Montag, 13. Februar 2017

Marsha Mellow und ich von Maria Beaumont

Die Buchwelt und der Ottonormalbürger sind entsetzt. Jeder kennt sie, jeder liest sie, aber niemand weiß genau wer sie ist. Marsha Mellow. Autorin von erotischen Romanen, die ihren Leser ins Schwitzen bringen. Doch so glanzvoll wie die Karriere von Marsha begonnen hat, ist sie als Mysterium nun zur Fahndung ausgeschrieben. Ein Revolverblatt will ganz genau wissen, wer Marsha Mellow ist und was sie dazu bewegt solche Romane zu schreiben. Für die Durchschnitthausfrau ein heißes Leseabenteuer sind es vor allem Kinder, die mit den Werken nichts anzufangen wissen und Marsha in arge Bedrängnis führen. Bloß gut, dass Marsha nur der Künstlername der Autorin ist und sie es stets vermeidet an Lesungen oder Interviews teilzunehmen, auch wenn ihre Agentin das gern sehen würde. Marsha ist in Wirklichkeit nämlich gar nicht so aufgeschlossen und taff wie ihre Romane. Marsha heißt eigentlich Amy, Mustertochter, graues Mäuschen und vor allem hoffnungslos in ihren neuen Chef verliebt, was sich stets in Tollpatschigkeiten niederschlägt. Würde die Welt erfahren, wer sie wirklich ist, würde für Amy das Chaos ausbrechen. Aber es wird immer schwieriger ihre Identität als Autorin geheim zu halten. Denn da ist nicht nur ihr attraktiver Chef, sondern auch ihre streng konservative Mutter und ihre Schwester, die ihr langsam auf die Schliche kommen.

"Marsha Mellow und ich" war ein Zufallskauf, als ich mit der Schule in der neunten Klasse auf Klassenfahrt gefahren bin. Als ich begonnen habe zu lesen, dachte ich mir nur: oh mein Gott, was ist das denn... doch schnell wurde klar, dass ich nicht in einen mittelklassigen Porno gelandet bin, sondern "lediglich" ein Einblick in Amys Gedankenwelt präsentiert wurde. So schnell wie die Szene kam war sie dann auch wieder verschwunden und man lernte endlich Amy kennen, um die sich das ganze Buch dreht. Sie versucht ein Doppelleben zu führen, was sich zeitweise aber als sehr schwer herausstellt, vor allem, da die Romane von Marsha Mellow nicht nur extrem gefragt sind, sondern sie auch in Kinderhände geraten, was ein Boulevardblatt gleich dazu veranlasst eine Hetzjagd auf die junge Autorin zu machen. Oben drein muss sich Amy, als graue Maus, ausgerechnet in ihren attraktiven Chef verlieben und ein Fettnäpfchen nach dem anderen mitnehmen. Zwischen Gesprächen mit ihrer Agentin, die Amy endlich mehr im Rampenlicht sehen will, ihrem schwulen und geheimen Freund, einer zu neugierigen Schwester und einer überkonservativen Mutter versucht Amy einen Spagat der dazu verurteilt ist zu scheitern... oder doch nicht?

Das Buch liest sich locker und leicht, die Seiten fliegen nur so dahin. Man muss an einigen Stellen den Kopf schütteln, an anderen Stellen kann man sich vor Lachen kaum noch zusammen reißen. Es ist spannend Amy durch ihren schusseligen Alltag zu begleiten, sie bei ihren hin- und hergerissenen Gedanken zu beobachten oder sich einfach nur zu fragen, was denn wohl als nächstes passieren wird.

Empfehlen möchte ich die Geschichte allen, die gern lachen, nichts gegen explizite Sexszenen einzuwenden und ein grandioses Versteckspiel genießen können. Dem Leser wird hier wirklich etwas geboten. Die Geschichte ist kurzweilig und macht einfach nur Spaß, ohne wirklich tiefgründig zu sein. Ich mag das Buch.

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1745 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 335 Seiten
  • Verlag: Bastei Entertainment (13. Mai 2016)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B01EIMLF1I

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen