Dienstag, 22. Dezember 2015

Mängelexemplare von Constantin Dupien (Hrsg.)



Jeder kennt sie. Die Momente, wenn man ein Geräusch hinter sich hört, einen Schatten huschen sieht und sich einem die Nackenhaare aufstellen. Der Mensch gruselt sich seit jeher und durch Geschichten über Geister und Dämonen werden diese Gefühle der Beklemmung und Angst bei dem einen Menschen mehr und bei dem anderen weniger geschürt. In dieser Sammlung haben sich 14 Autoren zusammen gefunden und die unterschiedlichsten Geschichten geschrieben. Wir begegnen stimmungsvollen Bildern und Gedichten, bekommen einen ersten Einblick in die Geschichte durch einen handgeschriebenen Satz der Autoren. Wir werden mit Ängsten konfrontiert, die die Menschheit seit jeher beschäftigen. So gibt es dunkle Keller, verschlossene Räum, verlassene Häuser, heimgesuchte Anwesen sowie teuflische und geisterhafte Begegnungen. Macht euch bereit für Geschichten, die euch den Atem anhalten lassen, aber auch Geschichten, die ihr vielleicht gar nicht so gruselig empfindet.

Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und muss gestehen, dass ich mir, als ich mich für die Runde beworben habe, viel mehr Nervenkitzel versprochen habe. Das Buch wird mit einem stimmungsvollen Gedicht eingeleitet und auch jede Geschichte mit einem passendem Bild und einem handschriftlichen Zitat des jeweiligen Autors. Die Gedichte und die Bilder finde ich okay, die Zitate sind oft verschenkte Seiten, denn oft haben die Autoren so unleserlich geschrieben, dass man sich gar nicht mal die Mühe macht, um sie zu entziffern, das finde ich persönlich sehr schade, denn das nimmt dem Buch ein bisschen die Stimmung. Auch die Geschichten sind nicht alle mein Fall gewesen. Jede Geschichte trägt das Herzblut der Autoren und man erkennt, dass sich auch jeder wirklich Mühe gegeben hat, aber manche Geschichten sind verwirrend oder sehr lahm geschrieben, währen manche wirklich Nervenkitzel entstehen lassen - zumindest bei mir. Richtige Horrorfans werden über jede Geschichte wahrscheinlich nur müde lächeln. Manche Geschichten haben ein abgeschlossenes Ende, manche enden so offen, dass man sich noch dazu reimen kann, was passiert ist und was noch passieren könnte. Sicher regt das die Fantasie an, ich persönlich bevorzuge aber Geschichten, die abgeschlossen sind und keine weiteren Fragen offen lassen. 

Meine drei Lieblingsgeschichten:

1. Der Spuk auf Lakewood Manor: Zwei Detektive begleiten ihren Mandanten auf eine einsame Insel und versuchen seinem Problem auf die Spur zu kommen.

2. Auf dem Silbertablett: Ein Mann muss sich seiner Angst vor einem verlassenen Krankenhaus stellen, in dem er ein Jahr seiner Kindheit verbracht hat.

3. Die Geschichte von Jimmie Rocks letztem Album: Ein Musiker kauft ein abgelegenes Haus und verschwindet. Sein Freund beginnt ihn zu suchen und begegnet den dunklen Mächten.

Im Großen und Ganzen möchte ich sagen, dass man diese Sammlung durchaus einmal gelesen haben kann. Da es sich hier um Kurzgeschichten handelt, eignen sie sich sehr gut, um zwischendurch ein bisschen zu schmökern. Ich habe jeden Tag in der Frühstückspause gelesen, es war ein netter Zeitvertreib. Trotzdem kann ich dem Buch nur drei Sterne geben, weil es mich nicht wirklich überzeugt hat.

  • Broschiert: 258 Seiten
  • Verlag: Amrun Verlag (22. Mai 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958690580
  • ISBN-13: 978-3958690585
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
  • Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 2,2 x 21,1 cm

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