Mittwoch, 28. September 2016

Lovely Bad Boy von Amy M. Soul



Was tust du, wenn dein Leben eine Katastrophe wird?
Was tust du, wenn du deinen Job verlierst?
Was tust du, wenn dein bester Freund plötzlich ganz komisch wird?
Was tust du, wenn deine anderen Freunde dich links liegen lassen?
Was tust du, wenn du deinen Chef eigentlich gar nicht so unattraktiv findest?
Was tust du, wenn dein Chef der beste Freund deines besten Freundes ist?
Was tust du, wenn dein neuer Chef ein Arschloch ist und dann auch wieder nicht?
Du zweifelst an der Männerwelt!
Aber du zeigst ihnen ganz klar, wo der Hammer hängt!


Sara lebt seit einiger Zeit mit ihrem besten Freund Jonas in einer WG und genießt mit ihm das süße Großstadtleben, auch wenn sie sich sehr in ihre Arbeit hinein kniet und kaum Freizeit hat. Als eines Tages der Club in dem sie arbeitet verkauft wird, ist Sara genau wie ihre Arbeitskollegen augenblicklich ihren Job los und weiß nicht, wie sie sich über Wasser halten soll. Doch der neue Besitzer übernimmt sie doch mit in sein neues Team. Glück für Sara, denn um ihre Miete muss sie sich vorerst keine Sorgen mehr machen. Pech für Sara, denn ihre alten Arbeitskollegen meiden sie plötzlich oder behandeln sie wie den letzten Dreck. Da ist es nicht gerade förderlich, dass ihr neuer Chef das attraktivste Arschloch ist, dem sie bis jetzt begegnet ist. Und um dem noch die Krone aufzusetzen ist ihr neuer Chef Sam nicht nur der beste Freund ihres Freundes Jonas, sondern sie wahrscheinlich auch noch in ihn verliebt. Doch irgendetwas an Sam ist komisch. Mal ist er nett und zuvorkommend wenn sie allein sind, doch sobald sich jemand in der Nähe befindet wird er zum absoluten Stinktier und stellt sie vor anderen bloß. Sara wird in ein Wechselbad der Gefühle geschleudert, was ihr ganz schön zu  schaffen macht. Und obendrein beginnt ihr bester Freund Jonas sich auch noch äußerst uncharmant aufzuführen. Was ist nur mit den Männern los? Und wie kommt sie aus der ganzen Sache wieder raus und von ihrem charmanten Arschloch-Chef los? Aber will sie das überhaupt?

Es gibt ja Bücher die soll man einfach nicht anfangen zu lesen... Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar von der Autorin erhalten und wollte nur mal schnell rein schmökern, weil ich eigentlich zeitig ins Bett und sehr früh aufstehen wollte... Daraus wurde leider nichts. Das Buch hat mich ab der ersten Seite gefesselt und ich konnte es nicht mehr aus den Händen legen. Die 170 Seiten sind einfach nur dahin geflogen und haben mir jede Menge Spaß bereitet. Es kommt selten vor, dass ich bereits auf den ersten Seiten grinsend vor einem Buch sitze, aber Amy M. Soul hat es mit ihrem Werk geschafft. Man kommt einfach nicht mehr aus dem Lächeln heraus und freut sich über die beschriebenen Szenen wie ein kleiner Schneekönig - besonders dann, wenn die beiden Protagonisten wieder wie Katz und Maus miteinander umgehen. Amy M. Soul liefert in ihrem Roman nicht nur emotionale, sondern auch viele peinliche Momente ab, die dem Leser einfach Spaß machen. Die Schreibweise ist gewohnt flüssig. Besonders der Erzählstil hat mir dabei sehr gut gefallen. Man liest das Buch aus Sicht von Sara, welche einfach so daher redet, wie ihr das Mundwerk gewachsen ist. Der Leser kann direkt in ihre Gedanken und Ansichten eintauchen, was ich persönlich richtig super finde. Man trudelt mit Sara durch ein Wechselbad der Gefühle, fiebert mit, ist mit empört oder denkt sich oft: "Mädel, tu es einfach nicht!". Das ist ungemein erfrischend, weil man nie weiß, was als nächstes kommt. 

Sara als Protagonistin ist ein absolutes Durchnittsmädel. Nicht abgehoben, nicht zu sehr von sich überzeugt, mit beiden Beinen fest im Leben. Sie weiß, was sie sich erlauben kann und was nicht, trotzdem ist sie oft mit ihrem Mundwerk schneller, als sie denken kann, was ihr Probleme einbringt. Genauso kann sie aber auch schnell aus der Fassung gebracht werden. Sie ist tollpatschig, in ihrem Leben läuft auch nicht immer alles wie am Schnürchen. Sie ist einfach Mensch und das macht sie so ungemein sympathisch. Ihre Gedanken mit zu erleben macht wirklich Spaß und mit so manch frechem Spruch sorgt sie für so manchen Lacher. 
Sam hingegen ist erst der unnahbare, abgehobene Draufgängertyp, dem man am liebsten direkt eine reinwürgen würde, besonders dann, wenn er Sara versucht zu foppen. Erst mit der Zeit kann man hinter seine harte Schale blicken und erkennt, dass er vielleicht doch gar nicht so schlecht ist, wie man erst dachte. Da die Geschichte aus Saras Sicht erzählt wird, verfällt man irgendwann automatisch in den Schmachtfaktor und schlägt sich auf Sams Seite, das geht gar nicht anders. Da helfen auch Jonas Warnungen nicht!
Jonas als Nebencharakter war mir am Anfang ganz sympathisch, wurde mir dann immer suspekter, weil ich nicht wusste, warum er auf einmal so ist, wie er ist. Zeitweise hab ich richtig vermutet, zeitweise dachte ich sogar, dass der Jonas vielleicht auch vom anderen Ufer und eifersüchtig auf Sara ist - man konnte es wirklich nicht richtig erahnen.

Empfehlen möchte ich das Büchlein allen, die gern etwas fürs Herz lesen, ein loses Mundwerk und einen guten Humor mögen sowie einem Bad-Boy-Image etwas abgewinnen können. Wer sich auf die Geschichte einlässt sollte aber wissen, dass sie absoluten Suchtfaktor hat und man das Buch einfach nicht mehr aus den Händen legen kann. Einfach genial gemacht.

Idee: 5/5
Logik: 5/5
Emotionen: 5/5
Schlagfertigkeit: 5/5
Humor: 5/5
Charaktere: 5/5

Gesamt: 5/5

  • Taschenbuch: 246 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (12. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1517788072
  • ISBN-13: 978-1517788070
  • Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 1,6 x 20,3 cm

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