Sonntag, 16. Oktober 2016

Der Vampir aus der Flasche (Gänsehaut Band 37) von R.L. Stine

Cara und Freddy sind gute Freunde, so lange sie sich erinnern können. Sie sind mutig und schrecken vor nichts zurück. Sie erzählen dem Nachbarskind gruselige Geschichten, wenn sie auf ihn aufpassen sollen und sehen sich gern Gruselfilme an. Jeder der beiden versucht den anderen zu übertrumpfen. Bloß keine Angst zeigen. Sie sind eben knallhart. Als Freddy und Cara in Freddys Spielkeller raufen reißen sie die Vitrine mit dem alten Geschirr um und entdecken dahinter eine scheinbar vergessene, verstaubte Tür. Neugierig und mutig, wie die beiden nun mal sind, öffnen sie diese Tür. Nachdem sie einen langen Tunnel entlang gegangen sind, müssen sie eine zweite Tür öffnen und entdecken dahinter einen leeren Raum mit einem Sarg. Um ihren Mut zu beweisen öffnen die beiden Kinder den Sarg, finden aber auch ihn leer vor. Lediglich ein Fläschchen liegt darin und nachdem sie es geöffnet haben, entsteigt der Flasche ein widerlicher Gestank und etwas, was sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht hätten ausmalen können. Ein Vampir! Cara und Freddy sind geschockt und nun ist es doch langsam an der Zeit Angst zu haben.

Was habe ich als Kind die Geschichten von R.L. Stine geliebt. Sei es die Fear Street-Reihe gewesen oder eben die Gänsehaut-Reihe, es hat mich immer begeistert und vor allem auch die Vertonungen und Verfilmungen der Gänsehaut-Reihe. Aus Nostalgie-Gründen habe ich also damit begonnen die Gänsehaut-Reihe wieder zusammen zu sammeln, muss aber sagen, dass mich die Geschichten nicht mehr so fesseln können, wie vor Jahren. Fast ist das, was ich immer so gruselig fand nun wirklich lächerlich. Graf Nachtschwinge, der Vampir der Geschichte kommt zwar in einigen Momenten gruselig daher, gipfelt hier aber zumeist als kleine Witzfigur. Er ist durstig, kann aber nicht trinken, weil er nicht weiß, wo er seine Zähne gelassen hat. Das muss man sich mal vorstellen. Ein Vampir, ohne Zähne, der also eher unbeholfen ist als alles andere. R.L.Stine zieht das Bild des Vampirs wirklich in den Dreck. Für Erwachsene soll es vielleicht lustig sein, ist es aber nicht. Auch die Begegnung mit Gwendolyn ist doch etwas an den Haare herbei gezogen. Getreu dem Motto geh nie mit einem Fremden mit, sollte man sich auch daran halten. Aber gut, der Autor wird sich schon etwas dabei gedacht haben. 
Die Schreibweise von R.L. Stine ist leicht verständlich, jedoch gefällt mir der Ausdruck nicht. Der Leser erlebt die Geschichte aus Sicht von Freddy. Dabei bedient er sich solch unglücklichen Formulierungen, die Freddy und Cara cool wirken lassen sollen, aber irgendwie gelingt ihm das nicht. Auch die Anfangsszene ist nicht glaubwürdig. Die beiden Kinder passen mit neun Jahren auf den sechsjährigen Nachbarsbengel auf, dem Freddy Werwolfgeschichten erzählt. Der Knirps fürchtet sich zu Tode, die Eltern akzeptieren das? Na ich glaube im echten Leben hätten die Freddy ein paar Takte erzählt.

Im Großen und Ganzen ist die Geschichte nett für Zwischendurch. Kids werden die Geschichte wahrscheinlich anders wahrnehmen und lieben. Ich sage, es ist eher ein mittelmäßiger Gruselspaß, besonders, da der Vampir in meinen Augen auch für Kinder eine Witzfigur ist und keine große Bedrohung darstellt. Das Ende ist Geschmackssache, kam für mich aber ein bisschen zu abrupt. 

Idee: 4/5
Charaktere: 3/5
Logik: 4/5
Spannung: 3/5
Gruselspaß: 3/5

Gesamt: 3/5


  • Taschenbuch: 128 Seiten
  • Verlag: cbj (1. November 1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570206572
  • ISBN-13: 978-3570206577
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 1,5 x 18,3 cm

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