Montag, 16. Januar 2017

Blausäure von Agatha Christie

Zum Inhalt:
Tod im Nobelrestaurant. Es sollte eine gelungene Geburtstagsfeier für die junge Erbin werden. Doch nicht nur die Erinnerung an den Selbstmord der Schwester trübt die Gesellschaft, auch der Zweifel, ob nicht doch einer der Anwesenden das Zyankali in den Champagner mischte…

Die junge Iris lebt bei ihrem Vormund und Schwager George. Nach dem Selbstmord ihrer großen Schwester vor einem Jahr ist die junge Frau Erbin eines großen Vermögens. Als ihr Schwager sie eines Tages damit konfrontiert, dass Rose, ihre Schwester, ermordet wurde, macht sich dieser akribisch daran, um den Täter zu finden. Denn es konnte nur jemand der Gäste der Geburtstagsfeier sein, die damals in einem Nobelrestaurant stattfand. Sechs Personen. Sechs verschiedene Geschichten. Und jeder von ihnen hätte einen guten Grund gehabt, um Rose endgültig zum Schweigen zu bringen, nicht zuletzt der Ehemann selbst. Um den Fall aufzudecken lädt George seinen alten Freund Colonel Race ein...

Agatha Christie liefert mit dem Roman "Blausäure" eine solide Geschichte. Der Zeit der Schriftstellerin entsprechend ist die Geschichte ein wenig steif und man bekommt die Verschrobenheit der damaligen britischen Kultur mit voller Breitseite präsentiert. Das ist zu Beginn ein wenig verwirrend, jedoch findet man sich schnell in die Beziehungen der Protagonisten untereinander ein. Agatha Christie verstand es, den Roman so zu schreiben, dass man bis zum Ende hin nicht so recht weiß, wer der Mörder ist und aus welchen Beweggründen er gehandelt hat. Dass jeder der Verdächtigen einen guten Grund gehabt hat die Schwester von Iris umzubringen, das wird in den unterschiedlichen Rückblenden deutlich, wenn sich jeder der Verdächtigen daran erinnert, wie Rose gewesen ist und dass man sie hätte am liebsten umbringen wollen, um sie immer wieder zum Schweigen zu bringen. Denn entgegen der Ansicht von Iris war ihre Schwester ein durchtriebenes Miststück, die scheinbar Spaß daran hatte, es ihren Mitmenschen schwer zu machen oder ihre Macht gegen sie auszuspielen.
Die Autorin lenkt mit jeder Person, die sie einbringt und beleuchtet den Verdacht auf ebenjene. Der Leser beginnt dabei seine eigenen Theorien und Szenarien aufzustellen, wird aber immer wieder durch neue Tatsachen auf andere Spuren gelenkt. Das fesselt und macht Spaß. Es gibt lediglich dann einen Dämpfer beim Lesespaß, wenn die Autorin wieder einmal weiter ausholt, um die Verbindungen der Protagonisten untereinander darzustellen. Da wird mit britischen Ständen, Bezeichnungen und Gepflogenheiten um sich geworfen, sodass man ab und an aus der Geschichte kommt, was ich wirklich schade finde. Ansonsten ist die Geschichte aber wirklich super. Nicht überzogen, nicht unnötig dramatisch. Der Fall ist aus dem Leben gegriffen und so verpackt, als könnte man so etwas jede Sekunde ebenfalls erleben. Es ist eben ein Buch der alten Schule und hat seinen ganz eigenen Charme. Ein Klassiker eben.

Empfehlen möchte ich das Buch allen Lesemäusen, die gern selbst bei Krimis rätseln, wer denn wohl der Mörder gewesen sein könnte. Außerdem jenen, die etwas für Zwischendurch suchen, denn die Lektüre sollte man nicht in einem Rutsch, sondern Häppchenweise genießen.

Idee: 5/5
Charaktere: 5/5
Spannung: 4/5
Details: 4/5
Lesespaß: 4/5

Gesamt: 4/5

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 3 (5. Oktober 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596511127
  • ISBN-13: 978-3596511129
  • Originaltitel: Sparkling Cyanide
  • Größe und/oder Gewicht: 9,3 x 2,9 x 14,5 cm

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