Freitag, 22. April 2016

Der Vorleser von Bernhard Schlink



Zum Inhalt:

Sie ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er ... und sie wird seine erste Leidenschaft. Sie hütet verzweifelt ein Geheimnis. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Erst Jahre später sieht er sie wieder. Die fast kriminalistische Erforschung einer sonderbaren Liebe und bedrängenden Vergangenheit.

Als der fünfzehnjährige Michael an der Gelbsucht erkrankt und er dringend Hilfe braucht, kommt ihm die 21 Jahre ältere Hanna zu Hilfe. Nachdem er genesen ist, sucht er die Frau erneut auf, um sich bei ihr zu bedanken. Doch es ist nur einer von vielen Besuchen, die folgen. Denn Michael und Hanna beginnen eine Beziehung miteinander. Während sie ihn in die Liebe einführt, liest er ihr immer und immer wieder vor, was ihr immer sehr gut gefällt. Als Hanna eines Tages verschwindet bricht für Michael eine Welt zusammen. Als er schließlich Student ist, trifft er Hanna wieder. Als Angeklagte in einem Prozess, der ungeheuerlicher nicht sein könnte. Und erst jetzt erkennt Michael, wer Hanna wirklich ist und was ihr dunkles Geheimnis ist.

Ich musste das Buch damals als Pflichtlektüre in der Schule lesen und ich muss offen und ehrlich sagen, dass ich es abgrundtief gehasst habe. Das hatte aber zum Einen damit zu tun, dass ich es sowieso nicht mag, wenn man mich zu etwas zwingt, ich aber auch die Schreibweise des Autors zu dem Zeitpunkt einfach nicht leiden konnte. Die Geschichte wird aus Sicht des "Ich-Erzählers" erzählt und somit ist man gezwungen in die Rolle des Michael zu schlüpfen. Etwas, womit ich mich zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich identifizieren konnte. Dann erlebt man als Leser die dümmliche Art, wie er sich der Frau nähert, sich von ihr umgarnen lässt, ihre Launen erträgt und schließlich sie lieben lernt. Man erlebt seine Begegnungen mit ihr und seinem Umfeld, erlebt, wie er mit ihr verreist, die Schule schwänzt, es gibt peinliche Situationen indem sie als Mutter und Sohn auftreten. Und schließlich gipfelt das Ganze in einem Prozess, bei dem er als Student als Zuhörer fungiert und sie selbst als Angeklagte auf der Klagebank sitzt. Michael lässt seine Gefühle Revue passieren und erkennt schließlich, weshalb er ihr immer vorlesen musste.

Die Thematik an sich ist wichtig und ich fand sie auch sehr gut behandelt, jedoch scheußlich verpackt. Ich konnte der Geschichte einfach wirklich nichts abgewinnen, was zum einen wahrscheinlich daran lag, dass es unfreiwillig gelesen werden musste, mich die Thematik zu dem Zeitpunkt aber auch schon genervt hat. Wir hatten den Nationalsozialismus in Geschichte, Sozialkunde, Englisch, Deutsch und immer wieder wurde mit dem Finger auf uns gezeigt. Ich hatte das Thema zu diesem Zeitpunkt satt und über. Schlimm, ich weiß, aber es war so. Deshalb ist dieses Buch aber auch zu einem absoluten No-Go für mich geworden. Ich habe noch einmal versucht das Buch zu lesen, aber sobald ich die ersten Zeilen lese, hasse ich das Buch einfach. Eigentlich schade, weil es wirklich immer wieder gute Kritiken bekommt, aber es ist eben, wie es nun mal ist.

Liebe: 2/5
Geschichtlicher Hintergrund: 5/5
Spannung: 3/5
Dramatik: 3/5

Gesamt: 3/5


  • Taschenbuch: 207 Seiten
  • Verlag: Diogenes (Januar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257229534
  • ISBN-13: 978-3257229530
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,2 x 1,3 cm

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