Dienstag, 20. Juni 2017

Elfenblüte - Himmelblau (Band 1) von Julia Kathrin Knoll

Zum Inhalt:
Gute Luft, einzigartige Wanderwege, himmlische Wälder… Auch wenn die siebzehnjährige Lillian einer schönen Landschaft durchaus etwas abgewinnen kann, kostet sie der Umzug von Hamburg aufs bayerische Land so einige Mühe. In ihrem neuen Wohnort kennt jeder jeden und sie niemanden. Nur eine Person scheint sich dort noch verlorener zu fühlen. Alahrian, der Junge mit den himmelblauen Augen und dem makellosen Aussehen. Dabei lebt er schon seit Jahrhunderten auf der Erde…

Als die siebzehnjährige und klavierbegeisterte Lillian - kurz Lilly - mit ihrem Vater von Hamburg in ein idyllisches Kaff im Schwarzwald ziehen muss, scheint ihr einziger Trost darin zu bestehen, dass sie sich der Musik widmen kann - Wer will schon in einem Ort wohnen, auf dem angeblich ein Fluch liegt? - Jedoch lässt ihr heiß geliebter Klavierflügel auf sich warten und so macht sie sich auf, um ihre neue Heimat zu entdecken. Begleitet wird sie dabei von der Bürgermeistertochter Anna-Maria, die sie gleich mit dem neusten Klatsch und Tratsch aus dem Dorf füttert und ihr zu Ehren eine kleine Party veranstalten will. Lillian ist das alles sehr unangenehm, doch sie will sich Mühe geben ein gutes Bild zu hinterlassen. Ihre Sorgen verpuffen jedoch sofort, als Lillian den zurückhaltenden Alahrian sieht. Laut Anna-Maria ein Freak. Aber für Lilly ist er der schönste Mensch der Welt und sie scheint sich sofort in Alahrian zu vergucken. Und auch Alahrian scheint nicht ganz abgeneigt von Lilly zu sein. Doch er muss sich vorsehen, denn ihn umgibt ein großes und tragisches Geheimnis. Doch je mehr er und Lilly sich kennen lernen, desto mehr Fehler unterlaufen ihm. Fehler, die die Welt ins Chaos stürzen könnten.

Die Geschichte um Lillian und Alahrian klang für mich sehr interessant, weshalb ich mir gleich die ganze E-Box gekauft habe. Jedoch musste ich leider feststellen, dass ich mehr von der Geschichte erwartet habe, als sie geben kann. Die Storyline ist recht flach und es gibt kaum spannende Momente. Wir begegnen hier Lillian, die mit ihrem Vater aus Hamburg wegzieht und in einem kleinen Kaff im Schwarzwald landet, da ihr Vater eine neue Frau gefunden hat. Sie ist begnadete Klavierspielerin, genau wie ihre Mutter, was dem Vater jedoch zu missfallen scheint. Lillian ist wenig begeistert von ihrer neuen Heimat, auf der angeblich ein Fluch liegen soll, versucht aber das Beste aus ihrer Situation zu machen. Sie trifft auf die Bürgermeistertochter Anna-Maria, welche ihre Freundin wird, jedoch eine Abneigung gegen einen Mitschüler hat, von dem Lilly ganz fasziniert ist. Bereits bei der ersten Begegnung von Lilly und Alahrian scheint diese ihn "Wirklich" zu sehen und das bringt ihn aus der Fassung, denn er ist ein Elf - daraus macht die Autorin kein Geheimnis. Von da an plätschert die Geschichte nur so dahin. Man begleitet sie in die Schule, man erlebt wie Alahrian versucht gegen seine inneren Dämonen zu kämpfen und sein Geheimnis zu wahren. Die Geschichte nimmt aber keine Fahrt auf. Es ist alles so selbsterklärend und langatmig geschrieben, es gibt keine Überraschungsmomente, einfach nichts spannendes. Einen ersten Hochpunkt und etwas Pfeffer bekommt die Story dann, als Halloween ist. Ab da dachte ich, dass es nun besser wird, aber auch da flachte die Geschichte dann ganz schnell wieder ab und plätscherte so vor sich langhin.
Was mich auch ungemein irritiert hat war, dass ja niemand wissen darf, was Alahrian ist, aber der Bürgermeister scheint es ganz genau zu wissen. Das ergibt für mich keinen Sinn, auch weil es für mich klingt, als ob er auch schon ewig auf der Welt ist. Das war verwirrend und wurde leider nicht aufgeklärt.


Lillian als Protagonistin ist ein sehr ruhiges Mädchen, scheinbar musikalisch sehr talentiert, aber ansonsten wie jeder Normalo eine Null in Mathe und Physik - zumindest mit einer Abneigung dagegen gesegnet, was sie ungemein sympathisch macht. Sie scheint in meinen Augen nicht ganz menschlich zu sein, denn sonst hätte sie Alahrian nicht "wirklich" gesehen. Das war es dann aber auch schon, was mir an Lillian in Gedanken geblieben ist. Sympathisch, aber flach. Ihr fehlt der gewisse Pfeffer. Man kann sich auch nicht wirklich in sie hinein versetzen, weil mir die spezifischen Beschreibungen an Emotionen fehlen. Das finde ich schade.


Alahrian hingegen erscheint mir als Protagonist irgendwie nicht männlich genug. Er ist schon so lang auf der Welt, träumt vor sich hin und ist unvorsichtig. Ihm fehlt in meinen Augen ein gewisser Schneid. Er ist jetzt auch nicht die Art Charakter in die man sich "verlieben" würde. Mir erschließt sich in dem ersten Band einfach nicht, was Lilly an ihm findet. Zwar kann man in seine Gedanken sehen und seine Art erleben, aber auch das ist alles recht eigenartig und flach, nichts, was einen Begeistert. Es fehlt einfach der WOW-Effekt.


"Elfenblüte - Himmelblau" ist für mich eher enttäuschend gewesen. Zwar ist die Idee ganz nett und man merkt auch, dass die Autorin viel Herzblut in ihre Arbeit gegeben hat, aber die Geschichte ist mir zu flach, an einigen Stellen mit zu wenig Informationen bestückt, dann wieder zu langatmig. Das ist schade und hätte in meinen Augen besser gemacht werden können. Ich hoffe, dass der zweite Teil die fünfteilige Serie wieder etwas mehr raus reißt. 


Da mir das Buch nicht wirklich gefallen hat, spreche ich hierfür auch keine Empfehlung aus.


Idee: 5/5
Emotionen: 3/5
Charaktere: 3/5
Spannung: 2/5
Logik: 3/5


Gesamt: 3/5


  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1851 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 196 Seiten
  • Verlag: Impress (5. März 2015)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00T9BZJSY

Freitag, 16. Juni 2017

Süß wie Blut und teuflisch gut (Betsy Taylor Band 2) von Mary Janice Davidson

Zum Inhalt:
Betsy findet ihr neues Dasein als frisch gekrönte Königin der Vampire zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Um weiterhin ihrer Leidenschaft für teure Designerschuhe frönen zu können, braucht sie außerdem einen Job. Doch wer stellt schon eine Untote ein?


Betys Taylor kann es nicht fassen. Nicht nur, dass sie noch immer mit ihrem Dasein als Vampir zu hadern hat, nein, sie muss sich nun auch noch um vampirpolitische Dinge kümmern - zumindest ist das der Wunsch ihres in ihren Augen selbsternannten Ehemanns Eric Sinclair. Doch da hat er sich gewaltig geschnitten. Denn als Vampirkönigin bekommt man keinen Cent und Schuhe kosten nun mal Geld und Betsy liebt Schuhe! Also bleibt der jungen Vampirin nur eins. Sie muss sich einen Job suchen! Das ist die Lösung! Und was wäre naheliegender, als in einem Schuhgeschäft zu arbeiten? Dass das ihrem Gatten Sinclair nicht gefällt ist ihr dabei schnurzpiepegal. Genau wie die Tatsache, dass es sich jemand zur Aufgabe gemacht hat, die Vampire in Betsys Heimat zu töten. Wer braucht schon Blutsauger? Doch als Betsy selbst ins Fadenkreuz des Killers gerät, muss sie sich etwas einfallen lassen. Und dann ist da auch noch die Tatsache, dass ihr menschlicher Mitbewohner Marc und ihre beste Freundin Jessica scheinbar einen Umzug in ein anderes Domizil planen - samt ihr.


Im zweiten Band der "Betsy-Taylor-Reihe" treffen wir auf die frisch gekrönte Königin der Vampire Betsy, die sich noch immer nicht mit ihrem Schicksal abgefunden hat. Zwar beginnt sie sich um die Angelegenheiten der Vampire zu kümmern. Doch ganz zum Leidwesen ihres Partners Eric interessiert sie sich nicht die Bohne für Politik und ihr Image als Vampirkönigin. Lieber frönt sie weiterhin ihrer Leidenschaft den Schuhen und versucht Sinclair aus dem Weg zu gehen, da sie sich von ihm hintergangen fühlt - wer hat sie schließlich gefragt, ob sie Königin sein will und ob Sinclair als Partner überhaupt ihre Wahl gewesen wäre. Betsy versucht also das beste aus ihrer Situation zu machen und die Hilfe von Sinclair auszuschlagen. So sucht sie sich gegen seinen Willen einen Job und versucht das beste aus ihrer Situation zu machen. Dass ihr Heim von Ungeziefer befallen wird stellt sie vor eine neue Mammutaufgabe. Doch ihre Freundin Jessica wäre eben nicht Jessica, wenn sie nicht eine Lösung parat hätte und ob diese Betsy wirklich gefällt scheint diese von Anfang an zu bezweifeln. Schlagfertig wie immer versucht Betsy also ihre Probleme in den Griff zu bekommen und kann einem manchmal schon richtig leid tun, wenn man sich nicht über die lustigen Situationen halbtot lachen muss. Der Schreibstil der Autorin ist wie im ersten Band jugendlich frisch und vor allem durch viele Dialoge gekennzeichnet, bei der es immer wieder ironische und sarkastische Schlagabtausche gibt. Es macht einfach Spaß das Buch zu lesen.

Betsy lernt im Laufe der Geschichte, dass sie sich mit ihrer neuen Situation auseinander setzen muss, wenn sie in der Welt der Vampire bestehen möchte. Dabei kommen ihr ihre speziellen Fähigkeiten immer wieder zu Gute und sie kann sich so oft aus der einen oder anderen prekären Situation retten. Trotz aller Annäherungsversuche von Sinclair versucht Betsy ihm gegenüber hart zu bleiben, doch das ist oft leichter gesagt als getan. Um sich Eric vom Leib zu halten greift sie deshalb oft zu gemeinen Worten - das scheint Sinclair nur noch mehr anzustacheln, auch wenn er das nicht zugeben will. Die beiden sind wie Katz und Maus und man darf gespannt sein, ob die beiden schlussendlich doch noch irgendwie zusammen finden werden, denn bis jetzt sieht es nicht wirklich danach aus, auch wenn es den einen oder anderen Ausrutscher seitens Betsy gibt.

Empfehlen möchte ich das Buch allen Mädels die sich gern eine humorvoll, nicht ernst zu nehmende Geschichte über Vampire und Designerschuhe durchlesen möchten. Ihr kommt hier voll und ganz auf eure Kosten, auch wenn die Designerschuhe ab und an vielleicht doch etwas anstrengend werden könnten. Trotzdem macht es Spaß und die Geschichte ist durchaus etwas für Zwischendurch.

Idee: 5/5
Logik: 4/5
Emotionen: 4/5
Charaktere: 5/5
Spannung: 4/5

Gesamt: 4/5


  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: LYX; Auflage: 7 (12. November 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3802581245
  • ISBN-13: 978-3802581243
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
  • Originaltitel: Undead and Unemployed
  • Größe und/oder Gewicht: 12,4 x 2 x 18 cm

Mittwoch, 14. Juni 2017

Venedig von Ankay Black (Booksnack)

Zum Inhalt:
Johns Leben läuft perfekt: Ein gut bezahlter Job, eine treusorgende Ehefrau, die mit ihrer Sehnsucht nach Urlaub in Venedig nur minimal nervt, und eine leidenschaftliche Affäre mit der blutjungen Sekretärin. Doch als sich seine Liebschaft nicht mehr meldet und er sie besuchen will, kommt alles anders, als gedacht...

John ist erfolgreich in seinem Job und er hat eine leicht nervige Frau, die ihn immer wieder mit ihrem Wunsch eine Reise nach Venedig zu machen, in den Ohren liegt. Doch eigentlich ist ihm das alles egal, denn die Reise kann und will er nicht bezahlen, schließlich hat er seiner blutjungen Sekretärin erst eine neue Handtasche gekauft und allgemein ist diese auch viel hübscher und aktiver als das, was er zu Hause sitzen hat. Seien Ehefrau ist für die Hausführung und die Rechnungen zuständig, er muss nur noch unterschreiben und dann kann er sich wieder einmal spontan auf den Weg zu seiner heimlichen Geliebten machen, wenn seine Holde zum Yoga ist. Doch was ihn an diesem Tag erwartet ist für ihn ein schwerer Schlag.

"Venedig" aus der Feder von Anky Black ist ein kurzer, aber humorvoller Booksnack, der mir eigentlich ganz gut gefallen hat. Wir haben hier den Klassiker. Genervter Ehemann betrügt Ehefrau mit natürlich heißer Sekretärin und fällt prompt auf die Nase - so weit man das als solches bezeichnen kann. Dass ihm seine Affäre natürlich zum Verhängnis wird, das wünscht der Leser ab den ersten Sätzen, bei denen man begreift, was Phase ist. Was dann aber kommt ist unerwartet und erfrischend. Man kommt sehr gut in die Geschichte rein und es macht Spaß den Werdegang der Sache zu verfolgen. Durch den Überraschungsmoment, der hier eingebaut wurde, ist die Geschichte in meinen Augen spannend und durchaus lesenswert. Wirklich gut gemacht. Trotzdem vermisse ich auch hier, wie fast bei jedem Snack das gewisse Etwas im Sinne von Details, ausschweifenden Emotionen oder Charakterbildern. Aber man kann leider nicht alles haben.

Fazit: Lesen, lachen und schmunzeln.

Idee: 5/5
Charaktere: 4/5
Details: 4/5
Emotionen: 4/5

Gesamt: 4/5

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 755 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 13 Seiten
  • Verlag: booksnacks.de (17. Februar 2017)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B06VWR27V9

Harry Potter und der Orden des Phönix (Band 5) von Joanne K. Rowling

Zum Inhalt:
Es sind Sommerferien und wieder einmal sitzt Harry bei den unmöglichen Dursleys im Ligusterweg fest. Doch diesmal treibt ihn größere Unruhe denn je - Warum schreiben seine Freunde Ron und Hermine nur so rätselhafte Briefe? Und vor allem: Warum erfährt er nichts über die dunklen Mächte, die inzwischen neu erstanden sind und sich unaufhaltsam über Harrys Welt verbreiten? Noch weiß er nicht, was der geheimnisvolle Orden des Phönix gegen Du-weißt-schon-wen ausrichten kann ...Als Harrys fünftes Schuljahr in Hogwarts beginnt, werden seine Sorgen nur noch größer. Die neue Lehrerin Dolores Umbridge macht ihm das Leben zur Hölle. Sie glaubt Harry einfach nicht, dass Voldemort zurück ist. Doch bald schlägt der Dunkle Lord wieder zu. Nun muss Harry seine Freunde um sich scharen, sonst gibt es kein Entrinnen.

Erneut muss Harry Potter, der junge Zauberlehrling seine Sommerferien bei seiner Tante und seinem Onkel - den Dursleys - verbringen. Doch als ob das Ganze noch nicht schlimm genug ist, bekommt er einfach keine Eulenpost von seinen besten Freunden Hermine und Ron. Als Harry und sein Cousin mitten auf der Straße von Dementoren angegriffen werden und Harry unerlaubt einen Patronuszauber aussprechen muss, um sich und seinen Cousin zu retten, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse. Denn seine Tante Petunia weiß durchaus, wovor Harry ihren Sohn bewahrt hat. Und plötzlich tauchen seine Freunde auf und nehmen ihn mit sich, um ihn im Orden des Phoenix zu verstecken, einen Zufluchtsort, den sein Patenonkel Sirius Black zur Verfügung gestellt hat. Dort sammeln sich alle Gegner des dunklen Lord Voldemort, um sich gegen ihn zu verbünden.
Für Harry beginnt sein neues Schuljahr chaotischer und spannender als je zuvor. Denn nicht nur seine Freunde sind im Orden des Phönix, sondern auch sein meist gehasster Lehrer Severus Snape, dem er noch immer nicht über den Weg traut und von dem er weiß, dass dieser einst ein Todesser war. Aber auch in der Schule scheint sich immer mehr zum schlechten zu wenden. Denn Albus Dumbledore wird durch die militante Dolores Umbridge ersetzt, die felsenfest behauptet, dass der dunkle Lord nicht zurück gekehrt ist und Harry ein Lügner ist. Um das zu unterstreichen muss Harry regelmäßig Strafarbeiten verrichten und auch die anderen Schüler sowie das Schulpersonal haben nicht mehr viel zu lachen. Für Harry und seine Freunde ist klar, dass sie sich etwas einfallen lassen müssen, wenn sie gegen den dunklen Lord bestehen wollen.

Mit dem fünften Teil der Harry Potter - Reihe präsentiert Joanne K. Rowling wieder einmal eine spannende und fantastische Geschichte rund um den Zaubererlehrling. Während die ersten Bücher jedoch noch sehr "zart" waren, wirkt dieser Teil spannender und düsterer als je zuvor. Wir haben hier Charaktere, die so gut beschrieben werden, dass einem die Nackenhaare zu Berge stehen - so zum Beispiel Sirius Hauself - und wir haben Personen, von denen wir noch nicht mal gefühlt fünf Sätze gelesen haben und die wir einfach nicht leiden wollen - so zum Beispiel die neue Schuldirektorin Dolores Umbridge, die es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht hat allen das Leben schwer zu machen. Neben altbekannten Charakteren die wir zum einen hassen oder lieben gelernt haben, packt Joanne K. Rowling wieder allerhand neues Charaktermaterial in das Buch, sodass es einfach nicht langweilig wird. Noch immer hat Harry eine Abneigung gegen seinen Lehrer Severus Snape, welche der Leser durchaus teilt. Genauso verhält es sich mit dem Dauerfeind Draco Malfoy, der Harry ab dem ersten Tag in Hogwarts das Leben schwer gemacht hat. Draco scheint sich immer mehr mit seiner Familie auf die dunkle Seite zu schlagen und alles daran zu setzen gegen die Freunde zu arbeiten. Das kommt Dolores Umbridge natürlich gerade recht, die aus Draco und seinen Handlangen eine Art Schulpolizei formt.

Neben schier unglaublichen und fantastischen Situationen baut Joanne K. Rowling aber auch sehr emotionale Momente ein und man muss sich als Leser fragen, warum die Autorin ihrem Protagonisten noch mehr Leid zufügen muss. Ich muss ehrlich sagen, dass das Ende bei mir ein sehr flaues Gefühl hinterlassen hat und ich bis jetzt noch nicht so richtig weiß, was ich davon halten soll. Es erscheint sehr unfair und einfach nicht wahr. Und doch tut sie es und stürzt unseren Helden in ein neuerliches schwarzes, tiefes Loch.
Welcher Charakter mir in diesem Band am besten gefallen hat ist Bellatrix, sie ist so wahnsinnig irre, dass ich sie einfach mag. Sie ist so gut beschrieben, dass ich einfach nur sagen kann: WOW.

Empfehlen möchte ich das Buch allen Fans der Harry Potter-Reihe und jenen, die gern fantastische und düstere Literatur lesen. Ihr kommt hier voll und ganz auf eure Kosten.

  • Taschenbuch: 1024 Seiten
  • Verlag: Carlsen (11. Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3551354057
  • ISBN-13: 978-3551354051
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
  • Größe und/oder Gewicht: 18,5 x 11,9 x 4,8 cm

Ark Angels Band 1 von Sam-Sung Park

Die drei Mädchen Shem, Hamu und Japheth, sind Schwestern aus einer anderen Welt. Ausgestattet mit magischen Kräften, reisen sie durch die Zeit, um alle Kreaturen der Erde vorm Aussterben zu retten. Allerdings gibt es jemanden oder etwas Unheimliches das versucht, sie zu stoppen. Während sie unsere Welt vor der Zerstörung retten, leben diese Schwestern wie normale menschliche Mädchen: Sie gehen zur Schule, arbeiten in einem Blumenladen, hängen mit Freunden herum und verlieben sich sogar ...

Der Manwha aus der Feder von Sang-Sun Park mutet durch sein Cover erst einmal sehr interessant und filigran an. Allein das Cover macht schon neugierig. Was der Leser dann aber präsentiert bekommt ist eine überdrehte, überkitschte und vor allem sehr flache Story. Wir treffen hier auf die drei Schwestern Shem, Hamu und Japeth, allesamt sehr detailliert gezeichnet, genau wie der Rest der Geschichte. Jedoch typisch Mädchen und leider auch ein bisschen zu viel "süß". Man wird von den Zeichnungen regelrecht erschlagen und die Seiten scheinen vor Details überzuquellen. Viel Details sind ja schön und gut, zu viel ist aber einfach too much. Da macht das Lesen keinen Spaß mehr, weil man nur damit beschäftigt ist, alles auseinander zu pflücken. Die Story plätschert so langhin. Wir haben hier also die drei Mädchen, die die Gabe haben durch die Zeit zu reisen und so die Möglichkeit haben, die Welt vor bösen Machenschaften zu retten, indem sich die drei für den Naturschutz stark machen. Die Botschaft hinter der Geschichte ist also nicht schlecht, aber leider traurig umgesetzt. Es gibt kaum einen Tiefgang in der Geschichte, alles wird nur sehr oberflächlich behandelt und man galoppiert von einer Tatsache in die Nächste. Dabei schreckt die Autorin auch nicht zurück humorvolle Szenen einzubauen, die vielleicht hätten witzig sein können, wenn die Gesichter ihrer Figuren nicht so krass entgleisen würden, dass man sich bei dem Anblick schlichtweg gruselt.

Auch die Protagonisten sind sehr flach gehalten. Zwar haben sie besondere Gaben, aber das war es dann auch schon. Man vermisst den Tiefgang dahingehend, dass jede der Figuren einfach etwas Besonderes ist. Manga-Helden sollten schon dahingehend interessant sein, dass man in gewisser Weise zu ihnen aufschaut oder sich denkt: oh wow, cool! Aber das bleibt hier vollkommen aus. Ganz klischeebehaftet gehen die drei Mädchen, zur Tarnung, in die Schule, betreiben aber nebenher noch einen Blumenladen. Das ist in meinen Augen schon wieder sehr übertrieben und hätte anders dargestellt werden können. Schule und Blumenladen lassen sich nun mal nicht wirklich überein bringen. Wann soll man lernen, wann arbeiten. Da hat wohl jemand nicht wirklich mitgedacht.

Wer den Manga liest, der braucht entweder sehr viel Geduld und Spucke, um die Detailflut zu überstehen oder muss dahingehend abgehärtet sein, dass die Geschichte sehr oberflächlich abgehandelt wird. Wer damit kein Problem hat, der bekommt eine typische Mädchenstory aufgetischt. Der Manwha ist im Übrigen sehr rar und kaum noch zu bekommen. Ob diese Reihe aber einmal ein wertvolles Sammlerstück wird, das mag ich zu bezweifeln.

2 von 5 Sternen gibt es für diese doch recht schwache Leistung.

  • Broschiert: 176 Seiten
  • Verlag: TOKYOPOP (1. Mai 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865808182
  • ISBN-13: 978-3865808189
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 1,5 x 18,9 cm

Montag, 12. Juni 2017

Die richtige Technik von Thomas Kowa (Booksnack)

Zum Inhalt:
Die ??? und der Walkman Wolltest du schon immer mal eine Geschichte lesen, in der ein versuchter Vergewaltiger so richtig eins übergebraten bekommt? Aber nicht mit Gewalt, sondern mit der richtigen Technik? Hier ist sie ...

Die Studentin Anita liebt es mit ihrem Walkman joggen zu gehen. Cool findet Anita. Unpraktisch findet ihr WG-Mitbewohner Joachim. Doch alle Überredungskünste von Joachim scheinen bei Anita nicht zu helfen, denn sie liebt ihren schweren Metall-Walkman. Das ist Kult und es geht ja nicht um ein leichtes Gewicht, man will sich ja sportlich betätigen. Dass gerade eben dieser globige Walkman aber noch eine tragende Rolle in dieser Geschichte einnimmt, das vermuten weder Joachim noch Anita, die an diesem Abend nicht allein ihre Joggingrunde absolviert....

Ich durfte diesen Booksnack im Rahmen einer Leserunde lesen und muss sagen, dass es wieder ein Erlebnis war. Ich mag die Schreibweise von Thomas Kowa. Er schreibt spannend, wenn auch vorhersehbar, aber er hat in jeder seiner Geschichten stets eine gewaltige Ladung Humor mit eingestreut. Durch seine frechen Dialoge oder Wortwahlen fliegen die Zeilen nur so dahin und lassen den Leser des Öfteren schmunzeln. gerade bei Kurzgeschichten finde ich so etwas immer sehr schön, da sie als Pausenfüller durchaus gute Laune machen können. Außerdem schafft es der Autor mit wenigen Sätzen eine Atmosphäre zu schaffen, die man bei so manch anderem Booksnack vergeblich sucht. Man ist sofort drin in der Geschichte. Man identifiziert sich mit den Charakteren und man hat eigentlich sofort ein Bild vor Augen, auch wenn der Autor mit Details spart. Trotzdem beschäftigt die Kurzgeschichte. Man spinnt die Geschichte weiter, man fragt sich, was hätte passieren können, was man selbst vielleicht getan hätte in dieser Situation.
Was mir auch gut an den Kurzgeschichten von Thomas Kowa gefällt ist, dass er zu jedem Snack stets ein paar einführende Worte findet. Warum hat er sich mit diesem oder jenem Thema beschäftigt, wie ist die Geschichte entstanden oder in welchem Zeitraum. Das macht ungemein sympathisch.

Von mir gibt es für diesen Booksnack dieses mal volle Punktzahl, weil die Story mich überzeugen konnte. Sie ist zwar ein Klischee, aber die Umsetzung hat mir einfach sehr gut gefallen und hat mir Spaß gemacht zu lesen. Super.

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 603 KB
  • Verlag: booksnacks.de (27. März 2017)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B06XWB2DTK

Die Schöne und das Biest von Jean-Marie Leprince de Beaumont und Gabriel Pacheco

Wer kennt sie nicht? Die Geschichte von der Schönen und dem Biest? Disney hat es verfilmt, es gibt viele verschiedene Märchenadaptionen davon. Es gibt Romane, Comics, verschiedene Erzählungen. Doch immer wieder ist es die gleiche Geschichte. Die hübsche Tochter geht zu dem Biest, um das Leben ihres Vaters zu schonen. Sie lernt das Biest kennen und lieben, bis es dann zu einer dramatischen Wendung kommt.

Eigentlich ist die Geschichte in dem Buch nichts Neues und doch hat mich dieses Buch auf der Leipziger Buchmesse in seinen Bann gezogen. Bohem Press präsentiert mit der Geschichte von Jean-Marie Leprince de Beaumont und dem Illustrator Gabriel Pacheco ein hochwertiges Bilderbuch, welches sich nicht nur als Liebhaberstück eignet, sondern auch als Geschenk wirklich etwas her macht. Auf 32 Seiten präsentiert sich die Geschichte in einer flüssigen Sprache und eindrucksvollen Bildern, die einem den Atem rauben. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen, so sehr hat es mich begeistert. Eigentlich ist es schon fast zu schade dieses Buch als Kinderbuch zu titulieren, denn in meinen Augen ist das Buch eher für Erwachsene und Kunstliebhaber, die ein besonderes Werk in ihrem Bücherregal stehen haben wollen.

Von mir jedenfalls gibt es eine absolute Lese- und Anguckempfehlung!

  • Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
  • Verlag: Bohem Press; Auflage: 1 (1. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3959390130
  • ISBN-13: 978-3959390132
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 24,8 x 1,2 x 31 cm