Montag, 10. Oktober 2016

Totenbraut von Nina Blazon



Zum Inhalt:
1731, in den Wäldern Serbiens: Für eine Handvoll Gold wird die junge Jasna von ihrem Vater an einen reichen Gutsbesitzer verkauft. Dieser verheirat sie mit seinem Sohn Danilo. Schnell stellt die junge Braut fest, dass ein schrecklicher Fluch auf der Familie lastet. Gibt es in Danilos Familie wirklich einen Vampir, wie im Dorf gemunkelt wird?

Jasna lebt mit ihrer Familie - ihr Vater und ihre jüngeren Geschwister - in recht armen Verhältnissen. Als eines Tages ein wohlhabender Reisender vorbei kommt und ihre Schwester als Braut für seinen Sohn will, springt Jasna in die Bresche und ehe sie sich versieht ist sie die Braut des unbekannten Jünglings und ihr Vater ist um ein paar Taler reicher. Jasna macht sich mit dem Reisenden auf den Weg zu seinem Dorf. Dort wird sie mit dem jungen Danilo verheiratet, der mit der Wahl seiner Braut nicht einverstanden scheint. Während Jasna im Dorf ab dem ersten Tag angefeindet wird, muss sie immer mehr erkennen, dass scheinbar ein Fluch auf der Familie ihres Gatten liegt. Angeblich soll ein Vampir sein Unwesen auf dem Gehöft treiben und das Dorf in Angst und Schrecken versetzen. Mit der Zeit deckt Jasna immer mehr Geheimnisse der Familie auf. Und während sie sich nach und nach in einen Mann aus dem Dorf verliebt, muss sie erkennen, dass auch ihr Gatte nicht unbedingt zu der treuen Sorte gehört...

Die Geschichte um Jasna war spannend, schockierend, aber leider teilweise sehr undurchsichtig, besonders zum Schluß hin. Der Beginn der Geschichte wird für den Leser von einem recht negativen Gefühl begleitet. Da ist die arme Jasna, die von ihrem eigenen Vater verkauft wird, damit diese einen fremden Mann irgendwo im nirgendwo heiratet. Das Mädchen ist einfach nur zu bedauern und die Gefühle, die die Autorin hier vermittelt sind sehr beklemmend. Besonders auch, als Jasna ihren Mann ehelicht und das Dorf sie allgemein zu meiden scheint. Das arme Mädchen weiß gar nicht was los ist. Sie versucht das beste aus ihrer Situation zu machen, verrent sich dabei aber selbst in eine ziemlich heikle Geschichte mit einem der Männer aus dem Dorf. Trotzdem ist der Leser schockiert, als sie das Geheimnis um ihren Ehemann Danilo aufdeckt. Der junge Kerl, genauso zu einer Hochzeit mit Jasna gezwungen, hat doch Augen für eine andere, was für Jasna wie ein Schlag ins Gesicht ist. Und dann ist da noch das gruselige Geheimnis um den Vampir, der auf der Burg sein Unwesen treibt. Die Idee dazu finde ich nicht schlecht und eigentlich ist sie sehr gut ausgearbeitet. Doch zum Ende hin wird die Geschichte in meinen Augen sehr schwammig und besonders die Szene mit der Schwester von Jasna war für mich nicht nachvollziehbar. Weil das Ende für mich Fragen offen lässt, kann ich der Geschichte leider keine volle Sternenzahl geben. Trotzdem macht die Geschichte Spaß und ist durchaus für Zwischendurch geeignet. Wer hier die ganz große Liebe oder ein übergroßes Vampirdrama erwartet, der sollte die Finger davon lassen. Ein Vampir kommt darin vor, ja, aber nicht so, wie wir ihn aus den normalen Romanen kennen. Hier handelt es sich mehr um einen Fluch, als um eine gemachte Gestalt. Trotzdem weist diese Parallelen zu den gängigen Vampirgeschichten auf.

Empfehlen möchte ich die Geschichte allen, die gern neue Ideen lesen und etwas fernab der typischen, romantischen, neuzeitlichen Vampirgeschichten suchen. Wenn ihr euch auf die Geschichte einlasst, kommt ihr durchaus auf eure Kosten. Für andere ist das Ende vielleicht nicht so undurchsichtig für mich. Ich bin ein Freund gut abgeschlossener und erklärter Geschichten. Das fehlt mir hier leider ein bisschen.

  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: List Taschenbuch (13. Mai 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548610528
  • ISBN-13: 978-3548610528
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 3,4 cm

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