Freitag, 1. Juli 2016

Zitrönchen - Ein gutes Pferd hat keine Farbe von Maria Durand



Diese Sommerferien sollen etwas ganz besonderes für die fast dreizehnjährige Jo und ihre kleine Schwester, die elfjährige Mücke werden, denn sie dürfen mit dem Reiten anfangen. Völlig aus dem Häuschen eilen die beiden Schwestern heim und beweisen sich schon auf dem Nachhauseweg, dass sie einiges an Wissen über die großen und edlen Vierbeiner angehäuft haben. Unterwegs treffen sie bereits auf ihren neuen Reitlehrer, den sie fortan Seba nennen dürfen. Sobald die beiden Mädchen sich schließlich mit ihrer Oma auf den Reiterhof begeben, werden sie herzlich empfangen und lernen, was es heißt, Verantwortung für ein Pferd zu übernehmen. Es gilt Ängste zu überwinden und natürlich ordentlich mit anzupacken. Besonders die erste Reitstunde bleibt den Mädchen in Erinnernung, erleben sie doch, wie das gefürchtetste Pferd im Stall die gute, aber eingebildete Reiterin Samantha in den Sand setzt. Alle Mädchen am Hof scheinen sehr viel Respekt vor diesem Pferd zu haben, behaupten sogar, dass der Teufel immer mitreitet. Doch Jo ist unerschrocken und freundet sich mit Zitrönchen an. Für sie ist Zitrönchen das schönste Pferd auf der ganzen Welt. Als sie selbst schließlich Zitrönchen reiten darf, bemerkt sie schnell, dass sie eine ganz besondere Bindung zu diesem Pferd hat. Jedoch scheint Zitrönchen für andere Reiter und deren Eltern eine Bedrohung zu sein und so muss Seba handeln, wenn er sich Ärger mit seinem Verpächter ersparen will. Für Jo scheint die Welt zusammen zu brechen. Jedoch hat sie die Rechnung nicht mit Seba und ihrer supercoolen Oma gemacht.

Ich durfte dieses supersüße Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und muss sagen, dass ich es einfach nur schön fand. Auch wenn es ein Kinderbuch ist und die Schreibweise sehr einfach gehalten, hat es mir sehr viel Spaß gemacht mit Jo und Mücke die Welt der Pferde zu entdecken. Ich habe schon als Kind Pferdebücher geliebt und habe das Büchlein regelrecht verschlungen. Hier geht es nicht nur darum, dass die Mädchen die Vorteile der Pferdewelt kennen lernen, sondern auch begreifen, dass ein Pferd sehr viel Verantwortung bedeutet, sogar auch gefährlich sein kann, wenn man sie falsch behandelt. So lernen die Mädchen Pferde zu unterscheiden, wie man sie richtig putzt, wie man sie richtig behandelt und vor allem auch, was zu tun ist, wenn es einem der Pferde vielleicht einmal nicht so gut geht. Das Buch ist also nicht nur Lesefreude, sondern auch eine kleine Lehrstunde. Die Charaktere sind allesamt sehr liebevoll gestaltet und die Kinder handeln auch so, wie es echte Kinder eben tun würden. Natürlich sind ein paar Dinge geflunkert, aber das ist egal, weil es sich wirklich schön liest. Die Emotionen der Mädchen werden sehr schön dargestellt und man kann regelrecht sehen, wie die Mädchen im Stall zittern, wenn es heisst, dass eine von ihnen heute Zitrönchen reiten soll.

Jo als Protagonistin muss man einfach lieben. Sie ist sehr eifrig bei der Sache und genau wie ihre Schwester Mücke sehr pferdebegeistert. Sie hat sich sehr gut informiert und kommt daher zu Beginn ein bisschen besserwisserisch daher, doch das ist okay, weil die Kids so einen guten Einstieg in die Thematik Pferde haben. Außerdem ist Jo ein sehr verträumtes Mädchen, was ich richtig schön finde. Sie ist einfach bodenständig und Kind geblieben, nicht so frühreif, wie manche Charaktere in Büchern dargestellt werden.

Seba als Reitlehrer ist einfach eine Wucht, er kümmert sich um alles, ist immer fair und greift doch hart durch, wenn es um die Pferde oder um sein Schüler geht. Trotzdem ist er ein herzensguter Mensch und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich auch gern einen Seba zum Reitlehrer gehabt hätte, als ich damals reiten gegangen bin. Da kann man fast schon ein bisschen neidisch werden.

Luis als Neffe von Seba versteht viel von Pferden und ist ein herzensguter und vor allem mutiger junger Mann. Auch ihn muss man einfach gern haben, auch wenn er etwas zu kurz kommt, hatte ich ein bisschen das Gefühl. Seinen Charakter hätte man ruhig noch ein bisschen mehr beleuchten können.

Die Oma als gute Seele der Familie und rettender Anker ist ja mal der absolute Oberhammer. Wer will nicht so eine supercoole Oma haben, die für jeden Schabernack zu haben ist und für ihre Enkelinnen alles tun würde? Dieser Charakter ist mir eigentlich in der Geschichte der liebste geworden. Oma Dumont ist die Heldin für mich, keine Frage.

Samantha und ihr Vater Herr Wüstenhagen. Einfach klasse. Die beiden werden so schön ekelhaft zu Beginn dargestellt, dass man denkt, dass es für die beiden einfach keine Rettung mehr gibt, aber siehe da, auch diese beiden Charaktere sind sehr wandelbar und werden einem im Laufe der Geschichte sogar sehr sympathisch.

Und natürlich darf man die Pferde nicht vergessen. Da ist von allem etwas dabei, von verfressen bis übereifrig, von faul bis quietschfidel. Jedes Pferd lernt man mit seinen Eigenschaften kennen und schließt sie ebenfalls sofort ins Herz. Mein Highlight im Buch war Johann Sebastian von Goethe ... pardon Johann Wolfgang von Goethe, der verfressene Friese von Samantha. Milchreis und Nudelsalat? Kein Problem, der frisst alles!

Empfehlen möchte ich dieses Buch allen, die sich für Pferdegeschichten begeistern können, besonders aber empfehle ich dieses Buch jungen Mädchen die Pferdeabenteuer lieben. Ihr werdet absolut begeistert sein und euch wünschen, dass ihr auch einen Seba oder ein Zitrönchen in eurer Nähe habt. Ich persönlich bin gespannt, wie die Geschichte um Jo und die Pferde weiter geht.


  • Taschenbuch: 188 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 2 (7. Januar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3739200758
  • ISBN-13: 978-3739200750
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 12 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 1,1 x 20,3 cm

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