Montag, 30. November 2015

"In Schweigen gehüllt" von Rüdiger Heins


Schwester Honorine lebt außerhalb der Klostermauern in einem kleinen anschaulichen Haus und einer kleinen, aber feinen Rente. Sie hat zwei Mädchen bei sich wohnen und ist im Dorf gern gesehen, da sie sich um die Bedürftigen kümmert. Als sie eines Tages Besuch von einem Verwandten bekommt, wird sie von diesem kaltblütig ermordet, da sie ihm kein Geld leihen möchte. Anton Detrois, seines Zeichens ein junger Bursche und immer knapp bei Kasse, tötet nicht nur seine Tante , er bestiehlt sie auch und begibt sich auf die Flucht. Begleitet wird er dabei von seiner eigenen Vergangenheit und der Angst, dass man ihn stellen könnte.

Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen. Doch was viel versprechend umworben wurde und interessant begann, war dann leider doch nicht so mein Fall. Der Roman ist ein "Montage"-Roman. Das heisst, es können mit Vor- und Rückblenden gearbeitet werden, die sich mit Erzählung, Briefwechseln, Zeitungsannoncen etc. ständig wechseln. So auch hier geschehen. Während der Mord an der alten Frau detailliert beschrieben wird, trifft der Leser auf die Kellerassel, die im Keller wohnt, kann Briefwechsel der Honorine lesen, erlebt die Welt aus Sicht von Detrois und anderen Protagonisten und erhält auch Einblick über die Verfassung des Autors einer Reportage (vielleicht auch dem Autor höchstselbst), seinem Traumtagebuch und der Geschichte, wie er zu dem Roman gekommen ist. Das ist manchmal sehr verwirrend aufgebaut und war für mich oft ohne Sinn und Verstand. Der Handlungsstrang rund um Honorine und Detrois war interessant, doch der Rest war für mich einfach nur unwichtig. Briefwechsel in alter Sprache finde ich sterbenslangweilig, aber das ist sicher auch Geschmackssache. Deshalb hätte dies nicht sein müssen. Die Kellerassel, auch wenn sie sich wiederholt, war eine willkommene Auflockerung, genau wie die Bibeltexte. Doch das Traumtagebuch und die Beschreibung des Autors selbst, fand ich einfach nur langweilig. Hauptsächlich ist dieser dabei vor sich selbst und Verpflichtungen zu fliehen, was ihn für mich nicht unbedingt sympathisch macht. Ein Lob muss ich aber für die Mordszene und die Hinrichtung geben, sehr detailliert und anschaulich beschrieben. Das war gut.

Im Großen und Ganzen, muss ich sagen, dass ich enttäuscht bin. Leider würde ich es niemanden weiter empfehlen.

  • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
  • Verlag: Debras Verlag; Auflage: 1., Aufl. (24. Juli 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937150129
  • ISBN-13: 978-3937150123

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