vorhersehbar. So konnte ich mir von Anfang an denken, dass Tris Mutter ein Geheimnis hatte. Genauso war eigentlich schon vornherein klar, dass Four der Schwachpunkt von Tris werden würde. Mir hat ein bisschen gefehlt, dass die Geschichte sich zwischen den beiden so nach und nach entwickelt hat - aber wahrscheinlich hab ich dahingehend zu hohe Ansprüche. Was mir aber im Großen und Ganzen an der Geschichte wirklich am Besten gefallen hat, waren die Details zur Umgebung. Es war wirklich stimmig und gibt der Geschichte somit einen ganz eigenen Charme. Trotzdem waren manche Situationen für mich verwirrend und unlogisch und ich musste zweimal lesen, was die Autorin sagen will, besonders in Hinsicht auch die fünf Fraktionen. Manche Dinge hätten in meinen Augen einfach mehr beleuchtet werden müssen. So stelle ich mir immer wieder die Frage, warum die Menschen nur auf so einem kleinen Gebiet in Fraktionen leben und das für die vollkommen normal ist. Andere Städte mit dem gleichen System wären doch interessant gewesen. Auch diese Stumpfheit der Menschen alles so hinzunehmen. Wie hirntot. Das hat mich bereits zu Beginn verwundert. Effektiv sind doch alle wie Gefangene. Da muss doch vor allem von Ken, Candor und Ferox mehr hinterfragt werden.

Tris als Protagonistin ist ein echt armes Ding. Erst darf sie sich nicht richtig ausleben und denken, wie sie will und dann soll sie im nächsten Moment härter, rücksichtsloser und wilder denn je sein. Eigentlich wählt Tris das komplette Gegenteil von dem, was ihre Erziehung war. Dass sie sich Gedanken um ihre Familie macht ist klar und macht sie ungemein sympathisch. Aber sie muss nun auch mutig sein, da der Test für sie Probleme bedeuten kann. Tris wandelt sich immer mehr und wird zusehends immer mutiger und forscher, was ich wirklich bewundernswert finde. Sie versucht stets starke Nerven zu behalten und doch kommt immer wieder ihre Seite der Altruan durch. Sie kann und will nicht herzlos sein. Und genau das macht Tris so besonders. Sie hat noch ein Gewissen. Auch wenn sie nicht alles sagt, so stellt sie innerlich doch sehr viele Dinge in Frage. Das ist richtig gut gemacht.

Empfehlen möchte ich den Roman allen Lesern, die gern in eine fremde Welt abtauchen, ein Abenteuer erleben und eine zarte Liebe miterleben wollen. Das Buch eignet sich wohl vor allem für Mädchen, sollte jedoch erst ab 14 Jahren gelesen werden, da manche Dinge doch recht hart sind.

Idee: 4/5
Logik: 4/5
Charaktere: 5/5
Spannung: 5/5

Gesamt: 4/5

  • Taschenbuch: 496 Seiten
  • Verlag: Goldmann; Auflage: 01 (21. Oktober 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442479444
  • ISBN-13: 978-3442479443
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Originaltitel: Divergent
  • Größe und/oder Gewicht: 12 x 3,3 x 18,8 cm

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