Donnerstag, 6. Oktober 2016

Dark Love 01 - Dich darf ich nicht lieben von Estelle Maskame



Eden kann es nicht fassen. Sie soll zu ihrem Vater und dort die Sommerferien verbringen. Doch was will sie eigentlich dort? Bei einem Vater, der sie und ihre Mutter für eine neue Frau und deren Kinder verlassen hat? Eden hat da so gar keinen Bock drauf. Sie hat keine Lust sich mit ihrem Vater auszusprechen. Sie hat keine Lust die neue Frau kennen zu lernen. Sie möchte nichts von ihren neuen Brüdern wissen, vor allem nicht von dem Ältesten der drei. Denn Tyler ist ein Ekel durch und durch. Er trinkt, er ist unhöflich und selbst vor Drogen scheint er nicht Halt zu machen. Während eines Sommerfestes bei ihrer neuen Familie lernt Eden die Nachbarstochter kennen und wird von ihr in ihre Clique eingeführt. Das könnte alles gar nicht so schlecht sein, wenn nicht auch Tyler dadurch ständig auftauchen würde, denn er ist mit einem der Mädchen zusammen. Immer wieder unternehmen die Freunde etwas miteinander, was meist in einem Fiasko endet, nicht zuletzt bringt Tyler Eden immer wieder absichtlich in Schwierigkeiten. Scheinbar will er Eden ganz schnell wieder los werden. Als sich ein anderer Junge für Eden interessiert ist Tyler plötzlich wie ausgewechselt. Er warnt Eden und versucht ihr ins Gewissen zu reden. Eden kann plötzlich hinter die Fassade von Tyler blicken und entdeckt dort, was ihn beschäftigt. Scheinbar fühlt er sich zu seiner neuen Schwester hingezogen und auch Eden scheint nicht abgeneigt von Tyler zu sein.

Dark Love habe ich hauptsächlich wegen dem Cover gekauft, ohne vorher zu wissen, was sich für eine Geschichte dahinter verbirgt. Als ich angefangen habe zu lesen, war ich sofort von der Geschichte begeistert. Trotzdem konnte sie mich nicht völlig fesseln, was zum einen damit zusammen hing, dass die Gefühle und Situationen, die sich in dem Buch entwickeln sehr voraussehbar waren. Es ist ja leider immer das Gleiche. Mädchen kommt in fremde Stadt. Mädchen lernt Stiefbruder kennen. Er ist fies, er ist sexy, er ist eben genau das, was ja eigentlich nicht sein darf. Und schließlich landen die beiden in der Kiste, wenn sie sich gegenseitig angeschrieen haben. Ganz toll. Das ist nichts Neues mehr und langweilt dann doch ein bisschen. Und ja, er hat natürlich ein Alkoholproblem und konsumiert Gras - er ist ja so ein Bad Boy. Die ganze Zeit motzt die Protagonistin über ihren Stiefbruder und plopp, plötzlich empfindet sie doch etwas für ihn. Das ist leider alles so berechenbar und ausgelutscht. Bei dem pfiffigen Cover und dem Booklet habe ich dann doch ein bisschen mehr erwartet. Trotzdem liest sich die Geschichte gut. Es ist alles verständlich und logisch geschrieben. Die Probleme, die die beiden haben, wirken sehr realitätsnah und die Reaktionen, die aus ihren Taten entstehen sind ebenfalls nachvollziehbar. Was mich dann wieder ein bisschen gestört hat war, dass Eden zu Beginn so derb gegen ihren Vater geschossen hat. Sicherlich, er ist ein Spießer und hat die Familie verlassen, aber trotzdem ist es noch immer ihr Vater und in ihrem Alter hätte ich schon ein bisschen erwachsenere Reaktionen diesbezüglich erwartet - schließlich ist sie kein kleines Kind mehr. Was mir an der Geschichte sehr gut gefallen hat ist, dass sie sofort in eine neue Clique integriert wird und die Mädchen sich auch richtig Mühe mit ihr geben, auch wenn die ein oder andere das nicht ganz uneigennützig tut. Trotzdem hat sie so die Chance L.A. kennen zu lernen und aus ihrem neuen Familienalltag heraus zu kommen. Was ich in dem Buch auch sehr vermisst habe waren die detaillierten Emotionen. Irgendwie hat mir das gefehlt, um eine Spannung aufzubauen. Zwar wurden Emotionen beschrieben, aber sie konnten mich nicht wirklich gefangen nehmen.

Eden als Protagonistin ist ein ganz nettes Mädel, wenn man davon absieht, dass sie ständig gegen ihren Vater ätzt und so gar keine Lust auf seine neue Familie hat. Man kann mit ihr mitfühlen, wünscht sich aber oft, dass sie einfach mal über ihren Schatten springt und auf die anderen mehr zugeht. Dass sie sich in Tyler verliebt scheint unausweichlich, aber in meinen Augen auch sehr dumm, denn das bringt sie, wie man ja lesen kann, mehr in Probleme, als gut für sie ist. Fast finde ich sie charakterlich ein bisschen schwach, dass sie sich von ihm so um den Finger wickeln lässt.
Tyler hingegen kommt immer wieder als absoluter Kotzbrocken daher, der sie immer wieder in Probleme bringt und das auch ganz absichtlich, nur damit sie ihn nicht leiden kann. Schnell merkt der Leser, dass er eigentlich gar nicht so schlecht ist, sondern mit seinen ganz eigenen Problemen zu kämpfen hat, aber einfach nicht die Kurve bekommt. Sich an einen neuen Vater anzupassen ist sicher nicht einfach, jedoch denke ich, dass Edens Dad nicht so schlecht sein kann, wenn die anderen ihn mögen. Deshalb hätte ich für Tylers Alter auch bessere Reaktionen erwartet.
Die beiden Protagonisten sollen vielleicht sympathisch für den Leser sein, aber ich konnte mich nicht so sehr mit ihnen identifizieren. Eher sind mir beide so manches Mal tierisch auf den Geist gegangen. Es war einfach alles etwas überzogen. Schade.

Empfehlen möchte ich das Buch allen, die gern Liebesromane lesen und etwas für Zwischendurch suchen. Wenn man nicht mit all zu großen Erwartungen an die Sache heran geht, dann plätschert die Geschichte seicht dahin. Ich werde der Story noch eine Chance geben und mir noch den zweiten Teil zu Gemüte führen, vielleicht wird die Fortsetzung ja besser.

Idee: 4/5
Logik: 4/5
Emotionen: 3/5
Charaktere: 4/5
Spannung: 3/5

Gesamt: 3/5

  • Broschiert: 464 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (11. April 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453270630
  • ISBN-13: 978-3453270633
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren
  • Originaltitel: Did I Mention I Love You
  • Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 4,3 x 20,7 cm

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen