Mittwoch, 9. Dezember 2015

Bangkok - 17.02.2014



Facettenreiches Bangkok, ein Blick aus dem Narai Hotel


Wie ich bereits im letzten Post erwähnte, hatten wir uns eigentlich einen deutschsprachigen Guide gemietet, der mit uns Bangkok erkunden sollte. Gebucht hatten wir eine Halbtagestour, sodass wir uns den späten Nachmittag und Abend noch selbst gestalten konnten. Bereits am Vorabend erhielten wir einen Anruf von dem dort ansässigen Reiseplaner, der uns mitteilte, dass wir unseren deutschsprachigen Guide nicht bekommen konnten, weil dieser einen Unfall gehabt hätte und er uns stattdessen einen englischsprachigen Guide schicken würde. Wir willigten ein und so wurden wir am nächsten Morgen von einer netten jungen Dame in der Hotellobby abgeholt. Als wir sie nach dem Befinden ihres Kollegen fragte, lachte sie und erklärte uns, dass der Mann der uns angerufen hatte, uns angelogen hatte. Man hatte den deutschsprachigen Guide abgezogen, weil die AIDA diesen für ihre Gäste dringender benötigte. Nun gut. Vielleicht war es auch Glück für uns, denn die junge Dame hat uns Einblicke geboten, die wir so vielleicht nicht bekommen hätten.

Der Wat Traimit von innen


Nach einer kurzen und abenteuerlichen Autofahrt erreichten wir den ersten Tempel. Den Menschen in Thailand stehen die Tempel immer offen. Lediglich Touristen müssen Eintritt bezahlen. Das liegt daran, dass die meisten Menschen in Thailand sehr arm sind. Nach dem Beten können die Menschen Blattgold erwerben und es ihrem Gott opfern, indem sie das Blattgold auf eine der unzähligen Figuren streichen - meist an der Stelle, für die sie beten.
Vom ersten Tempel hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf eine Klosteranlage und die umliegenden Gebäude von Bangkok. Auch das typische Tor für Chinatown war zu sehen. Die Chinesen, so berichtete unser Guide, sind zu  Prozent in Bangkok vertreten und auch die wohlhabendste Bevölkerungsschicht. So ist es nicht verwunderlich, dass z.B. Krankenhäuser in chinesischer Hand sind.

Der große Palast von außen


Nachdem wir den Tempel verlassen hatten, fuhr uns der Kleinbus zum großen Palast. ACHTUNG! Der Palast kann nur betreten werden, wenn die königliche Familie sich NICHT in Bangkok aufhält. Solltet ihr also Pech haben und die Familie ist zu diesem Zeitpunkt da, dann könnt ihr das Gelände nicht betreten und bekommt eine andere Stadtführung geboten. Während wir uns durch den zähflüssigen Verkehr schoben, bot sich uns ein sehr interessanter Anblick. Im Park hunderte Polizisten, komplett ausgerüstet, auf der Suche nach einem schattigen Plätzchen, auf der anderen Seite Demonstranten. Vermummt, bewaffnet, hinter einer Straßensperre aus zusammengeschobenen Bussen - die für mein Empfinden auch sehr ausgebrannt aussahen. Unweit dieser Szene erhob sich der Palast. Ganz friedlich und eine regelrechte Oase inmitten der vielen Hochhäuser und des dröhnenden Lärms.

Nachdem uns unser Guide mit einer Flasche Wasser versorgt hat - das solltet ihr auch tun, denn das Gelände ist groß und nirgendwo gibt es etwas zu kaufen - machten wir uns auf den Weg, um den Palast und seine vielen Tempel und Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Der Königspalast bietet unter anderem das Wat Phra Kaeo, Wat Suthat, Wat Ratchabophit, Wat Bowonniwet, Wat Ratchaorasaram und Wat Suwannaram. Immer wieder fielen die vielen detaillierten Figuren in Dämonenform und vor allem die vielen Mosaikarbeiten auf. Wer sich den Palast ansieht, wird schnell erkennen, dass er das, was er dort zu sehen bekommt, gar nicht richtig erfassen kann. Es war eine Explosion an Eindrücken. Man kommt aus dem Wundern nicht heraus. Überall stehen kleine Töpfe mit Wasserpflanzen, in denen sich auch unzählige kleine Fische tummeln. Die Sonne reflektiert sich an den goldenen Turmspitzen. In jeder Ecke wird anders gesprochen. Mal riecht es nach Räucherstäbchen, mal darf man sich das Glück mit einer Lotusblüte und Wasser auf den Kopf spritzen. Es ist einfach unbeschreiblich und wer in Bangkok ist, sollte es sich unbedingt ansehen. Wichtig ist hierbei noch zu beachten, dass ihr euch lange Sachen anzieht. Kurze Hosen sind verboten, genau wie unbedeckte Schultern. Auch solltet ihr euch für eure Tempeltour merken, dass ihr unbedingt Socken anzieht! Tempelanlagen dürfen nur barfuß (oder in Socken) betreten werden.








Nachdem wir uns die Tempelanlagen und das Militärmuseum angesehen hatten, wurden wir wieder in unseren Bus geschoben und machten uns auf zu unserer letzten Station. Der Wat Pho ist ein liegender Buddha von 70 Metern Länge. Ein imposantes Bauwerk, jedoch durch seine Größe schwer zu fotografieren und durch Touristen genau wie der große Palast überrannt. Auch hier hieß es wieder Schuhe aus. Während wir den Buddha umrundeten, stellten wir fest, dass am Rand überall kleine Schalen aufgebahrt waren, in die die betenden Menschen Münzen warfen. Auf der Rückseite des Buddhas saß eine Frau mit großen Wassereimern und sortierte die Münzen an einem Schreibtisch. Ein groteskes Bild, aber auch interessant zu sehen, wie viele Menschen wohl durch diesen Tempel tagtäglich gehen.

Wat Pho - der 70 m lange, liegende Buddha


Im Anschluss unserer Führung empfahl uns unsere Reiseleiterin, dass wir uns zum Abend den neuen Markt ansehen könnten. Das Asiatique wäre wohl schnell von unserem Hotel erreichbar, auch zu Fuß. So machten wir uns auf den Weg und verliefen uns natürlich. Trotz allem sahen wir interessante Facetten von Bangkok. Als wir uns schließlich ein Taxi nahmen und dieses uns an unser Ziel brachte, waren wir doch heilfroh, dass wir nicht weiter gelaufen waren. Wir wären nie an unserem Ziel angekommen. Trotzdem machte uns unser Fußmarsch um eine Erfahrung reicher. Eis, so wie wir es kennen, gibt es in den Bangkoker Straßenläden nicht. Hier werden Eiswürfel gecrusht, mit allerlei Sirup und Süßigkeiten vermengt und dann verzehrt. Nicht jedermanns Sache und vor allem sehr süß.
Das Asiatique entpuppte sich als große Anreihung von Markthallen, in denen sich viele Resaturants und kleine Geschäfte befanden. Es ist dort sehr sauber, aber auch dementsprechend teuer. Nach einer Massage und ein paar ruhigen Minuten am Fluss Chao Phraya stürzten wir uns ins Getümmel. Zwischen Designerbars, Kino und wunderbar duftenden Speisen wurde auch hier fleißig an den Preisen gefeilscht. Ein wirklich gelungener Abschluss für einen Zwischenstop in Bangkok. Bereits am nächsten Morgen wurden wir sehr früh abgeholt, um auf die kleine Insel Koh Ngai zu fliegen.

Am Chao Phraya

Bangkok von oben - die Riesenradfahrt am Asiatique lohnt sich!

Bangkok von oben

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