Mittwoch, 25. Mai 2016

Das Schattenreich der Vampire - Band 2: Ein Schattenreich voller Blut von Bella Forrest



Sofia Claremont kann es nicht fassen. Sie und ihr bester Freund Ben Hudson durften wirklich das Schattenreich verlassen und befinden sich wieder in ihrer Welt. Endlich wieder Sonne. Endlich wieder Freiheit. Endlich nicht mehr in Angst und Schrecken leben. Doch die neu gewonnene Freiheit hat für die Beiden einen bitteren Beigeschmack. Denn zu tief sitzen die Erinnerungen an das, was geschehen ist. Und während die beiden sich aneinander klammern wie zwei Ertrinkende, muss sich Sofia eine Frage stellen. Ist Ben wirklich das was sie sich für die Zukunft wünscht oder hat sie ihr Herz bei dem Prinzen der Vampire - Derek Novak - im Schattenreich zurück gelassen? Als Vievienne, die Schwester von Derek, bei Sofia und Ben auftaucht und sie bittet wieder zurück zu kommen, weiß Sofia, dass es nun an ihr ist die Dunkelheit aus der Prophezeihung aufzuhalten. Doch für wen wird sie sich entscheiden? Für ein Leben in der Dunkelheit, mit einem Prinzen der unberechenbar scheint und in einem Land, in dem ihr Leben nie wirklich sicher ist. Oder entscheidet sie sich für Ben, der fest entschlossen ist sich den Jägern anzuschließen, um an den Vampiren Rache nehmen zu können?

Diese Buchreihe lässt mich immer wieder mit gemischten Gefühlen zurück. Zum Einen möchte ich gleich zu Beginn betonen, dass die Werbung, die für dieses Buch gemacht wird, für mich ein schlechter Witz ist. Dieses Buch mit der Biss-Reihe von Stephanie Meyer zu vergleichen ist für Twilight wirklich eine ganz arge Nuss. Das Buch kommt nicht mal ansatzweise an die Werke von Stephanie heran. Ohne den Vergleich von Twilight betrachtet ist das Buch eigentlich ein ganz nettes Werk. Die Ideen sind wirklich gut, aber die Umsetzung ist an einigen Stellen eine wahre Katastrophe. Es gibt wieder Rechtschreibfehler und vor allem Logikfehler, weshalb dieses Buch erneut nur zwei Sterne bekommen kann. Ich persönlich finde das wirklich schade, denn die Story hat echt Potential. Nun möchte ich euch erklären, warum das Buch nur zwei Sterne verdient hat (Achtung Spoiler):

Sofia und Ben sind der Hölle entkommen. Sie waren Ewigkeiten verschwunden und doch, anstatt ihre Familie sofort zu kontaktieren, lümmeln die beiden sich erst einmal an den Strand, genießen die Sonne, genießen die Annehmlichkeiten des Hotels, aus dem sie verschwunden sind. Wenn ich entführt werde und wieder frei komme, dann weiß ich doch, dass meine Familie mich vermisst hat. Ich melde mich doch sofort bei ihnen! Das war für mich so unverständlich...
Sofia, die ja eigentlich in Ben verliebt gewesen ist, vermisst ihren Derek und auch ihre Freundinnen im Schattenreich. Sie scheint allgemein das Leben dort zu vermissen, obwohl sie dort so viel Schrecken und so viel Elend gesehen und erlebt hat. Für mich hat sie einfach nur einen Knall, nämlich den, dass sie unter einer Art Stockholm-Syndrom leidet. Wenn dir irgendwo was Schlimmes passiert ist, da gehst du doch nicht freiwillig wieder hin, für kein Geld der Welt.
Dann haben wir da noch eine der Mitgefangenen von Sofia, die Ashly. Wenn das Mädchen wirklich eine Jägerin ist und von Novak auch noch einen Pfahl ausgehändigt bekommt, warum nutzt sie nicht die Gunst der Stunde und erledigt ihn? Warum lebt sie samt Pfahl seelenruhig mit ihm unter einem Dach? Das wäre doch ihre Chance gewesen... Sehre helle scheinen die Jäger also nicht zu sein.
Sofia besucht mit ihrer Ziehfamilie das Spiel von Ben und es ist hellichter Tag und schwupps sitzt Vivienne neben ihr und die Sonne kann ihr plötzlich nichts mehr, obwohl sie ein Vampir ist? Das ist doch ein bisschen sehr schwammig.
Sofia kommt mit Ben zusammen - obwohl sie ja eigentlich in Derek verliebt ist... - und die beiden führen eine lockere Beziehung. Während Ben sich nach ihr verzehrt, scheint sie immer wieder mit Gedanken bei Derek zu sein. Das ist schon gemein dem armen Jungen gegenüber und macht sie in meinen Augen nicht unbedingt sympatisch. Außerdem gibt es einen Szenenfehler, als sie wieder bei den Hudsons zu Hause sind. Da schleicht sich Ben in Sofias Zimmer, doch am Morgen kommt sie aus seinem. Dass sich Menschen beamen können ist mir neu... oder die beiden sind gar keine Menschen, abstrus.
Dann kommt die alles entscheidende Szene und etwas, was ich schon von Anfang an vermutet habe. Sofias Vater ist ein Jäger - und obwohl er sich nie um sein Kind gekümmert hat, scheint ihm nun alles an ihr gelegen. Auch die Hudsons scheinen etwas über Sofia und ihre Familie zu wissen, sprechen aber immer wieder in Rätseln. Und dann dachte ich mir noch so, dass es mich nicht wundern würde, wenn Sofias Mutter ein Vampir ist und tadaaa.... da war sie. Und das auch noch an der Seite von Dereks Erzfeind Borys, der auch noch ganz zufällig der böse Gegner von Derek und der Exverlobte von seiner Zwillingsschwester Vievienne. Und damit die Familienbande schließlich ganz komplett sind taucht auch noch Dereks Vater auf und ist ganz und gar nicht von Sofia und den aktuellen Geschehnissen begeistert. 
Und weil das ja alles noch nicht genug ist, sind alle an Sofia interessiert. Ihr Vater will sie plötzlich retten. Derek liebt sie. Sein Bruder liebt sie - will sie aber auch umbringen. Ben liebt sie. Und auch der Erzfeind Borys will Sofia für sich haben. Und der Leser fragt sich einfach nur, warum, denn das wird noch immer nicht aufgelöst.
Ja und Derek, der dreht während der Abwesenheit von Sofia total am Rad, kämpft, metzelt, hurt. Das komplette Programm, was seine Holde schließlich sehr enttäuscht und trotzdem ist sie ihm total verfallen - ich sagte ja bereits, mehr als Stockholm-Syndrom. Da kann man sich einfach nur an den Kopf fassen. Die Autorin hat versucht Emotionen zu beschreiben, doch bei dem Versuch ist es leider auch geblieben. Der Leser kann sich einfach nicht in die Protagonisten hinein versetzen, was aber unter anderem auch daran liegt, wie die Szenen gestaltet sind. Es passiert so viel auf einmal oder Szenen werden einfach geschnitten, sodass der Leser von einer Szene in die andere galoppiert, wo man hätte noch viel detailreicher ausschmücken können. Zum Beispiel wird der Ball der Highschool innerhalb von zwei bis drei Seiten abgehandelt, wo war die Vorfreude oder die Zweifel? Wo war ihre Enttäuschung weil Ben zu weit gegangen ist? Nichts. Das ist schon schade gewesen. Genauso ihre Rückkehr, mir haben einfach die Emotionen gefehlt. Ein Buch lebt von den Gefühlen die der Held durchlebt.

Was man dem Buch aber zu Gute halten muss ist, dass endlich ein bisschen Licht in die Vorgeschichte rund um das Schattenreich ins Spiel kommt. Der Leser kann sich vorstellen, wie es zu all dem gekommen ist. Außerdem erfährt man mehr zu den Jägern und Namen, die im ersten Buch nur Schall und Rauch waren bekommen nun auch eine Geschichte, auch wenn einige davon noch immer als großes Geheimnis präsentiert werden. Trotzdem erfährt man aber, weshalb die Hexe Cora damals Derek half und woher Cora überhaupt kam.
Empfehlen kann ich dieses Buch leider nicht, obwohl die Idee wie gesagt gut ist. Aber ich habe oft beim lesen abgebrochen und war mir nicht sicher, ob ich der Reihe noch eine Chance geben soll. Ich habe Hoffnung, dass der dritte Band vielleicht besser wird. 


Logik: 1/5
Story: 3/5
Emotionen: 2/5
Hintergrund: 3/5
Spannung: 3/5

Gesamt: 2/5

  • Taschenbuch: 404 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (12. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1517309999
  • ISBN-13: 978-1517309992
  • Größe und/oder Gewicht: 15,2 x 2,6 x 22,9 cm

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